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08. Januar 2021

Evaluierung: Verbesserte Lebensgrundlagen stärken Frauen im Kosovo

Nach Abschluss des Projekts „Livelihood Kosovo“ zeigt die Evaluierung: Unsere Partnerorganisation Medica Gjakova hat im kosovarischen Dukagjini neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen geschaffen und erreicht, dass sie psychologisch und wirtschaftlich gestärkt sind.

Verbesserte Berufs- und Einkommensperspektiven kombiniert mit psychosozialer und gynäkologischer Versorgung – mit diesen Komponenten setzte die Organisation Medica Gjakova im Rahmen ihres Projekts „Livelihood Kosovo“ darauf, Frauen und Rückkehrer:innen in der Region Dukagjini wirtschaftlich und emotional zu stärken und so weiterer Abwanderung vorzubeugen.

Frauen psychosozial stabilisiert, Existenzgrundlagen geschaffen

Ein Einsatz mit überwiegend positiven Ergebnissen, urteilten Evaluationsexpert:innen nach abschließender Bewertung des Vorhabens im Sommer 2020. So habe Medica Gjakova die Frauen durch psychosoziale Beratung und Selbsthilfegruppen stabilisiert und motiviert, in Trainings handwerkliche und unternehmerische Fähigkeiten zu erlernen. Durch den Aufbau eines Verkaufsgeschäfts in Gjakova und die Förderung von Produktionsstätten zur eigenen Herstellung verschiedener Erzeugnisse sei es zudem gelungen, wichtige Beschäftigungsgrundlagen für die Zielgruppe zu schaffen.

Selbstbewusstsein durch finanzielle Sicherheit und Solidargemeinschaft

Nach Aussage des Berichts sei durch das Projekt das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt, ihre Teilhabebereitschaft gestiegen. Das erwirtschaftete Einkommen ermögliche mehr finanzielle Sicherheit sowie Unabhängigkeit und steigere ihre Akzeptanz in der Familie. Aufgrund der gemeinschaftlichen Arbeit am Betrieb des Verkaufsgeschäfts fühlten sich die Frauen einer Solidargemeinschaft zugehörig, erhielten Halt und Raum für Austausch.

Evaluation: Positive Entwicklung beibehalten, Nachhaltigkeit sichern

Um diese Entwicklung beizubehalten, empfehlen die Evaluator:innen, errichtete Grundlagen zu verstetigen und vor allem die Produktionsstätten und das Geschäft als Kooperative registrieren zu lassen. Dies war zwar angestrebt worden, steht jedoch aus, da notwendige Verordnungen für die gesetzliche Umsetzung noch nicht verabschiedet sind. Auch die Eröffnung eines geplanten zweiten Verkaufsgeschäfts in Kosovos Hauptstadt Pristina halten die Evaluator:innen für wichtig, da dies die Arbeit der Frauen und ihre Erfolge sichtbarer machen und die Produktnachfrage erhöhen würde.

Um nach der aktuellen Finanzierung durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Nachhaltigkeit zu gewährleisten, solle sich ein Folgeprojekt vor allem auf eine Exit-Strategie konzentrieren.

 

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