Corona-Pandemie: Frauen halten die Gesellschaft am Leben

Frauenrechte schützen, Heldinnen unterstützen! JETZT IN DEN NOTHILFEFONDS SPENDEN!

Systemrelevante Berufe und Care-Arbeit: Frauen in der Mehrheit

Millionen mutige Frauen weltweit setzen sich aktuell für die Eindämmung der Corona-Pandemie ein. Sie erhalten unsere Gesellschaft am Leben – durch ihre Arbeit in zivilgesellschaftlichen Initiativen und Organisationen, ihre Tätigkeit in "systemrelevanten" Berufsfeldern wie Pflege oder Einzelhandel und nicht zuletzt durch ihre vitale Rolle für ihre Familien. Gleichzeitig verstärken sich in Krisen bestehende Ungleichheiten und damit die Benachteiligung von Frauen.  

Monika Hauser:
Ihr Spenden-Service

Corona-Nothilfefonds: Unterstützen Sie mit uns Frauen im Kampf gegen Corona

Um dringend notwendige Maßnahmen schnell und unbürokratisch finanzieren zu können, haben wir einen Nothilfefonds eingerichtet. Wir rechnen mit einem Soforthilfe-Bedarf von rund 200.000 Euro. Mit den Mitteln aus diesem Fonds können unsere Partnerorganisationen ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus aber auch zur weiteren Unterstützung von Betroffenen sexualisierter Gewalt umsetzen.

 

So können Sie helfen: Um unseren Partnerinnen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen zu können, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Ihre Spenden tragen dazu bei, dass wir auch während dieser Ausnahmesituation an der Seite von Frauen und Mädchen stehen können. Aus unserem Nothilfefonds wollen wir vor allem Tätigkeiten aus den folgenden vier Bereichen finanzieren: 

  • Anpassen der Maßnahmen an die aktuelle Situation vor allem unter Einhaltung von "Physical Distancing": Zum Beispiel durch Anschaffung von (zusätzlichem) technischem Equipment wie Telefonen, Computern und Laptops, Handys oder Smartphones um über digitale Kanäle mit Klientinnen verbunden zu bleiben. 
  • Aufklärungsarbeit zu Corona: Informationskampagnen, Radiobeiträge, Hand-Outs, aber auch Verteilung von Hygienematerial 
  • Kontext- und lokalspezifische Maßnahmen: Diese sind je nach Tätigkeitsfeld und/oder Herkunft der Partnerorganisation unterschiedlich. Dazu gehören alle Maßnahmen, die wichtig sind, um Frauen und Mädchen weiterhin unterstützen zu können. Das können z.B. sein: Direkthilfe für Frauen, deren Einkommen weggebrochen ist, Unterstützung von Frauen, die vor familiärer Gewalt fliehen mussten etc.
  • Maßnahmen zur (Selbst-) Fürsorge und Burnout-Prävention. Gerade in dieser Krise leiden viele Mitarbeiter*innen unter Angst, erhöhtem Druck und Stress.

50 Euro finanzieren rund 12 Pakete mit Hygienematerial (Seife, Desinfektionsmittel, Schutzmaske etc.) in Afghanistan.

100 Euro reichen für ca. 100 medizinische Schutzmasken in der Demokratischen Republik Kongo.

200 Euro für eine einmonatige Aufklärungskampagne in Bosnien und Herzegowina.

Unser Einsatz für Frauen in Krisenzeiten

Sechs Monate im Kampf gegen Corona: Das haben unsere Partnerorganisationen geleistet
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Frauenrechtsarbeit während der Pandemie: jetzt erst recht!

Die Corona-Pandemie trifft Frauen in Krisenregionen besonders hart. Sie sind zum Beispiel überproportional häufig im informellen Sektor beschäftigt. Wenn sie während einer Ausgangssperre ihre Waren nicht mehr verkaufen können, ist ihre Lebensgrundlage in Gefahr. Gleichzeitig werden Frauen bei politischen Maßnahmen nicht ausreichend mitgedacht. Auf die Frage, wer Kinder bei Schulschließungen betreut oder wie dem zu erwartenden Anstieg von häuslicher Gewalt begegnet werden kann, gibt es in kaum einem Land überzeugende Antworten.

Weiterhin führen die Ausgangsbeschränkungen in vielen Ländern dazu, dass Verhütungsmittel, gynäkologische Versorgung und sichere Schwangerschaftsabbrüche schwieriger zugänglich sind. In Liberia waren selbst Schwangere und Hebammen von der Ausgangssperre betroffen und durften nach der Sperrstunde das Haus nicht verlassen. Wie gefährlich solche Maßnahmen sein können, zeigte bereits die Ebola-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Staaten ausbrach. So starben in Sierra Leone innerhalb von 18 Monaten 4.000 Menschen am Virus – und 45.000 Mütter und Säuglinge während oder kurz nach der Geburt, weil das Gesundheitssystem zusammenbrach und eine angemessene Geburtshilfe nicht möglich war. Frauen mussten teilweise auf der Straße entbinden.

Frauenrechtsorganisationen füllen staatliche Lücken

Weltweit springen Frauenrechtsorganisationen in der Coronavirus-Pandemie ein, wo staatliche Strukturen versagen. Viele unserer Partnerinnen haben Informationen gezielt für Frauen erstellt, die sozial isoliert sind, nicht lesen können und dadurch von vielen Informationen ausgeschlossen sind. Weiterhin vernetzen sich unsere Partnerinnen mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, um Missstände zu dokumentieren und die Regierung zum Handeln zu bewegen. (...) 

