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03. Juni 2010

WEWPA in Uganda: Studie zu Menschenrechtsverletzungen an Frauen

Projektförderung in der Teso-Region: Seit 2001 setzt sich die ugandische Frauenrechtsorganisation Teso Women Peace Activists (TEWPA) für Frieden in der Teso-Region im Nordosten des Landes und für die Unterstützung von Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt ein. In der Provinzhauptstadt Soroti und Umgebung klären die Frauenrechtsaktivistinnen über Menschen- und Frauenrechte auf, organisieren Ausbildungsprogramme für traumatisierte Frauen und machen sich gemeinsam mit ihnen für die Durchsetzung ihrer Rechte stark. Mit der Dokumentation und Veröffentlichung von Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen leistet TEWPA einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Aufklärung über die in Uganda ausgeprägte sexualisierte Gewalt gegen Frauen.

2007 unterstützte medica mondiale TEWPA bei einer Studie, die die Lebenssituation von Frauen in der Teso-Region untersucht und vor allem das Ausmaß an Gewalt und Traumatisierungen dokumentiert, dem ein Großteil ugandischer Frauen in den letzen Jahren schutzlos ausgesetzt war. 20 Frauen aus Soroti – alle Mitglieder lokaler Friedenskomitees – wurden in die Grundlagen der Feldforschung eingeführt und assistierten bei der Durchführung der Studie in den ländlichen Gemeinden der Region. Durch den jahrelangen Konflikt in der Region sei vor allem die Gewalt in den Familien deutlich gestiegen, so eines der Ergebnisse der Studie. Viele Frauen, die von Mitgliedern der Rebellen vergewaltigt wurden, würden zudem von ihren Familien und Ehemännern ausgegrenzt und seien oftmals mit ihrem Schicksal allein gelassen.

Im Jahr 2008 wurde die fertige Dokumentation im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Frauenrechte vorgestellt, an der rund 65 Fachleute aus Zivilgesellschaft und Regierung teilnahmen. Eine Kundgebung der Mitarbeiterinnen von TEWPA durch die Straße von Soroti bildete den Auftakt der Veranstaltung. Im Anschluss fanden Gruppendiskussionen statt zu den Themen Gewalt gegen Frauen, Gewalt in der Familie, die Bezahlung von Brautpreisen und der fehlende Zugang zu Bildung für Mädchen – Probleme, die sich während der Arbeit an der Studie als besonders schwerwiegend herausgestellt hatten.

2009 unterstützte medica mondiale ein zweitägiges Seminar für rund 20 Frauen, die während des Bürgerkrieges sexualisierte Gewalt erlebt haben. In Gruppendiskussionen, Rollenspielen und Vorträgen lernten die Frauen, mit dem eigenen Trauma besser umzugehen. Darüber hinaus wurden sie über ihre Rechte aufgeklärt und darüber informiert, wie sie die Verbrechen anzeigen können.

medica mondiale förderte zudem eine Fortbildung in Trauma-Arbeit für 20 Mitarbeiterinnen von TEWPA. TrainerInnen vermittelten den Frauenrechtsaktivistinnen Wissen über die zerstörerischen Auswirkungen sexualisierter Kriegsgewalt auf Gesundheit und Psyche der betroffenen Frauen sowie über die Entstehung von Traumata und ihren Symptomen. Die Mitarbeiterinnen lernten, wie sie Traumatisierungen bei ihren Klientinnen erkennen und sie angemessen und sensibel unterstützen können.

medica mondiale hat TEWPA von 2007 bis 2009 mit insgesamt 10.000 Euro gefördert.