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06. Juni 2013

Ostkongo: AMOFUT - Durch Aufklärung an Schulen die Zukunft gestalten

Die Schreckensmeldungen über Vergewaltigungen aus dem Ostkongo reißen nicht ab. Partnerorganisationen von medica mondiale berichten, dass immer mehr jüngere Frauen, ja sogar Kinder, aber auch Männer und Jungen vergewaltigt werden. Mit einem ehrgeizigen Schulprojekt setzt sich die Organisation Association Monde Futur (AMOFUT – Verein Zukünftige Welt) in der Region Fizi für die Rechte von Mädchen und Jungen ein. AMOFUT ist seit diesem Jahr Partnerorganisation von medica mondiale.

„Bei der Auswahl von AMOFUT als Förderprojekt hat uns besonders überzeugt, dass nur wenige Hilfsorganisationen im Hinterland von Fizi tätig sind und der Bedarf an Unterstützung sehr hoch ist.", erläutert Sina Tielke, Mitarbeiterin im Bereich Projektförderung bei medica mondiale.

Vor allem sehr junge Opfer der Gewalt stehen oftmals allein da, ohne Anlaufstellen an den Schulen, geschweige denn Unterstützung in ihren Familien. AMOFUT macht daher mit Aufklärung an 20 Schulen in der Region auf ihr Schicksal aufmerksam und ruft Eltern und LehrInnen zu mehr Unterstützung auf. Regelmäßig führen die Mitarbeiterinnen der Organisation Gespräche mit Schulklassen, um die Mädchen und Jungen über die Ursachen und Folgen sexualisierter Gewalt zu informieren. „Durch die Arbeit mit einer sehr jungen Zielgruppe hilft Association Monde Futur, die Kinder über ihre Rechte aufzuklären. Sie bringt ein tabuisiertes Thema zur Sprache, hilft herkömmliche Denkmuster zu überwinden und damit die Zukunft des Landes zu gestalten", so Tielke.

Mit Wettbewerben zum Thema „Sexualisierte Gewalt" regt AMOFUT die Auseinandersetzung der SchülerInnen mit dem Thema an – GewinnerInnen erhalten Schuluniformen und -materialien als Preise. Darüber hinaus unterstützt AMOFUT die Einrichtung von SchülerInnenkomitees, an die sich die SchülerInnen bei Vergewaltigungen oder sexuellen Übergriffen vertrauensvoll wenden können. Um auch Eltern und Lehrpersonal ins Boot zu holen, werden offene Besuchertage an den Schulen veranstaltet.

medica mondiale fördert das Projekt 2013 mit rund 10.000 Euro, 5.000 SchülerInnen sollen in diesem Jahr sensibilisiert werden.

Hintergrund: Für das Jahr 2013 haben 120 Förderanträge von Organisationen weltweit medica mondiale erreicht, der Großteil davon aus afrikanischen Ländern. Nach intensiver Prüfung hat medica mondiale 20 Organisationen eine Förderung in diesem Jahr zugesichert. Viele der bewilligten Projekte bieten Frauen vor Ort direkte psychosoziale, medizinische, juristische oder ökonomische Unterstützung. Andere Organisationen leisten Vernetzungs- oder Sensibilisierungsarbeit zum Thema sexualisierte und genderspezifische Gewalt.

Fotos: © AMOFUT

Erschienen im Newsletter Juni 2013