Zurück zur Übersicht
25. Mai 2021

Kooperation mit Paula e. V. – Unterstützung für Frauen 60+

Seit Februar 2021 kooperiert medica mondiale mit der ebenfalls in Köln ansässigen Frauenberatungsstelle Paula e. V. Die neue Kooperationspartnerin ist eine Beratungsstelle speziell für Frauen ab 60 Jahren, die belastende Ereignisse bis hin zu traumatischer Gewalt erlebt haben.

Die Beratungsangebote richten sich an die betroffenen Frauen selbst, aber auch an Angehörige und Fachkräfte. Von Februar 2021 bis Anfang 2024 wird Paula e.V. im Rahmen eines von der deutschen Fernsehlotterie geförderten Projekts niedrigschwellige, aufsuchende Trauma-Fachberatungsangeboten im Raum Köln anbieten. Martina Böhmer, Leiterin der Beratungsstelle: “Für Paula e. V. ist die Kooperation mit medica mondiale wunderbar, weil die Arbeit der Beratungsstelle damit neue Fahrt aufnimmt und auch zu ratsuchenden Frauen nach Hause kommt.”

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird medica mondiale ihre Expertise zu transgenerationaler Traumatisierung einbringen. Paula e. V. trägt mit jahrelangen Erfahrungen und Fachwissen zu gewaltbetroffenen alten Frauen zum Gelingen des Projekts bei. Geplant sind neben fachlichem Austausch auch praktische Handreichungen für Angehörige und Mitarbeitende im Gesundheitswesen sowie die Entwicklung eines Videos zum Thema.

 

Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt im Alter: Das Leid anerkennen

Das Ziel von der Kooperation ist, die Fach- sowie die allgemeine Öffentlichkeit für die Langzeitfolgen von sexualisierter Gewalt und transgenerationale Traumatisierung zu sensibilisieren. Diese Gewalterlebnisse beeinträchtigen ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden noch heute. Zu den Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt und damit verbundenen traumatischen Erlebnissen gehören beispielsweise Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck, Depressionen, Verwirrtheit und Ängste. Das Thema wird mit dem Älterwerden der Gewaltbetroffenen umso dringender, wirft jedoch noch viele Fragen auf: Woran können Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt, woran transgenerationale Weitergabe erkannt werden? Was kann, was sollte getan werden? Wie können Angehörige traumasensibel unterstützen? Was bedeutet dies für die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen? Paula e.V. bietet dazu fachliche Unterstützung an. medica mondiale unterstützt die Beratungsstelle durch Öffentlichkeitsarbeit dabei, die neuen aufsuchenden Beratungsangebote bekannt zu machen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, auf die heutige Situation und das zugefügte Leid der von sexualisierter Gewalt Betroffenen und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Ihr Leid soll anerkannt und gewürdigt, Auswege aufgezeigt werden. Darüber hinaus geht es darum, dass insbesondere die Betroffenen selbst und deren Angehörige und Begleitende Zugang zu Unterstützungsangeboten erhalten. Weitere Informationen zu den vielfältigen Aktivitäten und Themen von Paula e.V. stehen auf der Website der Frauenberatungsstelle zur Verfügung.