Spenden

Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

SucheSuche
MediathekMedia Centre
NAVIGATION
kartenansicht

Mediathek

medica mondiale mediathek

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


2018 war ein besonderes Jahr für uns. Zusammen mit unseren Partnerinnen haben wir 25-jähriges Bestehen gefeiert. Anfang 1993, während des Kriegs, bin ich zum ersten Mal nach Bosnien aufgebrochen. Zusammen mit einheimischen Fachfrauen habe ich in der Stadt Zenica das erste Therapiezentrum für Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt aufgebaut.


Für medica mondiale war von Beginn an klar, dass sich unser Einsatz nicht mit einem Friedensabkommen erledigt. Vergewaltigungen haben langwierige Folgen, auf individueller ebenso wie auf gesellschaftlicher Ebene, und ebenso langfristig muss der Einsatz dagegen sein. Trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit unserer Partnerinnen bricht das Thema im öffentlichen Bewusstsein immer wieder weg. Auch heute wird in Bosnien und Herzegowina kaum über die Kriegsvergewaltigungen und ihre Folgen gesprochen. Und doch gibt es Signale, die mich hoffnungsvoll stimmen. Eines davon ist der Verein „The Forgotten Children of War“. Dafür hat sich die Tochter einer unserer ersten Klientinnen mit anderen Kindern von Überlebenden zusammengetan. Gemeinsam bringen sie das Thema mitten in die bosnische Gesellschaft und machen auf ihre anhaltende Stigmatisierung aufmerksam.


Ein weiteres positives Signal erreichte uns Ende des Jahres. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Denis Mukwege und Nadia Murad ist eine wichtige Anerkennung für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten. Dabei bleibt es wichtig, Kriegsvergewaltigungen nicht auf die Demokratische Republik Kongo oder den sogenannten IS zu reduzieren. Ob in Bosnien, im Kosovo, im Irak und in Afghanistan, ob in Ruanda, Uganda, Burundi oder Liberia: Sexualisierte Gewalt stellt in bewaffneten Konflikten nicht die Ausnahme, sondern die Regel dar. Sie ist in Kriegszeiten allgegenwärtig, weil sie in Friedenszeiten toleriert wird.


Ebenso wichtig ist es, das Thema nicht auf die Weltbühne auszulagern. Für einen glaubwürdigen, nachhaltigen Einsatz müssen wir uns auch in Deutschland klar gegen sexualisierte Gewalt und ihre Tabuisierung positionieren. Die jahrzehntelang beschwiegenen Übergriffe in Internaten und in der katholischen Kirche müssen ebenso Teil der öffentlichen Diskussion werden wie die Gewalterfahrungen von Frauen und Mädchen in deutschen Flüchtlingseinrichtungen.


Und so bietet unser Jubiläum Grund zu feiern – und zeigt uns gleichzeitig, wie wichtig unsere Arbeit weiterhin ist. Mit Ihrer Unterstützung kämpfen wir für den Schutz und die Stärkung von Frauen und Mädchen weltweit: kompromisslos, nachhaltig und konsequent feministisch.


Dr. Monika Hauser

Link-Medium

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen im In- und Ausland kohärent bekämpfen.


Aus der Einleitung: "(...) Von Anfang an hat medica mondiale die Doppelstrategie verfolgt, sowohl direkte traumasensible Hilfe für Frauen und Mädchen zu leisten, als auch politisch auf strukturelle Veränderungen hinzuwirken. Ein solcher Einsatz kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn Gesellschaft und Politik ein Bewusstsein für die weitreichenden Folgen und die zugrundeliegenden Strukturen entwickeln.


Es gilt, die Ursachen von Gewalt grundlegend zu erforschen und die Ergebnisse als Grundlage für Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt zu verwenden. Das bedeutet, dass sich sowohl die deutsche Politik als auch die deutsche Gesellschaft mit ihrem eigenen Verhältnis zu geschlechtsspezifischer Gewalt auseinandersetzt. Eigene Rollenvorstellungen und Stereotype müssen dafür in Frage gestellt sowie Konzepte entwickelt werden, die der jüngeren Generation ein Aufwachsen mit alternativen, gewaltfreien Rollenbildern ermöglicht. Ein kritischer Diskurs darüber, was Geschlechtergerechtigkeit für die deutsche Gesellschaft im Detail bedeutet und wie eine Politik aussehen muss, die die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen prioritär behandelt, bietet sich als ein erster Schritt an.


Gewalt gegen Frauen im Außen zu bekämpfen, wie das aktuell auf Ebene der Vereinten Nationen im Rahmen deutscher Außenpolitik geschieht, ist begrüßenswert. Als Einzelmaßnahme ist dies bei Weitem nicht ausreichend, solange es an kohärenten Strategien fehlt, die für den innerdeutschen Raum wie auch für die nach außen gerichtete Politik Geltung haben.(...)"


Video: Menschen­rechts­bericht der Regierung stößt auf geteiltes Echo (Ab 00:21:15 fünfminütige Rede von Dr. Monika Hauser)

Link-Medium

Was konnte medica mondiale in den vergangenen 25 Jahren bewegen? Was wurde konkret erreicht? Worauf sind wir stolz? Auf 6 Seiten zieht die Kölner Frauenrechtsorganisation Bilanz, stellt Meilensteine, Erreichtes sowie die Kampagne „Kein Krieg auf meinem Körper vor“. Außerdem stehen Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, und Sabiha Husić, Direktorin unserer Partnerorganisation Medica Zenica, als Expertinnen für Interviews zur Verfügung. 

Link-Medium

Ein Drittel aller nach Deutschland geflüchteten Menschen sind Frauen und Mädchen. In ihren Herkunftsländern und auf der Flucht haben sie Krieg, Folter und Todesangst erlebt. Doch selbst in den Aufnahmeländern sind sie häufig nicht sicher. Zum Internationalen Tag für die Beseitigung von sexualisierter Gewalt in Konflikten am 19. Juni und zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni haben wir Infografiken dazu erstellt.

Link-Medium

Im November 2016 übernimmt Sybille Fezer den Posten als Geschäftsführerin für Programmarbeit und inhaltliche Entwicklung bei medica mondiale. An ihrer Arbeit schätzt sie besonders, dass für jedes Projektland neue Strategien entwickelt werden müssen. Dabei stehen diese Fragen im Mittelpunkt: Wie erreichen wir die Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben? Welche Zugangsstrategien müssen wir entwickeln? Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen vor Ort?

Link-Medium
spenden
schließen