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05. März 2018

Fünf Kurzfilme gegen Gewalt an Frauen

Pressemitteilung: Köln, 5. März 2018. Zum Weltfrauentag am 8. März veröffentlicht die Frauenrechtsorganisation medica mondiale fünf Kurzfilme gegen Gewalt an Frauen. Die Arbeiten entstanden im Rahmen einer Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). „Jede vierte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt“, weiß Sybille Fezer, geschäftsführende Vorstandsfrau bei medica mondiale. „Die Spots tragen dazu bei, das öffentlich zu machen – in einem Moment, in dem die MeToo-Debatte auch in Deutschland endlich angekommen ist.“

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Entstanden sind die Arbeiten im Werbefilmseminar unter Leitung von Lars Büchel, Professor für Spielfilm und Werbefilm an der KHM: "Das sehr aufwühlende Thema der sexualisierten Gewalt gegen Frauen haben fünf Studentinnen der KHM berührend und mitfühlend auf höchst unter-schiedliche Art und Weise inszeniert. Sie dabei zu begleiten war eine große Freude“.

In ihren Filmen setzen sich Sophie Dettmar, Jelena Ilic, Hannah-Lisa Paul, Luka Lara Charlotte Steffen und Augustina Sanchez Gavier mit Themen wie Scham und Solidarität, aber auch mit den Tätern auseinander. Wie reagiert die Polizei, wenn ich eine Vergewaltigung anzeige? Wie verarbeite ich das Erlebte? Wie setze ich mich zur Wehr? 

Sybille Fezer ist beeindruckt, wie engagiert sich die fünf jungen Regisseurinnen in das Thema eingearbeitet und welche künstlerischen Formen sie für die Umsetzung gewählt haben. Gewalt gegen Frauen werde nach wie vor bagatellisiert und die Schuld eher den Frauen zugeschoben als den Tätern. „Die Filme zeigen die Kraft der Frauen und machen sie nicht erneut zu Opfern. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit.“

medica mondiale unterstützt seit 25 Jahren Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten, die sexualisierte Gewalt überlebt haben. Das geschieht durch gynäkologische, psychosoziale und rechtliche Unterstützung sowie Programme zur Existenzsicherung und politische Menschenrechtsarbeit. Gefördert werden Frauenorganisationen in Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Burundi, der DR Kongo, im Kosovo, in Liberia, im Nordirak, in Ruanda, Uganda und dem Westbalkan. 2008 wurde die Gründerin der Organisationen, Monika Hauser, mit dem Right Livelihood Award, dem so genannten Alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet.

 Übersicht:

"Kraft" (01:30 Min.) von Sophie Dettmar (Regie und Buch) und Chantal Bergemann (Bildgestaltung) Eine Metapher für die herausragende Kraft überlebender Frauen von sexualisierter Gewalt.

„Dienstag Abend“ (02:00 Min.) von Hannah-Lisa Paul (Regie und Buch) und Kaspar Achenbach (Bildgestaltung) Ein Abendessen zuhause. Jule ist satt und möchte aufstehen. Ihr Mutter Tina beharrt auf das gemeinsame Essen und Beisammensein am Tisch.

"Für Frauen" (01:25 Min.) von Jelena Ilic (Regie und Buch) & Philipp Künzli (Bildgestaltung) Was steht hinter den nüchternen Zahlen einer Statistik über sexualisierte Gewalt? Der Spot zeigt Gesichter und Haltungen.

"Safe Space" (01:52 Min.) von Luka Lara Charlotte Steffen (Regie und Buch) und Chantal Bergemann (Bildgestaltung) Es geht um vier Freundinnen, die solidarisch füreinander da sind.

"Tu lugar" ("Dein Raum") (50 Sek.) von Agustina Sanchez Gavier (Regie und Buch) und Martin Paret (Bildgestaltung) Ermächtigung. Raumverlust. Atemnot. Metapher und Interpretation eines gesellschaftlichen Problems.