Dr. Monika Hauser, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale

Als ich mich in den Dezembertagen 1992 auf den Weg ins bosnische Kriegsgebiet machte, war mir nicht im Mindesten klar, dass sich aus diesem Impuls heraus in den folgenden 20 Jahren eine international agierende Frauenrechtsorganisation entwickeln würde. Heute ist das massive Vorkommen von sexualisierter Kriegsgewalt eine allgemein anerkannte Tatsache und das Thema von der internationalen Agenda nicht mehr wegzudenken. Auch der systemische Charakter von geschlechtsspezifi scher Gewalt ist immer weniger zu leugnen. Das gestiegene Bewusstsein hierüber zeigt die Wirksamkeit auch unserer jahrelangen Bemühungen um Aufklärung und Sensibilität.

Die Arbeit mit traumatisierten Frauen und Mädchen zu standardisieren und sie weit über Bosnien-Herzegowina hinaus zu tragen, wäre ohne die fachliche und politische Unterstützung Vieler nicht möglich gewesen. Etliche Spenderinnen und Spender haben verstanden, dass Trauma- und Menschrechtsarbeit einen langen Atem braucht. Nur so wird die Nachhaltigkeit unserer Arbeit gewährleistet.

Für das Vertrauen, das Sie uns seit 20 Jahren schenken, möchte ich mich sehr herzlich bei Ihnen allen bedanken. Für mich und meine Kolleginnen weltweit, die sich trotz Bedrohungen und Anfeindungen täglich dafür einsetzen, die Gesellschaft für Frauen und Mädchen gerechter zu gestalten, ist das immer wieder Mut machend. Das unermüdliche Engagement dieser couragierten Frauen sollte uns gleichermaßen Ansporn und Ermahnung sein. Lassen Sie uns auch zukünftig diesen Weg gemeinsam mit ihnen gehen – letztlich zum Wohle der gesamten Gesellschaft.

Dr. Monika Hauser
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied