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18. April 2018

„Wer Frauenrechte fördert, fördert die ganze Gesellschaft“

Pressemitteilung: Köln, 19. April 2018. Seit 1993 unterstützt medica mondiale Frauen und Mädchen, die sexualisierte Kriegsgewalt erlebt haben. Die Kölner Frauenrechtsorganisation hat in den vergangenen 25 Jahren über 150.000 Betroffene unterstützt und das Thema Kriegsgewalt erfolgreich auf die politische Agenda gesetzt. „Monika Hauser – ein Porträt“, der Dokumentarfilm über die Gründerin von medica mondiale, läuft am 26. April in Köln und startet am 3. Mai bundesweit in den Kinos.

Mut, Solidarität und Verantwortungsgefühl – das waren die Antriebskräfte der angehenden Frauenärztin Monika Hauser, als sie Ende 1992 ins Kriegsgebiet nach Bosnien fuhr. Wenige Monate später, im Frühjahr 1993, eröffnete sie dort in der Stadt Zenica das erste Therapiezentrum für vergewaltigte Frauen und Mädchen. Gemeinsam mit einheimischen Fachfrauen wollte sie dem Grauen des Krieges etwas entgegensetzen: eine empathische, ganzheitliche und traumasensible Unterstützung für die Betroffenen.

„Damals bin ich einem inneren Antrieb gefolgt, obwohl mein Vorhaben unmöglich schien. Ich wollte etwas aufbauen, was es bislang nicht gab. Diese Mischung aus Pionierinnengeist und solidarischer Haltung prägt nach wie vor unsere Arbeit“, erklärt Monika Hauser zum 25-jährigen Bestehen der von ihr gegründeten Organisation medica mondiale. Ein solches Projekt ins Leben zu rufen und ganz neue Ansätze zu entwickeln, das schaffe keine alleine. Kraft zieht Hauser aus der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Aktivistinnen in Köln und weltweit: „Sich mit anderen zu verbinden und zu verbünden – nur so kommen wir voran.“

„Unser lautstarker Einsatz für Frauenrechte hat dazu geführt, dass das Thema sexualisierte Gewalt auf die politische Agenda kam und dort auch blieb“, erläutert Monika Hauser. Ein Beispiel dafür sei die Resolution 1325 „Frauen, Frieden, Sicherheit“ der Vereinten Nationen. Von deutschen PolitikerInnen erwartet die Aktivistin klare Worte und Taten gegen Kriege und Waffenexporte sowie deutlich mehr Ressourcen für eine auf zivile Krisenprävention ausgerichtete Außen- und Sicherheitspolitik. Denn: „Wer Frauenrechte fördert, fördert die ganze Gesellschaft.“

Gemeinsam mit über 30 Partnerorganisationen weltweit unterstützt medica mondiale Frauen und Mädchen, die vergewaltigt, gefoltert, verschleppt und versklavt wurden. Diese Arbeit unter oft schwierigsten Bedingungen leisten die Mitarbeiterinnen selbst gegründeter und mittlerweile eigenständiger Partnerinnen in Afghanistan, Albanien, Bosnien und Herzegowina, im Kosovo und in Liberia sowie lokale Organisationen wie beispielweise in Ruanda oder der Demokratischen Republik Kongo. Möglich machen diesen Einsatz rund 63.000 Menschen, die medica mondiale seit 1993 mit Spenden und Solidaritätsaktionen zur Seite stehen. 

 

Das PDF „25 Jahre medica mondiale – eine Bilanz“ stellt weitere Informationen und Meilensteine unserer Arbeit vor. Außerdem bieten wir Interviews mit Expertinnen von medica mondiale an.

Pressefotos

Weitere Informationen zu 25 Jahren medica mondiale

 

Dokumentarfilm „Monika Hauser – ein Porträt“

Am 26. April 2018 zeigt das Internationale Frauenfilmfestival in Kooperation mit medica mondiale den Dokumentarfilm „Monika Hauser – ein Porträt“. Der Film, der ab dem 3. Mai ins Kino kommt, erzählt aus der Entstehungsgeschichte der Frauenrechtsorganisation und begleitet die Gründerin auf verschiedenen Stationen im Kampf gegen sexualisierte Kriegsgewalt.

Ort: Filmforum NRW e.V. im Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln
Zeit: 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr
Mit: Monika Hauser und den Regisseurinnen Evi Oberkofler und Edith Eisenstecken
Eintritt: VVK: 7 Euro, AK: 8 Euro Der Film kommt am 3. Mai 2018 bundesweit in die Kinos.

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