Nordirak: Spenden für Frauen

Frauen schützen, Heldinnen unterstützen: Gemeinsam gegen das Corona-Virus
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Frauenrechte im Nordirak: Mehr Schutz vor Gewalt, Armut und Ansteckung

Das Corona-Virus trifft den Nordirak hart. Gerade steigen die Infektionszahlen wieder stark, das Gesundheitssystem ist überfordert. Das medizinische Personal arbeitet am Limit, Hygienematerial ist knapp und auch die sonstige Ausstattung von Kliniken und ÄrztInnen ist mangelhaft. Corona-Tests sind rar und Gehälter werden nur unregelmäßig gezahlt. Bereits vor der Pandemie war der Alltag vieler Frauen und Mädchen in der Region von Flucht, Gewalt und Terror geprägt. Durch Covid-19 hat sich die Situation in mehrfacher Hinsicht verschärft: Wiederholte Lockdowns haben viele Familien in den finanziellen Ruin getrieben und zu einem Anstieg familiärer Gewalt gegen Frauen geführt. Hinzu kommt eine schon lang andauernde Öl- und Wirtschaftskrise sowie Spannungen zwischen der Autonomen Region Kurdistan und dem Zentralirak.

Zu den wenigen Organisationen, die sich trotz der schwierigen Bedingungen und der Bedrohung durch das Corona-Virus weiterhin für Frauenrechte im Irak engagieren, gehört unsere Partnerorganisation EMMA.

Ihre Spende für Frauenrechte im Irak

Mit EMMA unterstützen wir seit Ende 2018 eine der wenigen feministischen Organisationen im Irak. Die Organisation verfolgt die Vision eines sicheren, friedvollen, gleichberechtigten Miteinanders der Menschen im Nordirak - eine Vision, die sich nach dem Verständnis von EMMA nur durch ein Ende der strukturellen Benachteiligung von und Gewalt gegen Frauen verwirklichen lässt.

Aus diesem Grund engagieren sich die inzwischen mehr als 30 Mitarbeiterinnen der Organisation unter anderem für gesellschaftliches Empowerment und politische Partizipation von Frauen, das Ende weiblicher Genitalverstümmelung, den Schutz vor familiärer Gewalt, die Unterstützung von Überlebenden sexualisierter Gewalt und aktuell natürlich auch Corona-Prävention.

42 Euro decken die monatlichen Kosten eines Zufluchtshauses für Strom, Wasser und andere Verbrauchsgüter.

63 EURO ermöglichen zehn Frauen die Teilnahme an einem Näh- oder Alphabetisierungskurs. 

124 EURO benötigen wir, um eine psychosoziale Beraterin auszubilden.

Jede Spende zählt! Unsere Arbeit ist nur durch die Solidarität von Menschen wie Ihnen möglich, die uns unterstützen.

Frauenpower im Nordirak: So arbeitet EMMA

Einen wichtigen Pfeiler für die Frauenrechtsarbeit im Nordirak bilden die Gemeindezentren von EMMA, die es mittlerweile in zehn Standorten der Region gibt. Gemäß des ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatzes der Aktivistinnen werden in den Gemeindezentren nicht nur medizinische, therapeutische oder rechtliche Beratung angeboten, sondern auch Sprach- und Nähkurse, Aufklärungsseminare zu Themen wie Menstruation oder Sexualgesundheit und Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.

Die Gemeindezentren stehen nicht nur einheimischen, sondern auch geflüchteten Frauen offen. Denn die Unterstützung von Geflüchteten, insbesondere der tausenden von jesidischen Frauen, die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" verschleppt, gefangen gehalten und missbraucht wurden, ist ein besonders wichtiges Anliegen für die beiden EMMA-Gründerinnen Bahar Ali und Dr. Bayan Kader Rasul. 

Mobile Teams in den Flüchtlingslagern in der Autonomen Region Kurdistan

Um die Frauen in den Lagern für die Geflüchteten von einem Besuch in einem Communitycenter zu überzeugen, besuchen Mitarbeiterinnen von EMMA die Lager wöchentlich. Als "Mobiles Team" gehen die Frauen von Zelt zu Zelt, von Wohncontainer zu Wohncontainer und kommen mit den Frauen ins Gespräch.

