Spenden

Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

MediathekMedia Centre
NAVIGATION
kartenansicht

Mediathek

medica mondiale mediathek

„Menschenrechte zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ – Rede von Dr. Monika Hauser im Rahmenprogramm der Ehrung von Carla del Ponte für ihr Lebenswerk


Carla Del Ponte war von 1999 bis 2007 Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien sowie für den Völkermord in Ruanda. Am 27. August 2019 wurde ihr Engagement vom World Demographic & Ageing Forum (WDA) in St. Gallen mit dem Erich Walser Generationenpreis 2019 ausgezeichnet. Mit dem Preis werden Personen geehrt, die sich vorbildhaft für das Verständnis zwischen den Generationen einsetzen.


Aus Monika Hausers Rede:

"Im Umgang mit Überlebenden sexualisierter Gewalt hat die Rechtsprechung ihre Potentiale noch lange nicht ausgeschöpft. Aber es gibt sie, diese Potentiale!
Schließen möchte ich mit folgenden Worten von Carla del Ponte: „Kriegsverbrecher hinter Gitter zu bringen ist nicht möglich ohne den Willen von Frauen und Männern, entschlossen gegen eine Haltung anzukämpfen, wonach Macht Recht bedeutet, „Ja!“ zu rufen, wenn der große Chor der Allgemeinheit „Nein!“ singt, und immer wieder Gerechtigkeit zu fordern, auch wenn sie deswegen als Idealisten verhöhnt werden.“
Schauen wir also gemeinsam hin und nicht weg! Das machen uns derzeit gerade junge Menschen vor mit neuem Denken und neuen Aktionsformen, die auf Kooperation, Dialogfähigkeit und Partizipation gründen! Solidarität beginnt bei uns selbst."

Link-Medium

Rapport Annuel 2018


Chères lectrices, chers lecteurs,


2018 aura été une année pas comme les autres. En compagnie de nos partenaires, nous avons fêté notre 25ème anniversaire. C’est au début de 1993, pendant la guerre, que je me suis rendue pour la première fois en Bosnie. Avec des spécialistes locales, j’ai créé, dans la ville de Zenica, le premier centre de thérapie pour les survivantes violences sexualisées dans le cadre du conflit.


Pour medica mondiale, il fut, dès le départ, évident que notre mission se prolongerait au-delà de la signature de l’accord de paix. Le viol a des conséquences à long terme, et notre engagement doit, de même, s’inscrire dans la durée. Malgré le travail de sensibilisation de longue haleine mené par nos collègues, le sujet continue de s‘effacer dans la conscience publique. Il y a pourtant des signes porteurs d’espoir, tel le travail accompli par The Forgotten Children of War, une association fondée par la fille d’une de nos premières clientes avec d’autres enfants de survivantes. Ensemble, elles portent le sujet au coeur de la société bosnienne.


Un autre signe positif nous est parvenu vers la fin de l’année. L’attribution du prix Nobel de la Paix à Denis Mukwege et Nadia Murad constitue une reconnaissance importante pour la lutte contre les violences sexualisées dans les conflits armés. Il importe cependant de ne pas confiner les viols de guerre à la République démocratique du Congo ou au prétendu État islamique. Que ce soit en Bosnie, au Kosovo, en Irak et en Afghanistan, au Rwanda, en Ouganda, au Burundi ou au Libéria, les violences sexualisées ne font pas figure d‘exception mais constituent la règle dans les conflits armés. Elles sont communes en temps de guerre parce qu’elles sont tolérées en temps de paix.


Il importe tout autant de ne pas aborder la question sur la seule scène internationale. Pour un engagement crédible et durable, nous devons aussi nous élever clairement contre les violences sexualisées et leurs tabous en Allemagne. Les décennies d’abus passés sous silence dans les pensionnats et au sein de l’Église catholique doivent faire tout autant partie du débat public que les violences vécues par les femmes et les filles dans les centres d’accueil pour réfugiés en Allemagne.


Cet anniversaire nous invite à la fête et, en même temps, nous montre combien notre travail reste d’actualité. Avec votre soutien, nous luttons pour la protection et le renforcement des femmes et des filles dans le monde entier : de façon intransigeante, pérenne, et cohérente, donc féministe.


