Interview mit Ute Scheub, freie Journalistin und Autorin aus Berlin. Frau Scheub hat und mit einer Schenkung auf Widerruf bedacht und spricht über ihre Motivation, Beweggründe und ihre Verbindung zu medica mondiale.

Frau Scheub, Sie unterstützen medica mondiale schon sehr lange. Was ist Ihre Motivation?

Eine sehr persönliche. 1991 anlässlich des Golfkrieges habe ich als damalige taz-Redakteurin die "Internationale Frauenaktion Scheherazade" mitgegründet. Und weil sie den Namen irgendeiner Gruppe als Rückendeckung brauchte, fuhr Monika Hauser 1992 im Namen von "Scheherazade" nach Bosnien, um den traumatisierten Frauen zu helfen. Diese mutige Aktion habe ich damals sehr bewundert, und ich fühle mich mit Monika Hauser daher auf sehr persönliche Weise verbunden. Darüber hinaus ist es in meinen Augen eine der schreiendsten Ungerechtigkeiten der Welt, dass die Opfer von Vergewaltigungen in ihren Familien und Gesellschaften nicht selten als Täterinnen behandelt werden. Als hätten sie diese sexualisierte Gewalt selbst verursacht. Das muss beendet werden! Und ich kenne niemanden, der dieses Ziel so konsequent verfolgt wie medica mondiale.

Sie beschreiben in einem Ihrer Bücher, dass Teilen glücklich macht. Würden Sie das auch zum Thema Spenden und Schenken sagen?

Auf jeden Fall. "Geben ist seliger denn nehmen", weiß ja schon der Volksmund. Spenden und Schenken sind nicht-berechnende Akte. Das in unserer Wirtschaft übliche Tauschprinzip wird außer Kraft gesetzt. Das stärkt die menschlichen Verbindungen. Man weiß heute aus vielen wissenschaftlichen Experimenten, dass der Mensch als kooperationsbegieriges soziales Wesen zur Welt kommt. Unser Steinzeitgehirn belohnt soziale Taten mit einem hirninternen Regen von Glückshormonen. Leider trainiert uns die herrschende Wirtschaft diese Verhaltensweisen wieder ab.

War das auch Ihr persönlicher Antrieb für eine Schenkung auf Widerruf für medica mondiale?

Ja, das war auch mein persönliches Motiv. Ich gebe und verschenke sehr gerne. Es macht mich glücklich, vor allem dann, wenn es dem Gegenüber hilft. Oder wie im Fall von medica mondiale, hilft, anderen zu helfen.