Wir mischen uns ein
„medica mondiale ist es ein Anliegen, aber auch
eine Verpflichtung, den Frauen eine Stimme
zu geben, die den Mut und die Kraft hatten,
vor Gericht zu erscheinen und dort über ihre
Erfahrungen zu berichten und die Konfrontation
mit den Tätern auszuhalten. Eine Stimme,
die weiter reicht, als die Gerichtsprotokolle.“
(aus »Damit die Welt es erfährt«)
Öffentlich machen
Wir machen Menschenrechtsverletzungen an Frauen öffentlich, um in den Köpfen und im Handeln von Politikern und Politikerinnen bis hin zum Nachbarn in unserer Straße Veränderung zu bewirken.
Aus diesem Grund informieren wir Politiker, Politikerinnen und MitarbeiterInnen internationaler Organisationen über die Situation der Frauen in Kriegs- und Krisengebieten. Wir fordern ein Bleiberecht für kriegstraumatisierte Flüchtlingsfrauen und Mädchen in Deutschland. Denn noch immer werden vergewaltigte Frauen in ihre Heimatländer zurückgeschickt.
Wir engagieren uns beim Internationalen Gerichtshof (ICC) und haben gefordert, dass das Gericht mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt ist. Wir haben bewirkt, dass die Interessen der Überlebenden sexualisierter Gewalt in die Statuten des Gerichtes aufgenommen wurden. Und wir klagen immer wieder den Schutz der traumatisierten Zeuginnen und eine angemessene Prozessführung ein.
Verändern
Auch durch unser Engagement in Bosnien und beharrliche Lobbyarbeit wurde 1996 Vergewaltigung als Menschenrechtsverletzung in die UN-Menschenrechtskonvention aufgenommen. Und auch am Internationalen Strafgerichtshof für das Ehemalige Jugoslawien in Den Haag (ICTY) ist mittlerweile sexualisierte Gewalt gegen Frauen als Verbrechen anerkannt und in die Anklagen integriert.
In Afghanistan haben wir bewirkt, dass die Regierung eine Verfügung erlassen hat, nach der in medizinischen Notfällen Frauen auch ohne die Zustimmung ihrer Ehemänner operiert werden dürfen. Leider wird dieser Erlass nur in wenigen Fällen angewendet, so dass medica mondiale hier weiter Druck machen wird, damit das Gesetz auch umgesetzt wird.
Darüber hinaus unterstützt medica mondiale Politikerinnen, die wesentliche Entscheidungen zur Gesetzgebung von Frauenrechten treffen. Wir entwickeln politische Strategien, um die unrechtmäßige Inhaftierung von Frauen und Mädchen und Kinderheirat langfristig abzuschaffen.
Wir initiieren und beteiligen uns an Kampagnen, welche die Öffentlichkeit
auf die Rechte der Frauen aufmerksam machen. Wir sorgen
immer wieder dafür, dass bekannt wird, dass in Nachkriegsländern
wie Bosnien, Kroatien und Kosova Frauenhandel und Zwangsprostitution
blühen, und prangern die sexuelle Ausbeutung von Frauen
und Mädchen durch die Soldaten internationaler Friedenstruppen
und die Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen an. Dieser
Bereich unserer Arbeit wird uns begleiten, bis sich Denken und
Handeln der Menschen verändert haben.
Helfen Sie uns mit Ihrer
Spende bei der Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten in aller Welt!
© medica mondiale e.V. · 08.12.2006

