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überlebenden Frauen im Kosovo
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Neues Hilfsangebot im Kosovo: "Frauen können handeln"

Die Einführung der Rente für Überlebende bietet den Frauen im Kosovo jetzt eine einzigartige Chance!

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Medica Gjakova will 3.000 Frauen bei der Antragstellung für die Rente zur Seite stehen.

Medica Gjakova hat vor, die Einführung der Rente mit einer großen Aufklärungskampagne zu begleiten.

Medica Gjakova plant, 1.600 Frauen und Mädchen durch psychosoziale Beratung, Rechtshilfe und Gesundheitsversorgung zu stärken.

Mit 50 Euro ermöglichen Sie einer vergewaltigten Frau einen Monat lang psychosoziale Einzelberatungen.

Mit 142,50 Euro unterstützen Sie das Projekt „Frauen können handeln" und verhelfen Betroffenen zu ihrem Recht auf Entschädigung.

Mit 300 Euro finanzieren Sie für zehn Frauen, die sexualisierte Gewalt überlebt haben, eine notwendige gynäkologische Untersuchung.

Das Unterstützungsangebot „Frauen können handeln“ für Frauen und Mädchen, die Vergewaltigungen oder andere sexualisierte Gewalt erfahren haben, kann nur mit Spenden gesichert werden.

Bis Ende 2020 läuft unser neues Vorhaben, für das wir 142.500 Euro benötigen. 

Wenn tausend Menschen jeweils 142,50 Euro beisteuern, haben wir dieses Ziel erreicht.

Sind Sie dabei?

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Ihr Spenden-Service

„Mein Kopf blutet, mein Körper blutet“

Sofije T. denkt bis heute, dass sie eigentlich gar nicht verheiratet ist, weil sie damals kein Brautkleid trug. Damals, das war im Kosovokrieg. Ihr Vater verheiratete sie, als sie 14 Jahre alt war, in der Hoffnung, ihr Ehemann könne sie schützen.

Doch als die 30 Soldaten kamen, war Sofije mit ihrer Schwiegermutter alleine zu Hause. Vier der Männer vergewaltigten sie. „Mein Kopf blutet, mein Körper blutet“, erwidert Sofije auf die Frage, wie es ihr geht. Die Täter schnitten ihr mit Messern in die Beine. Ein Loch an ihrem Hinterkopf zeugt vom Schlag mit einem Gewehrkolben.

„Es gibt einen Ort, um meinen Schmerz zu teilen"

Erst 15 Jahre später erfährt Sofije von Medica Gjakova. Gynäkologinnen und Beraterinnen suchen mehrmals im Monat die Dörfer rund um die Stadt auf. Sofije besuchte eines dieser Treffen: „Ich habe begriffen, dass es einen Ort gibt, um meinen Schmerz zu teilen und wo alles vertraulich behandelt wird.“

Es dauerte sechs Monate, bis die 34-Jährige bereit war, über das Erlebte zu sprechen – zunächst in Einzelterminen, später in einer der Gruppen von Medica Gjakova. „Wir treffen uns alle zwei Wochen und oft kann ich es kaum erwarten“, sagt sie heute.

Medica Gjakova kämpft gegen das Tabu

Bereits kurz nach Ende des Kosovokrieges eröffnete medica mondiale ein interdisziplinäres Frauenberatungszentrum im Südwesten des Landes. Seit der Gründung von Medica Gjakova im Jahr 2011 konnten die Mitarbeiterinnen mit ihren Aktivitäten bereits 2.000 Frauen erreichen. Doch bei geschätzt 20.000 Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt im Kosovo bleibt der Bedarf an Unterstützung groß.

Produktion von Handyhüllen für ein selbstbestimmtes Leben

Zu den Angeboten von Medica Gjakova zählen psychosoziale Beratung und gynäkologische Sprechstunden. Den Aufbau und die Begleitung von Selbsthilfegruppen ergänzt Medica Gjakova durch Aufklärung und Lobbyarbeit. Nachhaltige Maßnahmen schaffen für bedürftige Frauen eine wirtschaftliche Existenz, wie mit der eigens gegründeten landwirtschaftlichen Frauenkooperative „Duart e Dardanes“. Seit kurzem werden dort auch Textilprodukte wie Handyhüllen von den Frauen gefertigt und verkauft.

Ihre Spende – Ihr Beitrag

Bitte engagieren Sie sich mit Ihrer Spende für Frauen im Kosovo und weltweit. Wir kämpfen dafür, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen endlich ein Ende hat und brauchen Ihre solidarische Unterstützung.

Jeder Euro, jede Spende ist ein Baustein für die Zukunft.
Vielen Dank!

HINWEIS: Sollten für das vorgestellte Projekt mehr Spenden eingehen als benötigt, kommt Ihre Spende dem weltweiten Einsatz von medica mondiale zugute.

Hintergrundinformation: Der Kosovo 19 Jahre nach dem Krieg

Langzeitfolgen des Krieges

Im ärmsten Land Europas lebt ein Drittel der Menschen von weniger als 1,50 Euro am Tag. Trotz internationaler Unterstützung ist die Situation im Kosovo schwierig und geprägt durch hohe Arbeitslosigkeit. Große Teile der Bevölkerung leiden unter den Langzeitfolgen des Krieges. Dazu zählen körperliche und seelische Beeinträchtigungen bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen. Eine ernsthafte Aufarbeitung des Krieges und seiner Folgen findet bis heute kaum statt.

Frauen: gleiche Rechte nur auf dem Papier

Die Verfassung Kosovos garantiert Frauen gleiche Rechte wie Männern. Doch in dem patriarchal geprägten Land entscheiden nach wie vor die Männer – vor allem auf dem Land. Frauen werden benachteiligt, ihr Bildungsstand ist niedrig, das Recht auf Besitz wird ihnen oft verwehrt. Ein Erfolg der wenigen Frauenorganisationen ist darum umso bedeutender: Im Februar 2018 wurde im Kosovo nach langen Verhandlungen eine Rente für Opfer sexualisierter Kriegsgewalt eingeführt.

Kriegsvergewaltigungen bleiben gesellschaftliches Tabu

Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt werden in der kosovarischen Gesellschaft bis heute diskriminiert und für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht. Sie und ihre Familien gelten als entehrt. Aus Angst vor sozialer Isolation und Ächtung sprechen Frauen selten über ihre traumatischen Erfahrungen und fordern ihr Recht auf juristische Aufarbeitung, finanzielle Entschädigung und gesellschaftliche Anerkennung kaum ein.

Ihre Spende kommt den Frauen im Kosovo und unserem weltweiten Einsatz gegen Gewalt zugute. Vielen Dank!

Wir verpflichten uns den Anforderungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und dem VENRO-Kodex (Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen). Im Rahmen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft legt medica mondiale zentrale Zahlen und Fakten offen.

In unseren Spenden-FAQ finden Sie außerdem einen Überblick über häufig gestellte Fragen rund um das Thema Spenden an medica mondiale. Dort erfahren Sie beispielsweise, wie Sie Ihre Spende an uns von der Steuer absetzen können, da wir als gemeinnützig anerkannt sind.