Dr. Monika Hauser

Link-Medium

News zum Evaluationsbericht: Partnerorganisation PAIF soll Frauen verstärkt unterstützen
Verbesserte Prävention und erhöhter Schutz vor sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) für bedrohte Mädchen und junge Frauen im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo


Das vorliegende Projekt „Verbesserte Prävention und erhöhter Schutz vor sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) für bedrohte Mädchen und junge Frauen im Osten der DR Kongo“ wurde von Dezember 2015 bis April 2019 von medica mondiale und der lokalen Partnerorganisation PAIF (Promotion et Appui aux Initiatives Féminines) in den Provinzen Nordund Süd-Kivu durchgeführt.

Es richtet sich an junge Frauen und Mädchen, die von SGBV betroffen oder bedroht sind, und unterstützt sie dabei, ihre Selbsthilfefähigkeiten, soziale Integration und Teilhabe zu stärken. Gleichzeitig setzt es bei Behörden und gemeindebasierten Strukturen an, um Maßnahmen zur Gewaltprävention zu verbessern und langfristig mehr Schutz und soziale Gerechtigkeit für Frauen in der Region herzustellen.

Link-Medium

„Was für ein Vertrauen“ lautete der Leitgedanke des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund. Unsere Mitarbeiterin Karolina Plewniak trug an der Auftaktveranstaltung ein selbst erdachtes Gedicht als Zeugnis der heutigen Zeit vor.


Was für ein Vertrauen

Du bist mein Vater, du bist mein Freund,


du bist ein Pastor, du bist ein Soldat.
Ich habe dir vertraut.
Du hast mein Vertrauen missbraucht.

Ihr, ihr seid meine Schwestern, ihr seid meine Brüder.

Ich will den Mut haben, darüber zu sprechen.
Ich will mich euch anvertrauen.
Ich will, dass ihr mir zuhört.

Doch ich habe Angst. Angst, dass ihr mir nicht glaubt.

Ich habe Angst, dass ihr sagt, es ist meine Schuld gewesen.
Ich habe Angst, dass es wieder passiert.

Wie soll ich es schaffen, jemals wieder Menschen zu vertrauen?

Helft mir. Hört mir zu, wenn ich mich euch anvertraue.
Glaubt mir, wenn ich mich euch anvertraue.
Glaubt an mich, damit ich selbst auch wieder glauben kann.
Schweigt nicht mehr.

Ihr habt mir zugehört. Ihr habt mir geglaubt.
Ich weiß jetzt: Es war nicht meine Schuld.

Frauen sind nicht schuld an ihrer Vergewaltigung – niemals.

Ich will mich nicht mehr schämen.
Schämen soll sich der Täter, der auf meinem Körper Krieg geführt hat.

Ich bin stark.
Das Geschehene ist nicht vergessen. Und das wird es nie.
Aber diese Erfahrung bestimmt nicht den Rest meines Lebens.


Copyright: Karolina Plewniak/medica mondiale

Link-Medium

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


2018 war ein besonderes Jahr für uns. Zusammen mit unseren Partnerinnen haben wir 25-jähriges Bestehen gefeiert. Anfang 1993, während des Kriegs, bin ich zum ersten Mal nach Bosnien aufgebrochen. Zusammen mit einheimischen Fachfrauen habe ich in der Stadt Zenica das erste Therapiezentrum für Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt aufgebaut.


Für medica mondiale war von Beginn an klar, dass sich unser Einsatz nicht mit einem Friedensabkommen erledigt. Vergewaltigungen haben langwierige Folgen, auf individueller ebenso wie auf gesellschaftlicher Ebene, und ebenso langfristig muss der Einsatz dagegen sein. Trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit unserer Partnerinnen bricht das Thema im öffentlichen Bewusstsein immer wieder weg. Auch heute wird in Bosnien und Herzegowina kaum über die Kriegsvergewaltigungen und ihre Folgen gesprochen. Und doch gibt es Signale, die mich hoffnungsvoll stimmen. Eines davon ist der Verein „The Forgotten Children of War“. Dafür hat sich die Tochter einer unserer ersten Klientinnen mit anderen Kindern von Überlebenden zusammengetan. Gemeinsam bringen sie das Thema mitten in die bosnische Gesellschaft und machen auf ihre anhaltende Stigmatisierung aufmerksam.


