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27. September 2012

Right Livelihood Award für Sima Samar stärkt Frauen in Afghanistan

Am 27. September wurde die afghanische Ärztin und Frauenrechtlerin Sima Samar für ihren jahrelangen Kampf für Menschenrechte und die Rechte der Frauen in Afghanistan mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. medica mondiale freut sich über die Entscheidung der Jury und gratuliert der Preisträgerin. Die Organisation versteht die Ehrung als wichtiges Signal an die internationale Gemeinschaft, in der Afghanistanpolitik endlich neue Wege zu wagen und die wegweisende Kraft von Frauen für die Schaffung eines gerechten Friedens anzuerkennen.

Zum ersten Mal seit seinem Bestehen geht der „Alternative Nobelpreis“ nach Afghanistan. „für ihren Mut und ihre Entschlossenheit im Kampf für Menschenrechte und die Rechte von Frauen in einer der instabilsten Regionen der Welt“ wurde die afghanische Ärztin und Frauenrechtlerin Sima Samar von einem internationalen Gremium in Stockholm mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet.

„Ich freue mich sehr über die Entscheidung der Jury, Sima Samars außergewöhnlichen Einsatz für Frauenrechte in Afghanistan zu ehren“, sagt Monika Hauser, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale und Preisträgerin des Right Livelihood Awards 2008, „und ich gratuliere Sima Samar ganz herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.“

Seit dem gemeinsamen Aufbau eines Frauenschutzhaus in Kabul 2002 arbeitete medica mondiale immer wieder mit Samar und ihrer Organisation „Schuhada“ zusammen und unterstützte sie als Beraterin in ihrem Amt als Frauenministerin sowie später als Vorsitzende der unabhängigen afghanischen Menschenrechtsorganisation Afghanistan Independent Human Rights Commission (AIHRC).

„Meinen Kolleginnen und mir, aber auch Frauenrechtsaktivistinnen weltweit, hat diese Anerkennung vor vier Jahren sehr viel Kraft gegeben“, so Hauser. „Ich baue darauf, dass der Preis auch für Sima Samar Sicherheit bedeuten und den afghanischen Aktivistinnen Mut machen wird.“

Sima Samar setzt sich seit Mitte der 1980er Jahre als Ärztin und Politikerin für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen in Afghanistan ein. Im Rahmen der afghanischen Organisation „Schuhuda“ kämpfte sie für angemessene medizinische Versorgung und Bildung für Afghaninnen. Von 2001 bis 2002 hatte sie das Amt der Frauenministerin in der afghanischen Regierung inne, nach ihrem Rücktritt wurde sie 2002 zur Vorsitzenden der AIHRC berufen.

Simas Auszeichnung sei ein klares Signal an alle politischen EntscheidungsträgerInnen, endlich aufzuwachen und den Mut zu haben, sich mit neuen Alternativen in der Konfliktbearbeitung auseinanderzusetzen, betont Hauser. „Wir brauchen keine Absage an die Demokratiefähigkeit der afghanischen Gesellschaft, mit der die Bundesregierung ihre verfehlte Afghanistanpolitik schönreden will. Wir brauchen Anerkennung und Solidarität für kluge und mutige Frauen wie Sima Samar, die sich für die Würde und Teilhabe ihrer Mitmenschen einsetzen.“

Der Right Livelihood Award wird seit 1980 an Personen, Organisationen und VertreterInnen sozialer Bewegungen vergeben, die sich weltweit mit alternativen Ansätzen und praktischen Lösungen für die Grundbedürfnisse der Menschen und ein menschenwürdiges Leben einsetzen. Aufgrund ihres außergewöhnlichen Einsatzes für Frauenrechte in Afghanistan erhielt Sima Samar bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen und wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert.

Auf der Internetseite des Right Livlehood Award finden Sie mehr Informationen zu Sima Samar und der Auszeichnung: www.rightlivelihood.org

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