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Frauen und Mädchen
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Wir bei medica mondiale

Damit die Welt es erfährt

Frau in einem Behelfszelt „Die anderen Soldaten? Die anderen Soldaten standen beim Auto und lachten. Als Zaga das machte, sagte er zu ihnen, sie sollten sich gedulden, dass auch sie an die Reihe kämen.“ (aus:„Damit die Welt es erfährt“)

Krieg, Krisen und Gewalt gegen Frauen sind seit jeher untrennbar miteinander verbunden. Immer wieder wird Gewalt – und vor allen Dingen sexualisierte Gewalt – zur strategischen Kriegsführung benutzt. Selbst in Friedenszeiten ist Gewalt gegen Frauen weltweit ein alltägliches Mittel. Sie wird genutzt, um diese gesellschaftlich zu unterdrücken. Und gleich, wo und mit welchen Ziel Männer sie einsetzen: Vergewaltigungen demonstrieren immer Macht, demoralisieren die Bevölkerung, zerrütten Familien und zerstören Frauen und Mädchen.

Tiefe Wunden

Die Täter lassen Frauen und Mädchen zurück, deren Seelen und Persönlichkeit tief verwundet sind, die oft nur noch funktionieren, aber nicht mehr leben. Und die Gesellschaft? Sie nimmt ihre Schicksale allenfalls als „Story“ in einer Zeitung oder im Fernsehen zur Kenntnis. Doch an der Seite der Frauen stehen will niemand.

Der Krieg ist noch lange nicht vorbei

Sind Kriege oder Krisen überwunden, sind es wieder die Frauen, die mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen umgehen müssen. Viele von ihnen haben ihre Männer verloren. Diejenigen, die allein und vor allem ohne männlichen Schutz vor den Tätern und ihren Waffen fliehen, sind in Flüchtlingslagern erneuten Übergriffen ausgesetzt oder werden gar zur Prostitution gezwungen.

Drei afghanische FrauenDiejenigen, die in ihrer Heimat bleiben, spüren schnell, dass sie auch dort als Frau keine Rechte haben. Im Kosovo geht der Besitz der Männer – obwohl die Gesetze es anders wollen – auf ihre Brüder über. Die Frauen gehen leer aus. In Afghanistan dürfen Frauen nicht einmal ohne männliche Begleitung das Haus verlassen, geschweige denn einen Beruf erlernen. Für die zahlreichen Witwen in diesem Land bedeutet das die Wahl zwischen dem sicheren Tod durch Verhungern oder der Prostitution, um Geld für sich und ihre Kinder zu verdienen.

Wenn dann noch der „Verdacht“ besteht, dass sie vergewaltigt und gefoltert wurden, haben Frauen und Mädchen in vielen Ländern dieser Erde keine Chance mehr auf eine selbst gewählte Beziehung, werden brutal in arrangierte Ehen gezwungen oder gar von ihrer Familie verstoßen.

Das sind die Gründe, warum es medica mondiale gibt. Gegründet während des Bosnien-Krieges von der Frauenärztin -> Dr. Monika Hauser ist medica mondiale eine Hilfs- und Menschenrechtsorganisation von Frauen für Frauen. Wir unterstützen traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten und kämpfen dafür, dass sie zu ihrem Recht kommen. Wir handeln dort, wo andere wegsehen. Wir greifen ein, wo es anderen gleichgültig ist. Wir sprechen, wo andere schweigen.


Die vier Säulen der Arbeit von medica mondiale

Drei afghanische Frauen sitzen in einem Raum auf dem Teppich und beraten sich.„Die Opfer sprechen immer von Schmerzen. Und im gleichen Atemzug sprechen sie von Erniedrigung ... Sie bleiben Gefangene ihrer eigenen Vergangenheit und sie betrachten sie immer wieder – Tag und Nacht – in ihren Alpträumen. Solche Bilder verfolgen sie und halten sie davon ab, ein normales Leben zu führen.“
(aus: „Damit die Welt es erfährt“)

Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt oder Folter erfahren haben, sind tief verletzt. Nur ganz wenigen gelingt es, sich Wochen oder Monate nach dem Erlebten aus eigener Kraft zu stabilisieren. Viele werden überflutet mit dunklen Bildern und schmerzlichen Erinnerungen – in jeder Stunde des Tages und in den Träumen unruhiger Nächte. Sie ziehen sich zurück, manche werden depressiv, sind nicht in der Lage, für sich zu sorgen. Andere versuchen, mit Wut und Aggression ihre Angst zu beherrschen.

Grenzen des Erträglichen

Trauma bedeutet wörtlich „Verletzung“. Traumatisierte Frauen und Mädchen fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, ausgeliefert, hilflos. Sie haben Gewalt erfahren, die in ihnen Ängste auslöste, die weit über das hinausgehen, was ein gesunder Mensch seelisch verarbeiten kann.

Wege der Verarbeitung

Trotz aller Verletzung sind die betroffenen Frauen keine hilflosen Opfer. Viele nehmen neben ihrem Schmerz auch ihren Mut und ihre Stärke wahr, die ihnen geholfen haben, die erlittene Gewalt zu überleben. Eine Chance auf ein selbst bestimmtes Leben haben sie jedoch nur, wenn sie angst- und schamfrei über das sprechen können, was sie erlebt haben.

Ganzheitliche Unterstützung

Und hier setzt das besondere Konzept der Arbeit von medica mondiale an. Denn Hilfe greift nur, wenn sie sich konkret an der Lebenssituation jeder einzelnen Frau orientiert. Aus diesem Grund bieten wir den Frauen und Mädchen ganzheitliche Unterstützung an, die den Körper, die Seele und das soziale Umfeld der Frauen berücksichtigt.

Alle Bereiche greifen abgestimmt ineinander und haben zum Ziel, traumatisierte Frauen optimal zu unterstützen und deren Rechte durchzusetzen. Von der Kölner Geschäftsstelle aus entwickelt medica mondiale dieses bewährte Konzept zur Arbeit mit kriegstraumatisierten Frauen und Mädchen kontinuierlich weiter. Ein stetig wachsender Kreis von deutschen und ausländischen Fachfrauen ist daran beteiligt.

Für traumatisierte Frauen und Mädchen – weltweit

In unseren -> Auslandsprojekten arbeiten derzeit rund 150 einheimische MitarbeiterInnen, darunter 10 Männer, die als Fahrer und Wachmänner arbeiten. Dazu kommen noch einmal ca. 40 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und 10 internationale Expertinnen, die Projekte vor Ort anstoßen und weiterentwickeln. In unserem -> Büro in Köln sorgen 14 Mitarbeiterinnen dafür, dass Projekte durchgeführt, die Öffentlichkeit informiert und SpenderInnen betreut werden.

 

Helfen Sie uns mit Ihrer -> Spende bei der Unterstützung von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten in aller Welt!

© medica mondiale e.V. ·  13.11.2006