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19. April 2017

selbstorganisiert, solidarisch, selbstbewusst: Fachtag über das Engagement geflüchteter Frauen

Pressemitteilung: Köln, 19. April 2017. Wie können Zuflucht suchende Frauen und Mädchen gestärkt werden? Dieser Frage geht eine Veranstaltung der Frauenrechtsorganisation medica mondiale am 24. April 2017 in der Jugendherberge Köln-Riehl nach. Im Mittelpunkt stehen Beratungs- und Gruppenangebote von geflüchteten für geflüchtete Frauen. Gefördert wird der Fachtag mit dem Titel „Aus dem Schatten treten. Geflüchtete Frauen: selbstorganisiert, solidarisch, selbst-bewusst“ vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW).

„Viele MigrantInnen und Menschen, die selbst geflohen sind, unterstützen mit hohem Engagement aktuell Geflüchtete. In der Öffentlichkeit wird das allerdings kaum wahrgenommen“, erklärt Karin Griese, Bereichsleiterin Trauma-Arbeit bei medica mondiale. „Durch unseren Fachtag soll sich das ändern.“

Geflüchtete Frauen stärken geflüchtete Frauen

In Workshops stellen Migrantinnenselbstorganisationen praxisnahe Konzepte zur Stärkung von Frauen und Mädchen vor; Diskussionen beleuchten die Herausforderungen und Rahmenbedingungen dieser Herangehensweise. Zielgruppe der Veranstaltung am 24. April sind Fachkräfte, Ehrenamtliche und AktivistInnen aus dem Arbeitsfeld Flucht und Migration in NRW.

NRW-Emanzipationsministerin Barbara Steffens wird bei dem Fachtag ein Grußwort halten und weist im Vorfeld darauf hin, dass geflüchtete Menschen häufig aufgrund traumatischer Erlebnisse vor und während der Flucht ein vielfach erhöhtes Risiko für psychische Beschwerden und Erkrankungen haben.

„Um die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse zu unterstützen, fördern wir die Hilfe zur Selbsthilfe‘ und stärken so Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit geflüchteter Frauen. Genau an diesem Punkt setzen die Qualifizierungsangebote von medica mondiale an, die geflüchtete Frauen für die Beratung von geflüchteten Frauen schulen. So werden die Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien, die die Frauen mitbringen, gestärkt und besonders niedrigschwellige Beratungsmöglichkeiten geschaffen.“ Ministerin Barbara Steffens

 

Der Fachtag 'Aus dem Schatten treten. Geflüchtete Frauen: selbstorganisiert, solidarisch, selbstbewusst' ist bereits ausgebucht. Interessierte können sich für die Warteliste vormerken lassen.

Ort: Jugendherberge Köln-Riehl, An der Schanz 14, 50735 Köln
Zeit: 10 bis 18 Uhr

Ausführliches Programm zum Download

medica mondiale setzt sich seit 1993 ein für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten. Dabei versteht sich die Organisation als Anwältin für die Rechte und Interessen von Frauen, die sexualisierte Kriegsgewalt überlebt haben. Auch in Deutschland bietet medica mondiale Fortbildungen zum Umgang mit den Folgen von Gewalt und Traumatisierungen an.

Der Fachtag „Aus dem Schatten treten. Geflüchtete Frauen: selbstorganisiert, solidarisch, selbstbewusst“ basiert auf den Erkenntnissen eines vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW geförderten Qualifizierungsprogramms von medica mondiale. Es trägt den Titel „Stress- und traumasensibler Ansatz zur Resilienzförderung von Zufluchtsuchenden und Helfenden in NRW (STAR)“.