Schutz vor Corona-Virus hat Priorität

Die Prävention einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus hat dabei zurzeit oberste Priorität: Die Mitarbeiterinnen von EMMA klären in den Lagern über die Gefahren und Präventionsmaßnahmen des neuartigen Virus auf. Sowohl geflüchtete als auch einheimische Frauen werden außerdem von EMMA mit Hygieneutensilien, Medikamenten und Nahrungsmittelpaketen versorgt. Doch EMMA leistet noch mehr: Nach wie vor bieten die Mitarbeiterinnen Beratung und Unterstützung für die Überlebenden von Gewalt und Traumata. Sie ermöglichen betroffenen Frauen den Zugang zu rechtlicher Beratung, medizinischer Versorgung und therapeutischen Angeboten. Zusätzlich dazu setzen sie sich auf politischer Ebene für wirtschaftliche Sofort-Hilfemaßnahmen, den Schutz von Frauen vor gewalttätigen Übergriffen und die Belange geflüchteter Frauen ein. 


Verteilung von Alltagsmasken in Flüchtlingslagern im Nordirak

Die Alltagsmasken, die die Kursteilnehmerinnen von EMMA in den Nähkursen der Communityzentren anfertigen, verteilen die mobilen Teams in den Flüchtlingslagern - eine Win-Win-Situation: Die Frauen lernen Nähen, tragen etwas zur Gemeinschaft bei und die Geflüchteten in den Lagern sind besser vor Ansteckung mit Covid-19 geschützt. 


Gründerinnenporträts: Die starken Frauen hinter EMMA

Feministisch, politisch engagiert und mit jahrzehntelanger Erfahrung in der humanitären Hilfe - das sind Dr. Bayan Kader Rasul und Bahar Ali, die Gründerinnen von EMMA (kurdisch für "wir"). Aufgrund ihres feministischen Engagements in der internationalen Frauenrechtsarbeit kannten sich die gebürtigen Irakerinnen bereits länger, bevor sie sich dazu entschieden, nach der Rückkehr in ihr Heimatland 2013 die Frauenrechtsorganisation EMMA zu gründen.

Dr. Bayan Kader Rasul besitzt einen Universitätsabschluss in Psychologie und ist Mitglied der "Royal Dutch Association for Psychiatrists". Ihr Engagement für Frauenrechte begründet Dr. Rasul mit dem Leid ihrer Patientinnen, mit dem sie als Ärztin immer wieder konfrontiert worden sei. In einem Interview mit uns sagte sie: "Ich habe mir oft anhören müssen, dass es mir doch gut gehe, dass ich doch gar nicht selbst unterdrückt sei. Da habe ich immer erwidert: "Meine Freiheit reicht aber nicht!"

Dr. Rasul fungiert als beratende Psychologin bzw. Psychotherapeutin der Organisation und führt immer wieder Veranstaltungen und Seminare durch, in denen sie über geschlechtsspezifische Gewalt, die psychischen Folgen für Betroffene und deren Behandlung bzw. Prävention aufklärt.

Bahar Ali ist neben Dr. Rasul Gründerin und Direktorin von EMMA. Die überzeugte Feministin stammt aus einem Haushalt, in dem immer viel über Politik diskutiert wurde und engagiert sich bereits seit mehr als 30 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit. Ali besitzt mehrere Universitätsabschlüsse in den Bereichen Gender Studies, Rechtswissenschaften und Übersetzung. Neben ihrer administrativen Tätigkeit als Direktorin von EMMA engagiert sich Ali vor allem für jesidische Frauen, die durch Angehörige der Terrororganisation "Islamischer Staat" entführt, vergewaltigt und gefoltert wurden. Die medizinische, psychologische und rechtliche Betreuung dieser Frauen und der Kampf für ihre Wiederaufnahme in die Gesellschaft sind eine Herzensangelegenheit der Aktivistin, die nicht nur die Gesellschaft, sondern auch Politik und Gesetzgebung im Nordirak nachhaltig verändern möchte: "Wir wollen etwas bewegen!", fasst Ali ihren Anspruch zusammen.

Irak und Autonome Region Kurdistan: die Krise dauert an

Die instabile politische Situation im Irak sowie die Angst vor erneuten Angriffen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ führen im Irak zu Unsicherheit und erhöhter Gewaltbereitschaft. Viele Frauen, besonders in Flüchtlingslagern, berichten von Angst vor Übergriffen und Belästigungen. Die Militärpräsenz im Land ist weiterhin hoch, die angespannte Situation an der Grenze zur Türkei und mit der Regierung im Zentralirak beunruhigt viele Menschen zusätzlich. Zudem stehen viele Familien vor dem Ruin: Eine anhaltende Öl- und Wirtschaftskrise hat das Land im Griff, das wirtschaftlich stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängig ist. 

Ihre Spende kommt an!

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