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27. September 2021

Nach der Wahl: Frauenrechtsthemen in die Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen!

Am 26.09. wurde der 20. Deutsche Bundestag gewählt, in den kommenden Wochen wird eine neue Regierung gebildet. Wir benennen jetzt wichtige frauenpolitische Handlungsfelder, die in den kommenden Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen von Parteien und Politiker:innen berücksichtigt und als Priorität aufgegriffen werden sollten. Denn für uns steht fest: Frauenrechte müssen zu einem zentralen Anliegen der kommenden Legislaturperiode gemacht werden!

medica mondiale fordert feministische Antworten auf sexualisierte Gewalt und Unterstützung für Frauenrechtsaktivist:innen:

Frauenrechte verteidigen – in der Krise und darüber hinaus!

Wie uns die Corona-Pandemie ebenso wie die aktuellen Entwicklungen in Afghanistan vor Augen führen, verstärken Krisen bestehende Ungleichheiten und insbesondere die Benachteiligung von Frauen. Diese geschlechtsspezifischen Auswirkungen müssen deshalb bei allen politischen Maßnahmen berücksichtigt und Frauen in die Erarbeitung von Lösungsansätzen gleichberechtigt einbezogen werden.

Geschlechtsspezifische Gewalt in Sondierungsgesprächen auf die Agenda setzen!

Partnerschaftsgewalt, Vergewaltigungen, Belästigung am Arbeitsplatz, digitale Gewalt: Die Liste der gewalttätigen Angriffe auf Frauen ist lang. Gewalt gegen Frauen muss endlich als gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt und ganz oben auf die politische Agenda gesetzt werden. Dafür müssen sich die zukünftig regierenden Parteien unter anderem dazu verpflichten, die Istanbul-Konvention vollumfänglich und diskriminierungsfrei umzusetzen.

Ursachen von Gewalt in den Blick nehmen und bekämpfen

Gewalt gegen Frauen ist das Ergebnis ungleicher gesellschaftlicher Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern. Gleichzeitig werden diese Machtverhältnisse durch Gewalt, aber auch durch Geschlechternormen und -rollen aufrechterhalten. medica mondiale fordert alle Parteien dazu auf, die Ursachen der Gewalt anzuerkennen und auf Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen politische Maßnahmen zu erarbeiten.

Überlebende sexualisierter Gewalt unterstützen und Frauenrechtsaktivist:innen schützen

Die zukünftige Bundesregierung steht gemeinsam mit anderen Regierungen in der Verantwortung, sexualisierte Kriegsgewalt zu bekämpfen und betroffene Frauen langfristig und bedarfsgerecht zu unterstützen. Damit das gelingen kann, muss der Dritte Nationale Aktionsplan „Frauen, Frieden und Sicherheit “ als Teil der Außen- und Entwicklungspolitik in der kommenden Legislaturperiode vollumfänglich umgesetzt werden.

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