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19. Dezember 2019

Monika Hauser zum Jahresausklang: "Es ist nicht mehr die Zeit, sich rauszuhalten."

"Sexualisierte Gewalt ist eines der Hauptprobleme in Gesellschaften, die männlich geprägt sind – also weltweit. Doch ganz massiv in Kriegs- und Nachkriegsgebieten. Wenn Normen und Strukturen aufgrund von Krieg oder Katastrophen zusammenbrechen, steigt auch die Zahl der Vergewaltigungen und der sexuellen Übergriffe."

Zwar gibt es mittlerweile Resolutionen, Konventionen und Gesetze, die Kriegsvergewaltigungen verurteilen und unter Strafe stellen. Was fehlt, ist der politische und gesellschaftliche Wille, diese auch durchzusetzen. Um das zu ändern, braucht es dringend eine Verschiebung der Machtverhältnisse hin zu Geschlechtergerechtigkeit.

Geschlechtergerechtigkeit: keine Toleranz für sexualisierte Gewalt

Um Geschlechtergerechtigkeit endlich durchzusetzen, darf es keine Toleranz bei sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen mehr geben! Denn damit wird die Botschaft suggeriert, der weibliche Körper sei frei verfügbar. Diese Botschaft wird Mädchen und Jungen weitergegeben, und so prägen sich stereotype Geschlechterbilder von Generation zu Generation. Solange sich das nicht grundlegend verändert, verändern sich auch die Machtverhältnisse nicht.

Veränderung durch politische und gesellschaftliche Aufklärungsarbeit

Nur mit vereinten Kräften und kontinuierlicher politischer und gesellschaftlicher Aufklärungsarbeit können wir eine Veränderung bewirken. Doch weltweit wird der Spielraum für AktivistInnen enger. Auch wir werden davon nicht verschont: Die Kolleginnen aus Afghanistan berichten von Überwachung und Verfolgung, die ihre Arbeit zunehmend bedrohen. In Burundi wird die Zivilgesellschaft immer mehr zurückgedrängt und die türkische Militäroffensive gegen die Kurden in Nordsyrien erschwert die Arbeit unserer Partnerorganisation EMMA im Nordirak.

Unser Ziel: Frauen und Mädchen leben in Würde und Gerechtigkeit

Doch seien Sie versichert: Unser Ziel ist klar. Frauen und Mädchen sollen endlich in Würde und Gerechtigkeit leben können. Und wir mischen uns weiterhin ein, um Veränderungen zu bewirken.

Ich danke Ihnen für Ihre bisherige Unterstützung von medica mondiale. Es stärkt mich, die gesamte Organisation und die Kolleginnen weltweit, Sie solidarisch an unserer Seite zu wissen.

Ich wünsche Ihnen viel Ruhe, Kraft und Zuversicht für 2020.

Ihre Monika Hauser

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