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18. August 2021

Afghanistan: Zur aktuellen Lage der Frauenrechtsaktivist:innen

Die Lage in Afghanistan ist derzeit dramatisch. Uns haben in den letzten Tagen schon unzählige Nachrichten und Spenden erreicht. Gerade in dieser schwierigen Lage ist es für uns und unsere Kolleg:innen in Afghanistan besonders tröstlich und ermutigend zu wissen, dass viele Unterstützer:innen an unserer Seite sind. Unsere regulären Projekte in Afghanistan mussten wir aufgrund der Sicherheitslage einstellen. Wir konzentrieren uns im Moment darauf, unsere Kolleg:innen und ihre Familien zu unterstützen und sicher außer Landes zu bringen.

Viele Aktivist:innen konnten in letzter Sekunde aus den Provinzen nach Kabul fliehen. So auch 90 unserer Kolleg:innen mit 300 ihrer engsten Familienmitglieder, die aus Herat und Mazar-i-Sharif nach Kabul gekommen sind. Sie berichten von Todesfällen in ihren Familien und fühlen sich in ihrem Leben bedroht.

Für Frauenrechtsaktivist:innen derzeit kein sicheres Erreichen des Flughafens

Die Situation am Flughafen ist unübersichtlich und chaotisch. Er wird derzeit in Teilen von der US-Armee gesichert. Diese Sicherung soll durch weitere Militärs verstärkt werden. Taliban haben überall in Kabul Polizeistationen und andere Behördengebäude besetzt, Straßensperren und Check-Points errichtet. Von unseren Kolleg:innen vor Ort hören wir, dass es nicht mehr möglich ist, sicher zum Flughafen zu gelangen.

Wir fordern, dass die Bundesregierung den Transport zum Flughafen und die Ausreise für Frauenrechtsaktivist:innen und ihre Familien ermöglicht und gegebenenfalls auch mit internationaler Unterstützung sicherstellt.

Frauenrechtsarbeit in Afghanistan: Wie kann es weitergehen?

Unsere regulären Projekte in Afghanistan mussten wir aufgrund der Sicherheitslage einstellen. Wir konzentrieren uns im Moment darauf, unsere Kolleg:innen und ihre Familien zu unterstützen und sicher außer Landes zu bringen.

Sollte dies nicht für alle möglich sein, werden die Aktivist:innen für sich und ihre Familien entscheiden, welcher Weg für sie möglich ist: Das kann bedeuten in Nachbarländer zu fliehen, anderweitig zu versuchen in sichere Staaten auszureisen oder in den Untergrund zu gehen, um sich und ihre Familien zu schützen und um sich vielleicht auf anderem Weg für Frauenrechte in Afghanistan einzusetzen. Egal was passiert, die Frauen müssen in ihren Vorhaben unterstützt werden. Wir werden dies uneingeschränkt weiter tun.

Die Internationale Gemeinschaft und die Bundesregierung müssen auch in Zukunft alle politischen Wege nutzen, um Frauenrechte und Frauenrechtsaktivist:innen in Afghanistan zu unterstützen.

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