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15. März 2013

Vortrag in Gelsenkirchen: Mitgefühl und professionelle Hilfe für Frauen in der DR Kongo

Kurz vor dem Internationalen Weltfrauentag am 8. März öffnete der Gelsenkirchener Kulturraum "die flora" seine Türen, um die Fotoausstellung "Vergewaltigung als Kriegswaffe - Frauen in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo)" zu präsentieren. Zur Eröffnung berichtete Annika Kunze von medica mondiale über den Krieg in dem zentralafrikanischen Land, der vor allem ein Krieg gegen Frauen ist.

Überfälle auf Dorfgemeinden, Folter und Hinrichtungen – all das gehört seit Jahren zur Lebenswirklichkeit der kongolesischen Bevölkerung. Sie ist es, die unter den immer wieder ausbrechenden Kämpfen zwischen Rebellen und Soldaten der kongolesischen Regierung leidet. Eindringlich beschrieb Annika Kunze vor allem die Situation der Frauen und Mädchen: Laut den Vereinten Nationen werden in der DR Kongo jährlich 16.000 vergewaltigt, viele von ihnen systematisch.

Beeindruckt zeigte sich Susanne Fischer, Mitarbeiterin vom Gleichstellungsbüro der Stadt Gelsenkirchen, von der sachlichen und authentischen Schilderung der Lebenssituation kongolesischer Frauen: „Annika Kunze gelang es, ein Verständnis der leidvollen Lebensumstände zu vermitteln und dabei ohne Bilder voller Grauen auszukommen." Dass bei der Arbeit für betroffene Frauen „Humor und ein gewisser Pragmatismus Hand in Hand gehen können mit Mitgefühl und professioneller Hilfe", war für Susanne Fischer eine der wichtigen Botschaften des Abends.

In ihrem Vortrag vor rund 40 Gästen ging Annika Kunze auch auf die Arbeit der Frauenrechtsorganisation PAIF (Promotion et Appui aux Initiatives Féminines) ein, mit der medica mondiale seit 2004 zusammen arbeitet. Die Mitarbeiterinnen der kongolesischen Organisation beraten Frauen psychosozial, unterstützen sie wirtschaftlich und begleiten sie in Krankenhäuser, zur Polizei und vor Gericht. Die Fotoausstellung von medica mondiale informiert in sehr eindrücklichen Bildern darüber.

Eingeladen hatten die Stadt Gelsenkirchen und die Gleichstellungsstelle in Kooperation mit der Aktion Weitblick, die sich schon seit langem für medica mondiale engagieren. Die Veranstalterinnen sammelten im Laufe des Abends 133 Euro zugunsten der Frauenrechtsorganisation. Noch bis einschließlich 22. März 2013 ist die Fotoausstellung im Kulturraum „die flora" zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Fotos: © Stadt Gelsenkirchen/Sebastian Roth