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29. April 2020

Der Kampf gegen das Coronavirus in Liberia

Die Stille draußen. Die Blaulichtsirenen. Die Sorge um Angehörige, MitarbeiterInnen und um diejenigen in der Gesellschaft, die die Krise am härtesten trifft: Vieles, was wir aktuell während der Corona-Pandemie erleben, erinnert an die vor sechs Jahren ausgebrochene Ebola-Epidemie in Westafrika.

Ebola-Ausbruch in Westafrika

Damals war medica mondiale fast täglich mit der Partnerorganisation medica Liberia in Kontakt. Es war zutiefst beeindruckend, was die liberianischen Aktivistinnen während dieser Krise leisteten.
Die Mitarbeiterinnen der Frauenrechtsorganisation medica Liberia führten Präventionsmaßnahmen in entlegenen Dorfgemeinschaften und Stadtvierteln am Rande der liberianischen Hauptstadt Monrovia durch. So informierten sie die liberianische Bevölkerung über die Risiken des tödlichen Ebola-Virus auf Kundgebungen auf Marktplätzen, mit großen Werbeplakaten entlang der Hauptstraße und über das Radio. 

Liberianische Aktivistinnen spenden Trost

medica Liberia baute Handwasch- und Krankenstationen auf und stattete Krankenhäuser mit notwendiger Schutzbekleidung und Handschuhen aus. Die Mitarbeiterinnen versorgten Familien in Quarantäne, die keinen Zugang zu Lebensmitteln und Wasser hatten. Zudem spendeten sie –  essentiell in einem Land, in dem so viele Erinnerungen an traumatische Kriegserfahrungen geweckt wurden – Trost. 2015 galt Ebola als besiegt und medica Liberia erhielt einen Preis, als eine der engagiertesten zivilgesellschaftlichen Organisationen im Kampf gegen das Virus.

Liberia bleibt vom Coronavirus nicht verschont

Während sich in Deutschland ein Großteil der Bevölkerung um ausverkauftes Toilettenpapier und Nudeln sorgt, sieht die Situation in Liberia ganz anders aus. Hier fragen sich viele Frauen, wie sie ihre Familien ernähren sollen. Viele Menschen hungern und verfügen über keine Vorräte, geschweige denn Wasserkanister oder andere Vorrichtungen, in denen sie Nahrungsmittel sammeln könnten.

medica Liberia bietet Unterstützung während der Corona-Krise

Doch durch die Erfahrungen aus der Ebola-Epidemie konnte medica Liberia beim Ausbruch von Corona schnell reagieren und helfen. medica Liberia verteilt Nahrungsmittelpakete an Betroffene, um diese zu unterstützen. Die Mitarbeiterinnen von medica Liberia bringen Kliniken am marginalisierten Stadtrand Hygieneartikel und betreiben Gesundheitsaufklärung  in den Dorfgemeinschaften. Darüber hinaus bieten sie über eine Telefonhotline psychosoziale Unterstützung für Frauen in Notlagen an.

Corona-Nothilfefonds

Damit Partnerorganisationen wie medica Liberia während der Corona-Pandemie schnell handeln können, hat medica mondiale einen Nothilfefonds aufgesetzt. Alle 34 Partnerorganisationen können sofort Gelder für die Präventionsarbeit abrufen, um Betroffene vor Ort zu beraten, sensibilisieren und aufzuklären. Unterstützen Sie medica mondiale, damit unsere Partnerorganisationen diese wichtige Arbeit weiter leisten können!

Autorin: Sybille Fezer, Vorständin bei medica mondiale und Karolina Plewniak, Online-Referentin bei medica mondiale