Weltfrauentag

Am Weltfrauentag streiken?

Der internationale Frauentag wird weltweit sehr unterschiedlich gefeiert. In Ländern wie Italien, Ukraine und Polen erhalten Frauen Blumen, ähnlich wie am Muttertag oder Valentinstag. In anderen Ländern ist der Weltfrauentag ein gesetzlicher Feiertag. Doch der Ursprung des Frauentags liegt darin, auf die weltweit fehlende Umsetzung von Frauenrechten aufmerksam zu machen. Deswegen wird der Weltfrauentag auch häufig als internationaler Frauenkampftag oder Frauenstreik bezeichnet. 

Frauenrechte: Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte

Der 8. März ist der internationale Frauentag. Entstanden ist der Weltfrauentag bereits in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, um mehr Gleichberechtigung für Frauen bei der Arbeit sowie das Wahlrecht für Frauen zu fordern. Die Aktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin schlug 1910 die Einführung eines internationalen Frauentags vor. Ein Jahr später wurde die Forderung in die Tat umgesetzt und in Deutschland sowie in anderen Ländern wurde der erste Frauentag gefeiert.
1977 verabschiedeten die Vereinten Nationen eine UN-Resolution, in der sie den 8. März als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden erklärten.

Video: Das war der Weltfrauentag & Frauenstreik 2020 in Köln Video anschauen

We strike because we care

Dieses Jahr dreht sich der Frauenstreik thematisch um Care-Arbeit. Doch was genau ist Care-Arbeit und warum setzen sich Frauen für dieses Thema ein? Care-Arbeit kann mit Pflege- oder Sorgearbeit übersetzt werden. Es bezeichnet alle Tätigkeiten des Pflegens und dazu zählen: Altenpflege, Kinderbetreuung, Hausarbeit und familiäre Unterstützung. Care-Arbeit wird in der Regel von Frauen übernommen und diese erhalten dafür wenig bis gar keinen Lohn. Darüber hinaus wird die unbezahlte Pflege- und Hausarbeit von Frauen selten gesellschaftlich wertgeschätzt.

Wir streiken, streiken Sie mit!

Es gibt viele Möglichkeiten sich am 8. März für Frauenrechte einzusetzen. In zahlreichen Städten gibt es Frauenstreikbündnisse, die Aktionen für den Weltfrauentag organisieren. Gibt es in Ihrer Stadt noch kein Event für den Frauenstreik, dann werden Sie aktiv. Doch es muss nicht gleich eine große Aktion sein, wie das Besetzen von öffentlichen Plätzen oder die Umbenennung von Straßennamen: Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Freunden über Care-Arbeit. Nutzen Sie Social Media, um Artikel über Frauenrechte zu teilen und zu kommentieren.


Machen Sie am 8. März Haus- und Pflegearbeit sichtbar. Weitere Ideen für Formate des Streiks finden Sie auf der Webpräsenz des Frauenstreiks. In unserem "Feminist Shop" finden Sie das passende Zubehör um feministische Botschaften in die Welt zu tragen. Auf Instagram und Facebook halten wir Sie über weitere Aktionen auf dem Laufenden.

Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still

Am 8. März 2019 nutzten viele Menschen die Gelegenheit, auf die Straße zu gehen und für Frauenrechte zu demonstrieren. In Deutschland streikten tausende Menschen und forderten Schutz vor Gewalt, mehr Lohngerechtigkeit und die Abschaffung des Paragraphen 218 und 219a. Vorbild für den Streik lieferten im Jahr zuvor spanische feministische Aktivistinnen. Über 5 Millionen Menschen beteiligten sich in Spanien unter dem Motto „Wenn Frauen streiken, steht die Welt still“ am Frauenstreik.


In Deutschland gab es 2019 in über 20 Städten Aktionen, Demonstrationen und Kundgebungen. Hunderte Mädchen und Frauen legten ihre Lohn- oder Sorgearbeit nieder und streikten. In Köln organisierte das Frauenstreikbündnis eine Demonstration mit über 3.000 feministischen Beteiligten. Auch medica mondiale beteiligte sich am Frauenstreik 2019 in Köln.

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