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03. Juni 2021

Vulkanausbruch in der DR Kongo: Partnerorganisation PAIF betroffen

Nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo sind rund 400.000 Menschen auf der Flucht. Viele verloren ihr Hab und Gut, etliche werden nach wie vor vermisst. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Auch unsere Partnerinnen von PAIF sind stark betroffen.

Auch über eine Woche nach dem Ausbruch des Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Der Vulkan war am 22. Mai ausgebrochen, Lavaströme flossen in Richtung der Großstadt Goma. Drei Dörfer und ein Vorort von Goma wurden durch die Lava zerstört. Rund 400.000 der zwei Millionen Einwohner:innen der Stadt mussten ihre Häuser fluchtartig verlassen. 20.000 Menschen sind obdachlos geworden, noch immer werden Menschen vermisst. In der Panik wurden etliche Kinder von ihren Familien getrennt. Zum Glück stoppte die Lava kurz vor der Stadt, die so einer noch größeren Katastrophe knapp entgehen konnte.

Erneuter Ausbruch könnte bevorstehen

Doch möglicherweise steht ein erneuter Ausbruch des Vulkans bevor, darauf deuten wissenschaftliche Daten hin. Außerdem besteht die Gefahr, dass giftige Dämpfe freigesetzt werden, sollte heiße Lava den Grund des Kivu-Sees erreichen, an dem die Stadt liegt. Die Behörden ordneten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine Evakuierung von zehn der 18 Stadtteile Gomas an und raten den Anwohner:innen weiterhin nicht dazu zurückzukehren. Doch die aufnehmenden Städte und Dörfer sind mit der Zahl ankommender Menschen überfordert. Medizinische und humanitäre Versorgung gibt es an den wenigsten Orten. Die Geflüchteten sind auf sich allein gestellt, wann sie zurück nach Goma können, weiß niemand.

Partnerinnen von PAIF konnten sich in Sicherheit bringen - Stromversorgung zusammengebrochen und Medikamente knapp

Auch das in Goma gelegene Büro unserer Partnerinnen von PAIF ist derzeit nicht zugänglich. Die Mitarbeiterinnen und Klientinnen mitsamt Familien konnten sich zunächst außerhalb der Stadt in Sicherheit bringen, unter anderem auch in zwei ihrer Trainingszentren für Schulausbildungen. Zahlreiche andere Menschen hatten dort ebenfalls Zuflucht gefunden. Derzeit sind viele auf der Weiterreise zu Familie oder Bekannten in der Region. Aufgrund des Vulkanausbruchs und anhaltender, heftiger Erdbeben ist die Infrastruktur komplett zusammengebrochen. Es gibt keinen Strom, Geschäfte und Banken sind geschlossen. Dringend benötigte Medikamente gehen zur Neige. Außerdem werden weitere Materialien für die medizinische Erstversorgung der Klientinnen und ihrer Familien benötigt. In der ganzen Region rund um Goma haben Klientinnen wegen des Vulkanausbruchs ihr Hab und Gut verloren. Viele sind in kleinere, umliegende Städte geflüchtet, wo die Aufnahmebedingungen katastrophal sind. Sie leiden dort gemeinsam mit vielen tausend weiteren Geflüchteten unter schlechten Hygienebedingungen, Nahrungsmittelmangel und fehlendem Trinkwasser. Für Schwangere und Menschen mit Handicap ist diese Situation fatal. Unsere Partnerinnen brauchen jetzt dringend Unterstützung.

Weitere Unterstützung wird benötigt

Wir haben erste Mittel bereits auf den Weg gebracht. Da aber nicht abzusehen ist, ob und wann sich die Lage in der Region wieder beruhigt, gehen wir davon aus, dass unsere Partnerinnen in der nahen Zukunft weitere Unterstützung benötigen werden, um sich und ihre Klientinnen versorgen zu können.

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