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20. Mai 2021

Über ein Jahr Corona-Pandemie: Das haben Ihre Spenden bewirkt

Mehr als ein Jahr liegt der globale Ausbruch der Corona-Pandemie nun zurück. Trotz der Schwierigkeiten, die damit einhergingen, haben unsere Partnerorganisationen Erstaunliches geleistet, um Frauen in Not auch in dieser Krise kompetent und wirksam zu helfen.

Corona-Lage: Der Stand der Dinge

Das Corona-Virus bestimmt weltweit den Alltag von Milliarden Menschen. Während reiche Länder die Bedrohung durch Teststrategien und Impfkampagnen eindämmen können, gestaltet sich der Kampf gegen Covid-19 in den Ländern des globalen Südens in vielerlei Hinsicht schwieriger. Die Erfassung von Neuinfektionen und Todesfällen in Zusammenhang mit dem Virus ist durch Falschinformationen, mangelhafte Ausrüstung und Überforderung in Behörden und Gesundheitssystemen nicht zuverlässig. In abgelegenen Regionen mit fragiler Gesundheitsversorgung, wenig fließendem Wasser und fehlenden Sanitäranlagen ist die Gefahr der Ausbreitung besonders groß.

Virenbekämpfung: Mit Frauenpower gegen die Pandemie

Bereits im letzten Herbst haben wir berichtet, wie unsere Partnerinnen bei der Eindämmung der Pandemie in ihren Ländern oft eine entscheidende Rolle spielen: öffentliche Aufklärungskampagnen, mobile Teams, die auf Märkten oder in Flüchtlingslagern Menschen vor den Risiken einer Corona-Infektion warnen - gesicherte Informationen zu verbreiten, um Menschen vor Infektionen zu schützen, ist immer noch das Ziel.

So schützen unsere Partnerinnen Frauen vor Gewalt

Durch die im letzten Jahr schnell bereitgestellten Mittel aus unserem Corona-Nothilfefonds konnten unsere Partnerinnen überall ihre Kernarbeit an die Umstände anpassen: Sie haben Notfall-Hotlines eingerichtet und via Plakaten, Handzetteln und Radio bekannt gemacht. Mehr als jemals zuvor setzen sie Handys und Laptops ein, um überall für Betroffene erreichbar zu sein. Und auch die aufsuchende Arbeit in mobilen Teams haben sie - unter Berücksichtigung der AHA-Regeln - ausgeweitet, um Hilfesuchenden zur Seite stehen zu können.

Und das ist dringend nötig, denn fast alle unsere Partnerinnen berichten: Sexualisierte und familiäre Gewalt steigt an. Ausgangsbeschränkungen und finanzielle Abhängigkeiten in Folge von Verdienstausfällen erschweren mehr als sonst einen Ausweg aus der Situation. Um die wichtige Arbeit unserer Partnerinnen aufrecht zu erhalten, sind weitere Mittel nötig. Ihre Spenden tragen dazu bei, dass unsere Partnerinnen weiterhin an der Seite von Frauen und Mädchen bleiben können - denn in vielen unserer Projektländer ist ein schnelles Ende der Pandemie nicht in Sicht.

Impf-Problematik: "Rich First, Poor Later"

Während viele reiche Länder bei den Impfungen schon weiter vorangeschritten sind und die Infektionszahlen langsam in den Griff bekommen, breitet sich das Virus in vielen Regionen, in denen medica mondiale Partnerinnen hat, immer weiter aus. Obwohl die ersten Impfstofflieferungen in einigen Ländern angekommen sind, laufen die Impfkampagnen, wie im Irak, zum Teil nur schleppend voran. Dort bieten unseriöse Händler in sozialen Netzwerken Kräutermittel gegen Corona an, während sie die echten Impfstoffe verteufeln. Hinzu kommen verschiedenste Falschinformationen, die vor allem über Social Media verbreitet werden. So sind Frauen und Mädchen, die ohnehin durch Gewalt, Armut und schlechte Versorgung gefährdet sind, stärker bedroht denn je.

In Burundi hat sich die Regierung bislang nicht um Impfstoffe gekümmert, die Pandemie wird kleingeredet. Ruanda hingegen steht vor der Schwierigkeit, die Impfstoffe angemessen zu kühlen, um auch die Bevölkerung auf dem Land zu versorgen. Insgesamt ist es für ärmere Länder schwierig, überhaupt an Impfstoffe zu kommen. Denn die Kaufkraft der reichen Industrieländer und nationale Interessen bewirken einen "Rich First, Poor Later-Effekt", der zu unzähligen Lieferengpässen und Ungerechtigkeiten bei der Verteilung führt.

Multiple Krisen: Armut, Hunger, Terror, Misstrauen

Viele Menschen sind dabei multiplen Krisen ausgesetzt. Beispiel DR Kongo: Hier grassierte schon vor der Corona-Pandemie das gefährliche Ebola-Virus, galt aber als besiegt. Nun sind neue Ebola-Fälle bestätigt worden und auch die Masern breiten sich bedrohlich aus. Große Notlagen gibt es auch in Südosteuropa, in Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Albanien. Jobs und Einkommen sind vielfach weggebrochen und lassen oft ganze Familien hungern.

Deswegen ist auch die Verteilung von Hilfsmaterialien ein wichtiger Aspekt in der Arbeit unserer Partnerinnen, der sich aus den Corona-Sondermitteln speist. Selbstgenähte Masken, Medikamente, Nahrungsmittels, mobile Hände-Wasch-Stationen, Desinfektionsmittel und Seifen wurden je nach Bedürfnislage in allen Projektländern verteilt. Unsere Partnerinnen berichten, dass diese materielle Unterstützung vielerorts sehr positiv aufgenommen wird und aufgrund der schlechten Gesundheitsversorgung und steigender Infektionszahlen auch weiterhin dringend notwendig ist.

Besonders gefährlich ist die Lage trotz aller Bemühungen nach wie vor in Afghanistan. Dort hat nach 20 Jahren militärischer Präsenz der Abzug der NATO-Truppen begonnen. Zudem wird das von Terroranschlägen erschütterte Land derzeit als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft. Viele Menschen haben wenig Vertrauen in ihre Regierenden und stehen den staatlich organisierten Impfkampagnen skeptisch gegenüber. Ihr Misstrauen wird von Falschinformationen, die häufig in sozialen Medien kursieren, noch verstärkt.

Gemeinsam durch die Pandemie: Ihre Spende hilft Frauen und Mädchen in Not

Seit mehr als einem Jahr geben unsere Partnerinnen ihr Bestes, um Frauen in Mädchen in Krisenregionen weltweit vor Hunger, Krankheit und Gewalt zu schützen. Um ihr Engagement fortsetzen zu können, brauchen sie Unterstützung. Mit einer Spende an den Corona-Nothilfefonds von medica mondiale zeigen Sie sich solidarisch mit denen, die durch die Krise besonders verwundbar sind.

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