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Das Bündnis Istanbul-Konvention veröffentlicht heute seinen Alternativbericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland. Auch drei Jahre nach Inkrafttreten des Übereinkommens fehlen in Deutschland eine ressortübergreifende Gesamtstrategie, handlungsfähige Institutionen und die notwendigen Ressourcen, um das Recht aller Frauen und Mädchen auf ein gewaltfreies Leben umzusetzen, stellt das zivilgesellschaftliche Bündnis Istanbul-Konvention (BIK) fest.


Insbesondere für Gruppen, wie Frauen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte, mit Behinderungen, diversen geschlechtlichen Identitäten oder in Wohnungslosigkeit, ist der in der Konvention verankerte Zugang zu Prävention, Schutz, Beratung und Recht nach wie vor mangelhaft.


medica mondiale hat am Alternativbericht mit vielen anderen Expert:innen zusammen gearbeitet. Der Alternativbericht wurde zugleich in einer englischen Übersetzung bei GREVIO (Group of experts on action against violence against women and domestic violence), dem zuständigen Gremium des Europarates, eingereicht.


Als Mitglied des Bündnis Istanbul-Konvention ist medica mondiale Mitzeichnerin der Pressemitteilung.



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Pressemitteilung: Bericht zu Gewalt gegen Frauen nimmt Bundesregierung in die Pflicht

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Am 24. Februar 2021 hat das Bundeskabinett den dritten Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Agenda “Frauen, Frieden und Sicherheit” verabschiedet. Mit dem dritten Nationalen Aktionsplan zur Agenda “Frauen, Frieden und Sicherheit” legt die Bundesregierung ein umfassendes Strategiepapier vor, um Frauen vor Gewalt in bewaffneten Konflikten zu schützen und an Friedensprozessen zu beteiligen. 

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medica mondiale verfolgt seit 20 Jahren die Umsetzung der Resolution und nimmt das Jubiläum als Anlass für eine frauenpolitische Bilanz. medica mondiale feiert die UN-Resolution 1325 als Initialzündung für eine internationale Politik, die vor 20 Jahren erstmals offiziell anerkannte, dass Frauen und Mädchen eine entscheidende Rolle für Frieden und Sicherheit spielen. Doch trotz dieses bahnbrechenden Erfolgs tun Regierungen weltweit noch immer zu wenig für konkrete Verbesserungen: Die ‘Agenda Frauen, Frieden und Sicherheit’ ist bisher für die meisten Frauen und Mädchen, die weltweit in Kriegsgebieten leben, eine rhetorische Absichtserklärung geblieben statt gelebter Realität.

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"Der Gewaltschutz von geflüchteten Frauen ist weiterhin mangelhaft. Weder haben Sie uneingeschränkten Zugang zum Hilfssystem, noch finden geschlechtsspezifische Fluchtgründe in der Praxis ausreichend Berücksichtigung,“ kritisiert Jessica Mosbahi, Referentin für Menschenrechte und Politik von medica mondiale.
Die Istanbul-Konvention ist ein Menschenrechtsabkommen des Europarats zur Bekämpfung und Verhütung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen und seit Februar 2018 in Deutschland geltendes Recht.

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10. August 2020. Das Bündnis Istanbul-Konvention, ein Zusammenschluss von Frauenrechtsorganisationen in Deutschland, Verbänden und ExpertInnen gegen geschlechtsspezifische Gewalt, zeigt sich besorgt über aktuelle Angriffe auf die Istanbul-Konvention, den bedeutendsten Frauenschutzvertrag in Europa.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,


was tun, wenn auf einmal alles anders ist? Der weltweite Ausbruch der Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie schnell sich Realitäten ändern können. Schulen, Krankenhäuser und ganze Staaten müssen ihre Strukturen und Pläne anpassen – mit einschneidenden Folgen für jede und jeden von uns.


In Krisen zeigen sich die gesellschaftlichen Probleme verstärkt wie unter einem Brennglas. Marginalisierte Gruppen sind stärker betroffen und werden bei den Lösungen weniger mitgedacht. In allen Krisen sehen wir, dass patriarchale Strukturen erstarken – mit fatalen Folgen für Frauen und das soziale Gefüge. Unverhältnismäßig stark betroffen sind Frauen, die besonderen Schutz benötigen.


Das Jahr 2019 war in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme. Besonders erschüttert hat mich die Situation jesidischer Frauen. Der Völkermord an der jesidischen Minderheit durch den so genannten Islamischen Staat umfasste auch die Verschleppung, Zwangsverheiratung und Vergewaltigung Tausender jesidischer Frauen. Nach irakischem Recht gelten die Kinder, die diese Frauen in der Gefangenschaft geboren hatten – fast immer als Folge von Vergewaltigungen – nicht als JesidInnen, sondern aufgrund ihrer Erzeuger als muslimisch. Auch die jesidischen Autoritäten haben sich nicht dazu durchringen können, die Kinder als Teil der jesidischen Gemeinschaft zu akzeptieren. Die Mütter wurden somit gezwungen, entweder ihre Kinder abzugeben oder sich von ihrer Gemeinschaft loszusagen.


Um Frauenrechte auch in Krisenzeiten verteidigen zu können, müssen wir gemeinsam aktiv werden, und zwar, bevor es zu spät ist. Unsere Partnerinnen beweisen derzeit, wie wichtig es ist, starke Netzwerke von Frauenrechtsorganisationen aufzubauen, die auch unter Druck handlungsfähig bleiben. Hier gab es im letzten Jahr beeindruckende Entwicklungen. So haben in der Region der Großen Seen Afrikas drei unserer Partnerorganisationen begonnen, länderübergreifend zusammenzuarbeiten. Auch in Afghanistan und Irak sowie in Südosteuropa wurden mit unserer Unterstützung regelmäßige Austauschtreffen zu fachlichen Themen und politischen Strategien initiiert.


Es sind diese Netzwerke von Frauenrechtsaktivistinnen, die mir Mut und Hoffnung geben. Diese Bündnisse gilt es zu unterstützen und zu fördern – damit wir Krisen nicht ohnmächtig, sondern kraftvoll und entschlossen gegenübertreten können.


Dr. Monika Hauser

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Millionen von Frauen und Mädchen wurden im Zweiten Weltkrieg vergewaltigt. 75 Jahre nach Kriegsende thematisiert die Frauenrechtsorganisation medica mondiale das erlebte Unrecht dieser Frauen. Die Kampagne "Niemals nur Geschichte" fordert endlich Anerkennung für das Leid und die Stärke der betroffenen Frauen und informiert über gesellschaftliche Langzeitfolgen, die bis in die Gegenwart reichen.


Inhalt Presseinformation:


  • Sexualisierte Gewalt im Zweiten Weltkrieg
  • Kriegsvergewaltigung und Trauma
  • Über medica mondiale
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