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Character im Porträt: Dr. Monika Hauser über persönliche Wendepunkte und den Kampf für Menschenrechte


"Ein gesichtsloses graues Bürogebäude im Kölner Agnesviertel. Hier arbeitet eine Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Gesicht zu zeigen: Dr. Monika Hauser, eine der streitbarsten Menschenrechtlerinnen Deutschlands. In den Räumen ihrer Organisation medica mondiale herrscht bunter Pragmatismus. Aus einem Blumentopf ragt eine Sonnenblume aus Stoff. Die Billy-Regale sind vollgestellt mit Büchern über Geschlechterverhältnisse, Rechtsfragen und Folter. Ein hellblauer Helm, wie ihn Angehörige der UN-Friedenstruppen bei Einsätzen tragen, verstaubt in einer Vitrine.


An die Raufaserwände hat jemand großformatige Frauenfotos gehängt. Und etwas schief, aber immerhin gerahmt: den Right Livelihood Award, auch Alternativer Nobelpreis genannt. Monika Hauser hat ihre Jacke aus Afghanistan über den Stuhl geworfen. Sie ist gerade aus dem Nordirak zurückgekehrt."


Autorin: Jessica Braun
Erschienen in: Character – Das Gesellschaftsmagazin der Bethmann Bank (2019/02)

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Ajna Jusić wurde bei einer Vergewaltigung im Bosnienkrieg gezeugt. Lange Zeit verschwieg ihre Mutter ihr das. Als Ajna es schließlich doch herausfand, brach erst ihre Welt zusammen. Dann wurde sie zur Kämpferin.


Autorin: Kristina Maroldt
Erschienen in: Brigitte 20/2019

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Einmal im Jahr treffen sich Friedensstifter aus Krisenregionen zum Global Peacebuilders Summit (GPS) in Paretz. Der diesjährige Gipfel fand vom 6.09. bis 11.09.2019 statt. Zweck dieses Retreats und der Advocacy-Veranstaltung ist es, voneinander über wirkungsvolle Strategien zur lokalen Friedensbildung zu lernen; sich von Stress und persönlicher Bedrohung zu erholen; und sich mit europäischen PartnerInnen zu vernetzen.


"Effective Support for Local Peacebuilders – Summary of Key Recommendations to the German Parliament"


Das Statement wurde von einer Gruppe von GPS-Mitgliedern verfasst, auf dem Gipfel selbst diskutiert und finalisiert und auf einer gemeinsamen Sitzung mit dem Unterausschuss für zivile Krisenprävention am 10. September mit Blick auf die drei vorher vereinbarten Hauptthemen vorgestellt. Die Hoffnung ist, dass die Mitglieder des Unterausschusses ihren Einfluss auf die Bundesregierung im Sinne und Geist unserer Empfehlungen nutzen.

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„Menschenrechte zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ – Rede von Dr. Monika Hauser im Rahmenprogramm der Ehrung von Carla del Ponte für ihr Lebenswerk


Carla Del Ponte war von 1999 bis 2007 Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien sowie für den Völkermord in Ruanda. Am 27. August 2019 wurde ihr Engagement vom World Demographic & Ageing Forum (WDA) in St. Gallen mit dem Erich Walser Generationenpreis 2019 ausgezeichnet. Mit dem Preis werden Personen geehrt, die sich vorbildhaft für das Verständnis zwischen den Generationen einsetzen.


Aus Monika Hausers Rede:

"Im Umgang mit Überlebenden sexualisierter Gewalt hat die Rechtsprechung ihre Potentiale noch lange nicht ausgeschöpft. Aber es gibt sie, diese Potentiale!
Schließen möchte ich mit folgenden Worten von Carla del Ponte: „Kriegsverbrecher hinter Gitter zu bringen ist nicht möglich ohne den Willen von Frauen und Männern, entschlossen gegen eine Haltung anzukämpfen, wonach Macht Recht bedeutet, „Ja!“ zu rufen, wenn der große Chor der Allgemeinheit „Nein!“ singt, und immer wieder Gerechtigkeit zu fordern, auch wenn sie deswegen als Idealisten verhöhnt werden.“
Schauen wir also gemeinsam hin und nicht weg! Das machen uns derzeit gerade junge Menschen vor mit neuem Denken und neuen Aktionsformen, die auf Kooperation, Dialogfähigkeit und Partizipation gründen! Solidarität beginnt bei uns selbst."

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Rapport Annuel 2018


Chères lectrices, chers lecteurs,


2018 aura été une année pas comme les autres. En compagnie de nos partenaires, nous avons fêté notre 25ème anniversaire. C’est au début de 1993, pendant la guerre, que je me suis rendue pour la première fois en Bosnie. Avec des spécialistes locales, j’ai créé, dans la ville de Zenica, le premier centre de thérapie pour les survivantes violences sexualisées dans le cadre du conflit.


