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23. Mai 2010

Strey Khmer in Kambodscha: Aufbau von Frauenhäusern im Grenzgebiet

Projektförderung in der Poipet, Kambodscha: In der Grenzregion zu Thailand herrscht sehr viel Gewalt gegen Frauen. Zwangsprostitution und Frauenhandel sind verbreitet. Und auch die Gewalt in den Familien hat infolge des Bürgerkrieges, der von 1975 bis 1990 dauerte, deutlich zugenommen. Unterstützungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen gibt es jedoch kaum.

medica mondiale unterstützte 2006 die kambodschanische Frauenorganisation Strey Khmer bei dem Aufbau von insgesamt sieben Frauenschutzhäusern in der Gemeinde Poipet im Grenzgebiet zu Thailand. Die Schutzhäuser bieten Frauen Zuflucht, die von ihren Männern geprügelt oder von Frauenhändlern zur Prostitution gezwungen werden. Rund 260 Frauen konnte Strey Khmer im ersten Jahr des Schutzhausprojektes helfen: Etwa 100 Frauen kamen in den Frauenhäusern unter und wurden medizinisch und psychosozial betreut; 14 Frauen erhielten rechtlichen Beistand. In mehr als 140 Fällen konnten die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser zwischen Frauen und ihren Familien und Ehemännern vermitteln und dadurch weitere Gewalt verhindern.

Zusätzlich zum Aufbau der Frauenhäuser leistet das Projekt Aufklärungsarbeit auf Marktplätzen und in den Gemeinden. Denn viele Frauen nehmen die alltägliche Gewalt als Normalzustand hin, ohne ihre Rechte zu kennen. In den nächsten Jahren will Strey Khmer die Unterstützung für Frauen weiter auszubauen: Frauen sollen im Nähen und Schneidern ausgebildet werden, damit sie sich und ihre Kinder ernähren können.

medica mondiale unterstützte das Frauenhausprojekt von Strey Khmer mit rund 5.000 Euro.