Ein weiteres positives Signal erreichte uns Ende des Jahres. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Denis Mukwege und Nadia Murad ist eine wichtige Anerkennung für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten. Dabei bleibt es wichtig, Kriegsvergewaltigungen nicht auf die Demokratische Republik Kongo oder den sogenannten IS zu reduzieren. Ob in Bosnien, im Kosovo, im Irak und in Afghanistan, ob in Ruanda, Uganda, Burundi oder Liberia: Sexualisierte Gewalt stellt in bewaffneten Konflikten nicht die Ausnahme, sondern die Regel dar. Sie ist in Kriegszeiten allgegenwärtig, weil sie in Friedenszeiten toleriert wird.


Ebenso wichtig ist es, das Thema nicht auf die Weltbühne auszulagern. Für einen glaubwürdigen, nachhaltigen Einsatz müssen wir uns auch in Deutschland klar gegen sexualisierte Gewalt und ihre Tabuisierung positionieren. Die jahrzehntelang beschwiegenen Übergriffe in Internaten und in der katholischen Kirche müssen ebenso Teil der öffentlichen Diskussion werden wie die Gewalterfahrungen von Frauen und Mädchen in deutschen Flüchtlingseinrichtungen.


Und so bietet unser Jubiläum Grund zu feiern – und zeigt uns gleichzeitig, wie wichtig unsere Arbeit weiterhin ist. Mit Ihrer Unterstützung kämpfen wir für den Schutz und die Stärkung von Frauen und Mädchen weltweit: kompromisslos, nachhaltig und konsequent feministisch.


Dr. Monika Hauser

Link-Medium

Jamila Afghani, seit Februar 2019 neue Direktorin unserer Partnerorganisation Medica Afghanistan, setzt sich als Frauenrechtsaktivistin und Menschenrechtverteidigerin bereits seit 20 Jahren für Frauen und Mädchen in Afghanistan ein. "Wir versuchen Frauen zu stärken. Sie sollten ihre Rechte kennen und ein glückliches, würdiges Leben führen." so Afghani.

Unter anderem gründete sie die Noor Educational and Capacity Development Organization die sich neben Einkommensprojekten und Advocacy-Arbeit insbesondere für die Bildung von Frauen stark macht. "Bildung spielt in der islamischen Religion eine wichtige Rolle. Und heute befinden wir uns in einer Situation, in der es uns nicht erlaubt ist, zur Schule zu gehen. Doch der Heilige Prophet weist uns an, sogar nach China zu reisen, um Wissen zu erlangen." Mehr als 50,000 Frauen profitierten bereits von ihren Ausbildungs- und Empowerment-Angeboten. "Ich weiß, es ist noch ein langer Weg. Ich habe noch viel zu tun. Wir sind menschliche Wesen und das ist unsere Verantwortung: zu kämpfen."


Copyright: Aurora Humanitarian Initiative

Link-Medium

News zum Evaluationsbericht: Mehrwert gut geschulter Gesundheitsfachkräfte sichtbarer machen
Medica Afghanistan muss den Mehrwert der durchgeführten internationalen Gesundheitsfachkräftetrainings (THTP) deutlicher herausstellen, um positiven Einfluss stärker zu verbreiten.


Mit der Schulung von Gesundheitsfachkräften, mehr Trainerinnen zur Verbreitung des stress- und traumasensiblen Ansatzes – STA® von medica mondiale und kontinuierlicher Einflussnahme auf politische EntscheidungsträgerInnen will Medica Afghanistan gewaltüberlebenden Afghaninnen bessere Gesundheitsversorgung ermöglichen.
Nach der ersten Projektphase des hierzu durchgeführten Trainingsprogramms THTP (Transnational Health Training Programme, 2015-2018) in den Provinzen Balkh, Herat und Kabul zeigten sich bereits erste Erfolge in der Beratung.

Link-Medium
spenden
schließen