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30. Juli 2020

Thursdays in Black

Jeden Donnerstag, wenn die Aktivistin Carol Bowah in Liberia zur Arbeit fährt, ist eins sicher: Sie ist von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet. Und damit ist sie nicht alleine. Weltweit tragen Menschen jeden Donnerstag schwarze Kleidung, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Mit der Kampagne „Thursdays in Black“ (Donnerstags in Schwarz) machen zahlreiche Aktivistinnen auf sexualisierte Gewalt aufmerksam.

Schwarz gekleidete Frauen

Die Bewegung Thursdays in Black hat ihren Ursprung beim Ökumenischen Rat der Kirchen. Das ist ein Zusammenschluss von Kirchen aus 120 verschiedenen Ländern. Allerdings ist die Kampagne angelehnt an zahlreiche vorherige Proteste und Aktionen von Frauen gegen Gewalt. Unter anderem ist Thursdays in Black von Gruppen schwarz gekleideter Frauen aus Ruanda und Bosnien inspiriert.

Völkermord in Ruanda und Bosnien

Nach den Völkermorden in Ruanda und Bosnien lehnten sich Frauen gegen die Verwendung von Vergewaltigung als Kriegswaffe auf und wollten durch ihre Kleidung ihren Protest zum Ausdruck bringen. Mittlerweile ist Thursdays in Black zu einer globalen Bewegung geworden und Menschen in Südafrika, Neuseeland und auch in Indien kleiden sich donnerstags schwarz, um ein sichtbares Zeichen der Solidarität zu setzen.

Eine Welt ohne sexualisierte Gewalt

Die Farbe Schwarz steht bei der Bewegung zum einen für die Trauer über sexualisierte Gewalt aber vor allem für den Widerstand. Die Aktivistinnen fordern eine Welt ohne Vergewaltigung und Gewalt. Das ist auch das Motto von Thursdays in Black: „Towards a world without rape and violence“.

Donnerstags in Schwarz

Bereits seit zwei Jahren beteiligt sich Medica Liberia an der Öffentlichkeitskampagne Thursdays in Black. Jeden Donnerstag erscheinen die Direktorin Carol Bowah sowie alle Mitarbeitenden von Medica Liberia in schwarzer Kleidung im Büro. Unabhängig davon, ob ein Besuch im Frauenhaus oder ein Meeting im Ministerium ansteht. Begleitend erstellen Aktivistinnen Fotos und veröffentlichen Beiträge mit den Hashtags #ThursdaysinBlack und #FixtheSystem in den sozialen Medien. Doch am wichtigsten sind die öffentlichen Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen, zu denen Medica Liberia und andere Organisationen und Institutionen, wie die Lutherische Kirche, aufrufen.

Autorin: Karolina Plewniak, Online-Referentin bei medica mondiale

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