Fortbildung Team- und Selbstfürsorge

medica mondiale bietet vom 5. bis 7. September 2019 in Köln eine Fortbildung zum Thema Selbstfürsorge und Teamfürsorge an. Das Seminar richtet sich an Fachkräfte (mit eigener Fluchterfahrung oder Migrationsgeschichte), die im Bereich Trauma und Flucht arbeiten. 

Viele Geflüchtete haben vor, während oder nach ihrer Flucht traumatische Erlebnisse wie Krieg, Verlust oder sexualisierte Gewalt überlebt. Für Menschen mit Gewalterfahrung ist daher ein Schutz vor weiteren Ohnmachtserfahrungen entscheidend. Das angebotene Seminar von medica mondiale konzentriert sich darauf die Selbstfürsorge und Teamfürsorge der Teilnehmenden zu stärken. Denn eine empathische und kompetente Unterstützung ist maßgeblich, um Geflüchtete im Hier und Jetzt zu stärken.

Menschen, die unterstützend mit geflüchteten Personen arbeiten tun dies oft unter hektischen und belastenden Bedingungen. Damit Fachkräfte mit eigener Flucht- und Migrationserfahrung selbst stabil bleiben und ihre Arbeit langfristig ausüben können, sollten sie durch Stärkung der Selbstfürsorge und Teamfürsorge unterstützt werden.

Wie erkenne ich Anzeichen von Überforderung bei mir und anderen Fachkolleginnen? Was ist eine sekundäre Traumatisierung? Wie kann ich Team- und Selbstfürsorge im Arbeitsalltag umsetzen? Fragen wie diese werden während des dreitägigen Seminars von medica mondiale diskutiert. Die Fortbildung Team- und Selbstfürsorge ermöglicht, das eigene Handeln und die Begrenzung der eigenen Möglichkeiten zu reflektieren und die Fürsorge für sich und andere zu stärken.
 
Während der drei Fortbildungstage von medica mondiale lernen Sie, 

  • wie sich Trauma  und Gewalt im Kontext von Flucht und Migration auswirken

  • sensibel für Stress und Trauma zu sein und dies im Arbeitsalltag zu berücksichtigen

  • wie Sie erste Anzeichen von Überforderung bei sich und anderen erkennen

  • wie Sie präventiv Team- und Selbstfürsorge fördern

  • wie Sie Achtsamkeitsübungen direkt in der täglichen Arbeit anwenden können

Zeiten:  Vom 05. bis 07. September 2019 in Köln, Jugendherberge Riehl
Donnerstag und Freitag, jeweils von 10:00 - 18:00 Uhr und Samstag von 10:00 - 16:00 Uhr

Zielgruppe: Fachkräfte mit eigener Flucht-/Migrationsgeschichte
 
Teilnahmebeiträge für Tagungspauschale (Mittagessen, Snacks und Getränke):
Solidaritätsbeitrag 160,00 Euro 
regulärer Beitrag 119,70 Euro (39,90 pro Tag)
ermäßigter Beitrag 75,00 Euro 

Anmeldefrist
: Es stehen noch freie Plätze zur Verfügung.

Referentinnen: Denise Klein und Miriam Harosh-Pätsch

Veranstaltungsort: Jugendherberge Riehl, An der Schanz 14, 50735 Köln 
Mehr zu Barrierefreiheit und Anreise zum Veranstaltungsort finden Sie auf der Webseite der Jugendherberge.

Anmeldung: Bitte senden Sie das Anmeldeformular für die Fortbildung zu Team- und Selbstfürsorge bis zum 08. August per Mail oder per Post an medica mondiale zurück. Informationen zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Fortbildungsprogramms von medica mondiale erhalten Sie hier: AGB

Kompakte Grafik 11 Tipps im Umgang mit Geflüchteten
Jetzt zum Herunterladen: Unsere kompakte Grafik mit den wichtigsten Tipps für die Arbeit mit Geflüchteten. Zum Herunterladen anklicken.

