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05. August 2015

Projekteförderung 2014: Ausgrenzung und Gewalt vorbeugen, Trauma-Bewältigung ermöglichen, Frieden fördern

2014 erhielten über 3.000 Frauen und Mädchen über die Projekteförderung Zugang zu psychosozialer, materieller, medizinischer oder rechtlicher Unterstützung. Zwei Organisationen stehen beispielhaft für den Einsatz unserer engagierten PartnerInnen.

Im Osten der DR Kongo, in der Region Süd-Kivu, unterstützt „Association des Femmes pour la Promotion et le Développement Endogene“ (AFPDE) Überlebende sexualisierter Gewalt unter anderem durch trauma-sensible psychosoziale Arbeit. Ein wichtiger Baustein ihres Einsatzes ist die direkte Beratung von Frauen und Mädchen. Hierzu kooperieren AFPDE-Sozialarbeiterinnen mit lokalen Frauengruppen. Sie klären über Ursachen und Prävention sexualisierter Gewalt auf und informieren über die lokal ansässigen „maisons d‘écoute" (Häuser des Zuhörens). In diesen geschützten Räumen werden Überlebende kostenlos von psychosozialen Assistentinnen beraten und bei Bedarf ins Krankenhaus begleitet. Besonders für Frauen, die aufgrund von Scham oder Angst vor Stigmatisierung mit ihren traumatischen Erfahrungen alleine bleiben, sind die „maisons d‘écoute“ eine wichtige Anlaufstelle.

Psychosoziale Unterstützung und Förderung lokaler Kompetenzen

Neben der akuten Unterstützung ist es Teil der psychosozialen Arbeit, die langfristige solidarische Unterstützung von überlebenden Frauen und Mädchen in den Gemeinden zu fördern. Die psychosozialen Assistentinnen führen mit den Familien der Betroffenen Mediationen durch, um über Folgen sexualisierter Gewalt aufzuklären und die Wiedereingliederung der Überlebenden in Familie und Gemeinde zu ermöglichen. Dies trägt dazu bei, erneuter Ausgrenzung und Gewalt vorzubeugen und erleichtert den Betroffenen den Zugang zu Unterstützungsangeboten. Durch Sensibilisierungsarbeit werden die Kapazitäten der ganzen Gemeinschaft im Umgang mit den Folgen von Kriegsgewalt und Traumatisierung gestärkt.

Vernetzt für Frauenrechte

Auch in der Region Fizi im Südkivu, ebenfalls in der DR Kongo, sollen von Gewalt betroffene oder bedrohte Frauen langfristig eine an den lokalen Kontext angepasste, solidarische Unterstützung erhalten. Dazu fördert medica mondiale den Einsatz für Frauenrechte unserer Partnerorganisation "Ensemble pour la Promotion de la Femme et de la Famille" (EPF). Auf lokaler wie auf Provinzebene leistet EPF Netzwerkarbeit zur Unterstützung Überlebender von sexualisierter Gewalt. So ist EPF Teil des kongolesischen Netzwerks DYFAP (dynamique des femmes activistes de la paix), welches seit 2010 von medica mondiale unterstützt wurde. In Workshops erwarben die Mitglieder Kenntnisse zu Advocacy-Arbeit und Friedensförderung. Diese konnte EPF nutzen, um in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen die Durchsetzung von Frauenrechten zu forcieren. Auf Ebene des Provinzgouverneurs sowie des Provinzrats in Südkivu plädierten die Organisationen 2014 unter anderem für einen verstärken Einsatz der Behörden für die Rechte der Frauen und gegen sexualisierte Gewalt.

Desweiteren gründete EPF zusammen mit anderen Frauenorganisationen ein Netzwerk zur Friedensförderung und Förderung von Frauen in Führungspositionen. medica mondiale unterstützt die Netzwerkarbeit ihrer Partnerinnen durch Vermittlung von Kontakten und die Vernetzung mit internationalen wie nationalen Organisationen. So wurden 2014 Treffen von kongolesischen Partnerorganisationen organisiert, wo sich diese kennenlernen und austauschen konnten.

Quelle: Jahresbericht 2014, Seite 16-17