Pour medica mondiale, il fut, dès le départ, évident que notre mission se prolongerait au-delà de la signature de l’accord de paix. Le viol a des conséquences à long terme, et notre engagement doit, de même, s’inscrire dans la durée. Malgré le travail de sensibilisation de longue haleine mené par nos collègues, le sujet continue de s‘effacer dans la conscience publique. Il y a pourtant des signes porteurs d’espoir, tel le travail accompli par The Forgotten Children of War, une association fondée par la fille d’une de nos premières clientes avec d’autres enfants de survivantes. Ensemble, elles portent le sujet au coeur de la société bosnienne.


Un autre signe positif nous est parvenu vers la fin de l’année. L’attribution du prix Nobel de la Paix à Denis Mukwege et Nadia Murad constitue une reconnaissance importante pour la lutte contre les violences sexualisées dans les conflits armés. Il importe cependant de ne pas confiner les viols de guerre à la République démocratique du Congo ou au prétendu État islamique. Que ce soit en Bosnie, au Kosovo, en Irak et en Afghanistan, au Rwanda, en Ouganda, au Burundi ou au Libéria, les violences sexualisées ne font pas figure d‘exception mais constituent la règle dans les conflits armés. Elles sont communes en temps de guerre parce qu’elles sont tolérées en temps de paix.


Il importe tout autant de ne pas aborder la question sur la seule scène internationale. Pour un engagement crédible et durable, nous devons aussi nous élever clairement contre les violences sexualisées et leurs tabous en Allemagne. Les décennies d’abus passés sous silence dans les pensionnats et au sein de l’Église catholique doivent faire tout autant partie du débat public que les violences vécues par les femmes et les filles dans les centres d’accueil pour réfugiés en Allemagne.


Cet anniversaire nous invite à la fête et, en même temps, nous montre combien notre travail reste d’actualité. Avec votre soutien, nous luttons pour la protection et le renforcement des femmes et des filles dans le monde entier : de façon intransigeante, pérenne, et cohérente, donc féministe.


Dr. Monika Hauser

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News zum Evaluationsbericht: Partnerorganisation PAIF soll Frauen verstärkt unterstützen
Verbesserte Prävention und erhöhter Schutz vor sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) für bedrohte Mädchen und junge Frauen im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo


Das vorliegende Projekt „Verbesserte Prävention und erhöhter Schutz vor sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) für bedrohte Mädchen und junge Frauen im Osten der DR Kongo“ wurde von Dezember 2015 bis April 2019 von medica mondiale und der lokalen Partnerorganisation PAIF (Promotion et Appui aux Initiatives Féminines) in den Provinzen Nordund Süd-Kivu durchgeführt.

Es richtet sich an junge Frauen und Mädchen, die von SGBV betroffen oder bedroht sind, und unterstützt sie dabei, ihre Selbsthilfefähigkeiten, soziale Integration und Teilhabe zu stärken. Gleichzeitig setzt es bei Behörden und gemeindebasierten Strukturen an, um Maßnahmen zur Gewaltprävention zu verbessern und langfristig mehr Schutz und soziale Gerechtigkeit für Frauen in der Region herzustellen.

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„Was für ein Vertrauen“ lautete der Leitgedanke des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund. Unsere Mitarbeiterin Karolina Plewniak trug an der Auftaktveranstaltung ein selbst erdachtes Gedicht als Zeugnis der heutigen Zeit vor.


Was für ein Vertrauen

Du bist mein Vater, du bist mein Freund,


du bist ein Pastor, du bist ein Soldat.
Ich habe dir vertraut.
Du hast mein Vertrauen missbraucht.

Ihr, ihr seid meine Schwestern, ihr seid meine Brüder.

Ich will den Mut haben, darüber zu sprechen.
Ich will mich euch anvertrauen.
Ich will, dass ihr mir zuhört.

Doch ich habe Angst. Angst, dass ihr mir nicht glaubt.

Ich habe Angst, dass ihr sagt, es ist meine Schuld gewesen.
Ich habe Angst, dass es wieder passiert.

Wie soll ich es schaffen, jemals wieder Menschen zu vertrauen?

Helft mir. Hört mir zu, wenn ich mich euch anvertraue.
Glaubt mir, wenn ich mich euch anvertraue.
Glaubt an mich, damit ich selbst auch wieder glauben kann.
Schweigt nicht mehr.

Ihr habt mir zugehört. Ihr habt mir geglaubt.
Ich weiß jetzt: Es war nicht meine Schuld.

Frauen sind nicht schuld an ihrer Vergewaltigung – niemals.

Ich will mich nicht mehr schämen.
Schämen soll sich der Täter, der auf meinem Körper Krieg geführt hat.

Ich bin stark.
Das Geschehene ist nicht vergessen. Und das wird es nie.
Aber diese Erfahrung bestimmt nicht den Rest meines Lebens.


Copyright: Karolina Plewniak/medica mondiale

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