Was eine stress- und traumasensible Haltung bewirken kann:

Viele Geflüchtete haben vor, während oder nach ihrer Flucht traumatische Erlebnisse wie Krieg, Verlust, Leid oder sexualisierte Gewalt  überlebt. Für Menschen mit Gewalterfahrung ist daher ein Schutz vor weiteren Ohnmachtserfahrungen entscheidend. Eine empathische und kompetente Unterstützung ist maßgeblich, um sie im Hier und Jetzt zu stärken.

 

Warum es trotzdem den Willen der Politik braucht:

Auf der anderen Seite arbeiten viele Fachkräfte in der Flüchtlingsarbeit unter hektischen, belastenden Bedingungen. Deshalb braucht es zur Veränderung des Asylsystems den Willen der Politik. Darüber hinaus können Fachkräfte durch Stärkung und Vernetzung unterstützt werden ihre Arbeit langfristig auszuüben. Mit unseren Fortbildungen leisten wir dazu einen Beitrag.

Kompakte Grafik mit 12 Tipps für Selbstfürsorge
Jetzt zum Herunterladen: Unsere kompakte Grafik mit 12 Tipps für Selbstfürsorge und Burn-out-Vorsorge. Zum Herunterladen anklicken.

Vier Fragen zum Peer-to-Peer Ansatz in der Traumaarbeit:

Was sind Peer-to-Peer Ansätze in der Trauma-Arbeit?

Peer-to-Peer bedeutet „von Gleich zu Gleich“. Gerade nach traumatischen Erfahrungen hilft Betroffenen die Solidarität von Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Dabei geht es darum, Erfahrungen und hilfreiche Informationen zu teilen und sich gegenseitig zu stärken. Das kann in regelmäßigen Gruppenangeboten erfolgen oder durch individuelle Begleitung.

Warum eignet sich Peer-to-Peer für die Arbeit mit Geflüchteten?

Selbst nach schwersten Erfahrungen können Menschen immer noch viel geben. Frauen mit Fluchthintergrund, die schon länger in Deutschland leben, bringen neben ihren Belastungen auch Bewältigungsstrategien mit. Sie können neuankommende Frauen durch ihr gelebtes Beispiel ermutigen und ihnen Vertrauen in die eigenen Stärken vermitteln. So wirkt Peer-to-Peer psychosozial enorm stabilisierend und stärkt die Widerstandskraft Betroffener deutlich. Umso wichtiger ist es, die Erfolge dieser Unterstützung nicht durch strukturelle Probleme zu gefährden. Auch gelungene Selbsthilfe ist nicht genug, wenn Menschen weiter vor Krieg und Verfolgung fliehen müssen und in den Zufluchtländern mit ihren Problemen allein gelassen werden.

Wie funktioniert Peer-to-Peer-Unterstützung in der Praxis?

Geflüchtete Frauen mit vergleichbaren Themen und Problemen treffen sich in einem geschützten, von Regeln der Vertraulichkeit und gegenseitiger Achtung geprägten Rahmen. Um Stress- und Traumadynamiken in der Gruppe aufzufangen, empfehlen wir ein Team von mindestens zwei Leiterinnen – eine Trauma-Expertin und eine Frau mit zurückliegender Fluchterfahrung, die sich stabil genug fühlt, ihre Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.

Welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig?

Die Gruppentreffen sollten in ihrer Struktur immer gleich aufgebaut sein. Das vermittelt den Teilnehmerinnen Sicherheit im Sitzungsablauf und im Umgang miteinander. Alle Frauen werden mit ihren Stärken und Fähigkeiten in die Gespräche einbezogen. Aber auch äußere Faktoren, wie Räume, Übersetzung, Kinderbetreuung und nachhaltige Finanzierung, sind wichtig für das Gelingen.

 

Die Fortbildungen von medica mondiale zur Förderung von Gewaltschutz, Inklusion und Traumasensibilität werden von der Aktion Mensch unterstützt.