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11. Oktober 2018

Einmal täglich innehalten: Tipps zur Selbstfürsorge und Burn-out-Prävention

Mit 12 Tipps zur Selbstfürsorge und Burn-out-Prävention möchte medica mondiale Anregungen für eine achtsame und nachhaltige Gestaltung des (Arbeits-)Alltags geben.

1. Lobe dich einmal täglich selbst.
Beispiele:

  • „Super, dass ich das jetzt geschafft habe“.
  • „Heute sehe ich richtig gut aus“.

Und wenn dann gleich ein „aber“ hinterherkommen will, vertröste es auf später. Jetzt ist die Zeit für ein uneingeschränktes Lob.

2. Lobe einmal täglich andere.
Beispiel:

  • „Ich finde es prima von dir, dass du….“

Genieße die Reaktion des gelobten Gegenübers. Und auch hier: Keine Einschränkung oder "aber" hinterherschieben.

3. Frage einmal täglich bei dir selber nach, was dir jetzt guttut.
Beispiele:

  • „Was will ich jetzt?“
  • „Was brauche ich jetzt?“
  • „Was tut mir jetzt gut?“

4. Halte einmal täglich inne.
Richte die Achtsamkeit auf dich selbst, um so ein Gefühl für den eigenen Standpunkt zu bekommen. Beobachte deine Atmung, um die Wahrnehmung nach innen und außen auszudehnen. Schließe die Begegnung mit dir nach drei Minuten ab mit dem Satz: "Ich bin jetzt hier".

5. Lache mehrmals täglich.
Beispiele:

  • Pack eine der vielen Gelegenheiten und lache über die Komik des Alltags.
  • Bevor du die Gesichtskontrolle vor dem Spiegel abschließt, lächle dir selber zu.

6. Sage einmal täglich "Ja".
Einmal täglich "Nein" sagen.
Genieße die Kraft, die in der Eindeutigkeit dieser Aussagen steckt!

7. Äußere einmal täglich ohne Umschweife deine eigene Meinung.
Beispiele:

  • „Lass mich mal frei von der Leber weg sagen, was ich finde."
  • „Dazu möchte ich jetzt gar nichts sagen.“

8. Schaffe dir mehrmals wöchentlich je ½ Stunde eine schöne Atmosphäre.
Beispiele:

  • Schöne Musik hören.
  • Ein Buch genießen.
  • In den freien Himmel gucken und Wolken zählen.
  • Im Lieblings-Café Leute beobachten.

9. Es gibt meistens eine wohlmeinende Person um dich herum.
Entdecke sie, schaue in ihr freundliches Gesicht, genieße ihre vertraute Stimme.

10. Nutze günstige Gelegenheiten.
(In deinem privaten Umfeld) für eine Umarmung, einen Kuss, eine warmherzige Begegnung! Sollten sie sich nicht von alleine herstellen, sorge selber dafür!

11. Nimm Veränderungen wahr und gib ihnen Raum.
Feiere Veränderungen, Jahrestage, den Wechsel der Jahreszeiten, Feste.

12. Frage immer mal wieder bei dir selber nach.
Beispiele:

  • Was sind meine Stärken?
  • Was mache ich gerne?
  • Welche Potenziale schöpfe ich nicht aus?
  • Was wollte ich schon immer mal tun?

 

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung zur Verwendung der Tipps zur Selbstfürsorge aus „Handbuch Traumakompetenz“ von Lydia Hantke und Hans-Joachim Görges, Psychosozial-Verlag

 

Download der 12 Tipps als Liste oder Grafik

Download Liste: „12 Tipps zur Selbstfürsorge und Burn-out-Prävention im (Arbeits-) Alltag“ (PDF, 2 Seiten)
Download Sketchnote-Grafik von medica mondiale: „12 Tipps zur Selbstfürsorge und Burn-out-Prävention im (Arbeits-) Alltag“ (PDF, 1 Seite)

 

Hintergrund: Selbstfürsorge bei medica mondiale

Selbstfürsorge ist ein wichtiger Teil der Grundprinzipien von Stress- und Traumasensibilität. Sie dient dazu

  • hilfreiche Kompetenzen im Umgang mit Stress zu fördern – gerade angesichts erhöhter Stressexposition,
  • innere und äußere Konflikte früh wahrzunehmen, um sie stresssensibel zu einer konstruktiven Lösung zu führen,
  • und damit traumabedingten Spaltungsdynamiken in Teams, indirekter Traumatisierung und Burn-out vorzubeugen.

Viele (psychosoziale) BeraterInnen und RechtsexpertInnen haben täglich mit äußerst schmerzvollen Erfahrungen ihrer KlientInnen zu tun, die sie verarbeiten müssen. Unser Beratungskonzept hat das Ziel, Stress und Überforderung durch Achtsamkeit und Selbstfürsorge zu vermeiden. Nur so kann Beratungsarbeit nachhaltig wirken und die Selbsthilfekompetenz der KlientInnen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, gestärkt werden.
Die gesundheitliche Stabilität der MitarbeiterInnen ist entscheidend für den Beratungserfolg, insbesondere für das wichtige Gefühl von Schutz und Sicherheit. Es macht den Kern des traumasensiblen Ansatzes von medica mondiale aus.

Daher möchten wir mit diesen 12 Tipps insbesondere Menschen, die mit Themen wie (Kriegs)Vergewaltigung und in Konfliktregionen arbeiten, Anregungen geben. Die Tipps können dabei helfen, Überlebende durch Selbstfürsorge und Achtsamkeit angemessen und nachhaltig zu unterstützen.