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Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

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Am 30.11.2015 veranstaltete medica mondiale den Fachtag „Langzeitfolgen von Kriegsvergewaltigungen: Herausforderungen für Gesellschaft, Politik und Fachwelt“ in Berlin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ergebnisse der Studie „We
are still alive“ zu Langzeitfolgen von Kriegsvergewaltigungen und zu
Bewältigungsstrategien von Überlebenden in Bosnien und Herzegowina.

Gewalt an Frauen wirkt über Jahrzehnte fort

In der von medica mondiale, gemeinsam mit ihrer bosnischen
Partnerorganisation Medica Zenica, durchgeführten Untersuchung zeigt
sich: Die erfahrene Gewalt wirkt auch nach 20 Jahren noch fort.

Auch eine Studie der Universität Greifswald mit Frauen, die am Ende
des Zweiten Weltkriegs von alliierten Soldaten vergewaltigt wurden,
weist darauf hin, dass die Hälfte der heute alten bis hochaltrigen
Frauen noch immer unter Traumafolgereaktionen leiden.

Ziel des Fachtags: Sensibilisierung für Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt

Ziel des Fachtages war es, ExpertInnen aus dem Gesundheits- und
Sozialbereich, der Flüchtlingspolitik, Humanitären Hilfe und
Entwicklungszusammenarbeit für die Langzeitfolgen von sexualisierter
Gewalt zu sensibilisieren und mit ihnen über Handlungsempfehlungen zu
diskutieren.

Darüber hinaus erhielten die TeilnehmerInnen in Workshops die
Möglichkeit, verschiedene fachliche Unterstützungsansätze wie den
ganzheitlichen, stress- und trauma-sensiblen Ansatz von medica mondiale
oder Beratungs- und Therapiekonzepte für alte und hochaltrige Frauen
kennenzulernen.

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Am 11. Oktober veranstaltete die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) in Mainz ihren Perspektivkongress 2015. Rund 500 TeilnehmerInnen berieten über die künftige programmatische Ausrichtung der Partei. Auch Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, nahm als unabhängige Expertin an der Veranstaltung teil und diskutierte unter anderem mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier über deutsche Außenpolitik. "Frieden braucht Gerechtigkeit für Männer und für Frauen!" - so die Kernaussage von Monika Hauser.

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Seit über 20 Jahren unterstützt medica mondiale Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten, die sexualisierte Gewalt überlebt haben. Auch nach Ende der Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen endet die Gewalt für Frauen und Mädchen meist nicht - im Nachkriegskontext erleiden sie oft vermehrt häusliche Gewalt. Dies stellt für Frauen im schlimmsten Fall eine Art Kriegssituation in den eigenen vier Wänden dar.

Unterstützung bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen

Mit einer trauma-sensiblen Grundhaltung nehmen wir die Situation von Frauen ganzheitlich in den Blick und suchen nach individuellen und gesamtgesellschaftlichen Lösungsansätzen. Wir wollen Frauen und Mädchen dazu befähigen, ihre stark belastenden und zum Teil traumatischen Gewalterfahrungen zu bewältigen und sie darin unterstützen, Strategien zu entwickeln, die erneute Gewalt verhindern.

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Auf der Flucht erleben viele Frauen und Mädchen sexualisierte Gewalt durch Schlepper, Mitflüchtende oder lokale Ordnungskräfte. Angekommen in den überfüllten Flüchtlingsunterkünften setzt sich die Gewalt oft fort in Form von Übergriffen oder Zwangsprostitution.
Ein Gefühl der Sicherheit (zurück-)gewinnen
Das Erlebte kann für die Frauen lang anhaltende soziale, psychische und körperliche Folgen haben. Um die traumatischen Erfahrungen verarbeiten zu können, ist es für die Überlebenden essentiell, dass sie sich stabilisieren und ein Gefühl der Sicherheit (zurück-)gewinnen können. Hierzu können auch engagierte HelferInnen im Kontakt mit Geflohenen beitragen, beispielsweise indem Sie auf die Kraft ihres Gegenübers vertrauen. Wichtig ist auch, dass Sie als Ehrenamtliche sich nicht überfordern.

