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25. August 2021

Afghanistan: Zur Evakuierung von Frauenrechtsaktivist:innen aus Kabul

Pressestatement: Köln, 25.08.2021. Wir sind entsetzt und fassungslos! Die Evakuierung gefährdeter Menschen aus Afghanistan läuft chaotisch und kommt viel zu langsam voran. Bis zum Abzug der verbliebenen Truppen bleibt nur noch sehr wenig Zeit”, so Monika Hauser Gründerin und Vorständin von medica mondiale.

„Unsere afghanischen Kolleg:innen und ihre Familien sitzen immer noch in Kabul fest. Sie fürchten um ihr Leben. Unsere Partner:innen haben sich in den vergangenen 20 Jahren für Demokratie und eine freie Gesellschaft eingesetzt. Sie sind Inspiration für viele junge Menschen in Afghanistan und wichtiger Teil der Zivilgesellschaft.

Bundesregierung hat sich mit mutiger Arbeit der Frauenrechtsaktivist:innen geschmückt

Mit der Unterstützung dieser mutigen Arbeit hat sich auch die Bundesregierung in den vergangenen Jahren geschmückt. Sie muss daher endlich ihrer politischen Verantwortung gerecht werden und jetzt alles – wirklich alles – tun, um gefährdete Menschen auszufliegen. Inzwischen zählt jede Minute.

Fahrlässige Fehleinschätzung der Bundesregierung

Zu lange hat die Bundesregierung die Situation vor Ort auf fahrlässige Weise falsch eingeschätzt. Sie hat es bis heute nicht geschafft, sichere Wege zum Flughafen zu gewährleisten. Und wenn Menschen auf eigene Faust bis zum Flughafen kommen, werden sie noch immer daran gehindert, das Gelände zu betreten.“

Monika Hauser, Gründerin und Vorständin, und Sara Fremberg, Leiterin des Bereichs Politik von medica mondiale, stehen für Interviews zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an:
Helena Haack,
Pressereferentin medica mondiale e.V.
Telefon: 0221 9318 9825
E-Mail: presse@medicamondiale.org

 

medica mondiale fordert,

  • dass die Bundesregierung den Transport und Zugang zum Flughafen und die Ausreise für Frauenrechtsaktivistinnen und ihre Familien sicherstellt, gegebenenfalls auch mit internationaler Unterstützung.
  • dass die Bundesregierung auch im Rahmen der laufenden Verhandlungen mit den Taliban alles in ihrer Macht stehende tut, um einen sicheren Korridor zum Flughafen in Kabul zu ermöglichen.
  • dass alle Menschen ausgeflogen werden, die sich in den letzten Jahren für Menschenrechte, Demokratie und eine freie Gesellschaft eingesetzt haben. Sie und ihre Familien müssen nach Deutschland oder in sichere Drittstaaten ausgeflogen werden. Es braucht ein groß angelegtes Aufnahmeprogramm.

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