 

Einsatz für Frauenrechte – jetzt erst recht!

Der unermüdliche Einsatz unserer Partnerinnen macht sich bezahlt. Sie erfahren zu allererst, was die Herausforderungen für Frauen und Mädchen sind und wissen, wie sie diese angehen können. Sie haben mit öffentlichen Kampagnen und Aufrufen ihre Gemeinschaften für Gewalt gegen Frauen sensibilisiert. Sie weisen auf Missstände hin und werden angefragt, um Politiker*innen zu möglichen Gegenmaßnahmen zu beraten. Und sie sind weiterhin für ihre Klientinnen da und bieten diesen ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität, das in Krisensituationen allzu leicht abhandenkommt. Die Arbeit von Frauenrechtsorganisationen ist gerade in Krisenzeiten wichtiger denn je. medica mondiale fordert Regierungen weltweit, darunter auch die Bundesregierung, dazu auf, Menschenrechtsverteidigerinnen zu unterstützen und zu schützen, um die Rechte von Frauen weltweit einzuhalten und durchzusetzen.

 

Der vollständige Beitrag von Sybille Fezer, "Frauenrechte schützen, Heldinnen unterstützen", ist erschienen im: Newsletter der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt), Ausgabe 06/2020 vom 2. September 2020

Videos und Hintergründe zur Arbeit für Frauenrechte in der Corona-Krise

Video: Highlights Corona Conversation – Support for survivors of war rape in Kosovo (Englisch) Video anschauen
Feministische Selbstfürsorge und Solidarität in Zeiten von Corona (PDF) Download
Video: Frauenrechte in Krisenzeiten – Benefiztalk mit Jagoda Marinić und Monika Hauser Video anschauen
Video: Highlights Corona-Talk – How to fight for Women`s rights in a Crisis (Englisch) Video anschauen
Fotogalerie: Feministische Selbstfürsorge in Zeiten von Corona Fotogalerie
Jagoda Marinić unterstützt medica mondiale Video anschauen

Care-Arbeit während der Corona-Pandemie: Frauensache?

Die durch Ausgangssperren zusätzlich anfallenden Fürsorgearbeiten werden zum Großteil von Frauen übernommen. Das gilt für den Unterricht zu Hause für die Kinder, Einkäufe für ältere Verwandte genauso wie für die Pflege von Menschen in Quarantäne. Auch Ausgangssperren selbst bergen für Frauen Gefahr: Sorgen, Stress und Alkoholkonsum sind bekannte Auslöser für familiäre Gewalt. Fachberatungsstellen gehen von steigenden Fallzahlen aus. Zufluchtsorte sind für Frauen nicht zu erreichen oder bereits jetzt überlastet.

Außerdem ist der Anteil von Frauen in "systemrelevanten" – oder besser lebenserhaltenden – Berufen wie dem Einzelhandel oder der Pflege um einiges höher als der von Männern. Neben der wichtigen Arbeit, die sie dort leisten, um die Gesellschaft so gut es geht am Laufen zu halten, sind sie durch ständigen Kontakt zu KundInnen oder PatientInnen stärker gefährdet, sich selbst anzustecken.

Aus Ebola gelernt: Ungerechtigkeit verstärkt Auswirkung auf Frauen

Die Auswirkungen von Krisen auf Frauen potenzieren sich, wenn sie schon vorher stärker von Ungerechtigkeit, Gewalt und Armut betroffen waren. Wir unterstützen seit mehr als 25 Jahren Betroffene sexualisierter Gewalt in Krisengebieten weltweit. Wir wissen, welche Gefahren für Frauen bestehen und wie eine Krise ihre Situation verschlechtern kann.

Aus der Ebola-Epidemie in Westafrika haben wir mit unseren Partnerorganisationen gelernt: Es ist jetzt wichtig, Schutzmechanismen aufzubauen, die nicht nur wirksam gegen das Virus sind, sondern die Frauen auch vor Gewalt bewahren. 

Unsere Arbeit in Zeiten von Corona

Zwar sind in unseren Projektländern Aufklärungsmaßnahmen über Hygiene wichtig. Aber auch unsere Unterstützung für Frauen geht weiter: Wo früher psychosoziale Einzelberatung durchgeführt wurde, stehen unsere Partnerinnen Betroffenen jetzt per Telefon, Videotelefonie oder Chat zur Seite. Selbsthilfegruppen finden ebenfalls über digitale Kanäle statt. Da persönliche Besuche bei den Frauen und Mädchen derzeit nicht möglich sind, haben die Kolleginnen aus unseren Partnerorganisationen NachbarInnen ins Vertrauen gezogen und gebeten, Unterstützung zu holen, wenn sie ZeugInnen familiärer Gewalt werden.

Unter diesen Bedingungen müssen wir flexibel bleiben, unsere Arbeit dem Bedarf anpassen und wenn notwendig reorganisieren und improvisieren - denn eins ist klar: Wir bleiben an der Seite von Frauen und Mädchen weltweit und machen uns für ihre Rechte stark - trotz oder gerade in der Krise.

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