Gemeinsam Stärken und Grenzen erkennen
Mit den folgenden 11 Tipps – die auch im Umgang mit geflohenen Männern gelten – möchten wir Menschen in der Arbeit mit Zufluchtsuchenden unterstützen und dazu beitragen, dass Stärken und Grenzen – auf beiden Seiten – erkannt und gewahrt werden.

  1. Vertrauen Sie der Stärke Ihres Gegenübers. Auch wenn die Frauen traumatische Erfahrungen gemacht haben: Die meisten werden die Folgen des Erlebten aus eigener Kraft überwinden können.

  2. Unterstützen Sie Ihr Gegenüber, diese Stärke auch wahrzunehmen. Fragen Sie die Frau, was ihr in der Vergangenheit gut getan hat. Fragen Sie nach positiven Erinnerungen, nach Zielen und Träumen. Auch wenn die Frau jetzt mit Gefühlen der Hilflosigkeit konfrontiert ist, verfügt sie über viele Kompetenzen.

  3. Vertrauen Sie auf das Bauchgefühl, das Sie auch im Umgang mit anderen Mitmenschen nutzen. Ihre natürliche Empathie ist Ihr Kompass.

  4. Fragen Sie nach, sobald Sie sich unsicher sind, ob Ihr Verhalten angemessen ist. Wenn nicht mit Worten, dann mit einem fragenden Blick oder einer kleinen Skizze.

  5. Für Männer: Suchen Sie keinen Körperkontakt. Für Frauen: Bieten Sie Körperkontakt, zum Beispiel eine Berührung am Arm, nur sehr zurückhaltend an. Achten Sie auf Signale Ihres Gegenübers wie Gesten, um abzuschätzen, ob die Berührung erwünscht ist.

  6. Erklären Sie Ihre Rolle innerhalb des Helfersystems sowie Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung, zum Beispiel, wann Sie wie erreichbar sind und wer Sie vertritt.

  7. Fragen Sie nicht neugierig nach vergangenen Erlebnissen wie Flucht oder dem Krieg. Wenn die Frau signalisiert, erzählen zu wollen, hören Sie aufmerksam zu, aber wahren Sie Grenzen (siehe 8).

  8. Suchen Sie einen Weg das Gespräch umzuleiten, wenn Sie oder Ihr Gegenüber Reaktionen zeigen wie Schwitzen, Zittern, Atembeschwerden, Taubheitsgefühle oder eingeschränkte Wahrnehmung von Zeit und Umgebung. Bieten Sie ein Glas Wasser an, fragen Sie die Frau, ob sie gerne frische Luft hätte und sagen Sie ihr, wie stark es ist, dass sie so schwere Dinge überlebt hat.

  9. Seien Sie geduldig. Stress- und Traumareaktionen können sich in Konzentrationsschwäche äußern. Ärgern Sie sich nicht, wenn Ihre Erklärungen oder Hinweise nicht umgesetzt oder vergessen wurden.

  10. Wahren Sie vor (männlichen) Familienmitgliedern die Intimsphäre der Frau und stellen Sie keine Fragen, die ihre Würde als Frau verletzen oder Schamgefühle berühren könnten.

  11. Überfordern Sie sich nicht. Achten Sie auf die Signale ihres Körpers, machen Sie Pause vom Helfen und sorgen Sie für Abwechslung in Ihrem Leben - denn Ihre Hilfe wird langfristig gebraucht.

    Jetzt zum Herunterladen:
    Unsere Checkliste mit den wichtigsten Tipps für die Arbeit mit Geflüchteten. Die Übernahme, Nutzung und Verbreitung ist bei Kennzeichnung der Urheberschaft gestattet. Um eine kurze Info wird gebeten.
    Copyright: Maria Zemp/medica mondiale

     

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Fünf Jahre Krieg in Syrien und der Terror des IS haben rund 14 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Die Heimat und die soziale Ordnung sind zerstört, viele Familien zerrissen. Krieg, Vertreibung und Flucht begünstigen Übergriffe gegen Frauen. Vor allem die Islamisten des IS setzen geschlechtsspezifische Gewalt als Waffe ein.

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