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05. März 2018

Fünf Regisseurinnen gegen Gewalt an Frauen

Am Weltfrauentag 2018 veröffentlicht medica mondiale fünf Kurzfilme, die auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam machen. Fünf junge Regisseurinnen der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) haben sich zwei Semester lang künstlerisch mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinandergesetzt. Herausgekommen sind fünf unverwechselbare Filme, die die Debatte um Gleichberechtigung und sexualisierte Gewalt um starke Bilder bereichern.

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Die Filme entstanden vor #metoo

Die Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) begann lange bevor die #metoo Kampagne die öffentliche Diskussion über sexuelle Belästigung und Übergriffe anheizte. Bereits seit April 2017 beschäftigten sich die Nachwuchsregisseurinnen mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und der Arbeit von medica mondiale.

Im Seminar „Social Spots“ erarbeiteten sie Konzepte und Drehbücher, die verschiedene Aspekte und Dimensionen der Diskriminierung von Frauen und Gleichberechtigung beleuchten. Der Film von Hannah-Lisa Paul („Dienstag Abend“) macht zum Beispiel sehr konkret auf häusliche Gewalt aufmerksam: „Ich zeige in meinem Film die perfekte Familie. Denn auch dort gibt es häusliche Gewalt. Das ist kein Phänomen von sozial benachteiligten oder geflüchteten Familien“.

Das Thema Gewalt gegen Frauen künstlerisch aufarbeiten

Der Zugang zum Thema Gewalt gegen Frauen fiel den Regisseurinnen leicht, die Arbeit an dem Thema nicht immer:

„Wir hatten den Anspruch, dass die Filme nicht retraumatisierend wirken sollten, sondern Frauen und Männer empowern sich für Gleichberechtigung einzusetzen.“, erklärt Sophie Dettmar, die mit ihrem Film „Kraft“ die Geschichte einer Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt visualisiert.

 

„Es war eine große Herausforderung dieses schwere Thema künstlerisch zu bearbeiten“, beschreibt Agustina Sanchez Gavier. Ihr Film „Tu Lugar“ zeigt metaphorisch, wie sich Männer in der Gesellschaft, manchmal auch unbewusst, Räume einnehmen und sich breitmachen.

Eigene Erfahrungen waren Motor für die Arbeit an den Filmen

„Wir haben uns auf das Seminar gefreut, das Thema betrifft uns selber. Unser Alltag, die Erfahrungen mit Sexismus und Belästigung, die wir oder FreundInnen erlebt haben, waren auch der Motor diese Filme zu machen“, erklärt Jelena Ilic, Regisseurin des Films „Für Frauen“.

Die Regisseurinnen waren vorher schon am Thema Feminismus interessiert: „Gleichberechtigung ist auch an unserer Hochschule ein Thema. Die Beschäftigung mit der Arbeit von medica mondiale, das Fachwissen über sexualisierte Gewalt hat uns weiter sensibilisiert. Das nehmen wir aus dem Projekt mit.“, sagt Regisseurin Luka Lara Steffen („Safe Space“).

Aufwendige Dreharbeiten - verblüffende Ergebnisse

Entsprechend motiviert gingen die jungen Filmemacherinnen an die mitunter sehr aufwendigen Dreharbeiten. Für die Aufnahmen im Kulturbunker in Köln etwa trommelte die Regisseurin 100 Statistinnen zusammen, für eine Unterwasserszene wurde das Vorführbecken im Schwimmbad der Spothochschule Köln gemietet.

Der Aufwand hat sich gelohnt: Es sind bewegende Filme, die verblüffen und nachdenklich machen. Jedes Jahr findet das Seminar „Social Spots“ an der KHM in Kooperation mit einer anderen gemeinnützigen Organisation statt.

Unter der Leitung von Lars Büchel, Jens Schillmöller und Gerrit Lucas entstehen fünf bis sechs Kurzfilme. Dieses Jahr für medica mondiale. Vielen Dank an die Regisseurinnen, ihre Filmteams und die KHM.

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