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19. September 2013

Uganda: Durch eigenes Einkommen zurück in die Gemeinschaft

In Norduganda engagiert sich die von medica mondiale geförderte Frauenorganisation Foundation of Women Affected by Conflict (FOWAC) für die Reintegration von Frauen in ihre Gemeinden. 2011 gründete FOWAC in Kitgum die Spar- und Solidargruppe "Fight against Poverty". Karen Knipp-Rentrop, Referentin für die Projekteförderung bei medica mondiale, besuchte das Projekt im August.

„Ich treffe die sogenannte Spargruppe unter einem großen Baum im Dorf. Ihre rund 30 Mitglieder sind von der Lord Resistance Army entführte Frauen, Ex-Kombattantinnen, Kindermütter und Schulabbrecherinnen. Sie alle haben sexualisierte Gewalt erlebt oder sind davon bedroht. Nach ihrer Rückkehr aus Vertriebenenlagern oder einer Entführung sind die Frauen häufig erneuter Gewalt, Armut und Stigmatisierung ausgesetzt. Es mangelt an medizinischer oder psychosozialer Unterstützung.

Im Austausch und in Trainings informieren sich die Frauen über Gesundheit, Ernährung und Erziehung. Und sie lernen, regelmäßig Geld zu sparen und damit zu wirtschaften. Beispielsweise kaufen die Frauen in der Stadt Tomaten, Occra und Kohl, um das Gemüse auf lokalen Märkten zu verkaufen. Rose, eins der Mitglieder, hat in einem Trainingskurs gelernt, eine Strickmaschine zu bedienen: 'Ich verkaufe jetzt in meinem eigenen Laden Wollpullover für Schuluniformen', erzählt sie mir stolz.

Eine Gemeindefreiwillige von FOWAC berichtet mir, dass durch den wirtschaftlichen Erfolg Frieden in die Haushalte eingekehrt sei: 'Einige Männer, die ihre Frauen zuvor verstoßen hatten, kehrten sogar zu ihnen zurück, nachdem die Frauen ein eigenes Einkommen hatten.' Die regelmäßigen Treffen helfen den Frauen, zurück in die Gemeinschaft zu finden: 'In schwierigen Situationen stehen sich die Frauen, die vorher oft verarmt und isoliert lebten, nun gegenseitig bei.'"

Erschienen im Newsletter September 2013