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13. Dezember 2013

Monika Hauser berichtet aus Liberia: mit gemeinsamer Kraft mehr Gerechtigkeit erreichen

Mit Tatkraft, Entschiedenheit und Professionalität: medica mondiale Liberia ist auf dem besten Weg, eigenständig zu werden. Davon überzeugte sich Monika Hauser bei einem Besuch in der Hauptstadt Monrovia Mitte November und berichtet von einigen Etappen ihrer Reise.

Feierstunde zum 20-jährigen Bestehen von medica mondiale: Julia Duncan Cassell, liberianische Ministerin für Gender und Entwicklung, macht bei ihrer Eröffnungsrede unmissverständlich klar, dass viele Frauen im Südosten nur dank der Arbeit von medica mondiale Liberia neuen Lebensmut geschöpft haben. Abla Gedegbekou Williams, selbst hochrangige Beamtin und eine der neuen Vorstandsfrauen der zukünftig selbstständigen Organisation Medica Liberia, nimmt das Lob gerne stellvertretend auf. Gleichzeitig mahnt sie mehr Unterstützung von staatlicher Seite an. Fatu Morris, Programm-Verantwortliche des Organisationsbüros in Zwedru, weist auf die starke gemeinsame Kraft aller medica mondiale-Mitarbeiterinnen weltweit hin und freut sich: „Wie stolz und voller Freude wären unsere Dorfhelferinnen, wenn sie diese Worte hier hören könnten!"

Am nächsten Tag bin ich unterwegs mit der rührigen Caroline Bowah Brown, seit Oktober dieses Jahres Landesdirektorin von medica mondiale Liberia. Im Auto besprechen wir den nächsten unserer vielen Termine. Dazu haben wir reichlich Zeit, denn die wenigen parallel verlaufenden Hauptstraßen Monrovias sind tagsüber heillos verstopft von UN-Karosserien, stinkenden PKWs und dazwischen hindurch rasenden Motorrädern. Unterdessen erledigt Caroline unzählige Telefonate, bespricht drängende Probleme mit Kolleginnen in Zwedru oder Greenville, redet geduldig mit einem Angestellten des Finanzministeriums und diskutiert mit der zuständigen Kriminalstelle für Fälle von sexualisierter Gewalt, wie ein aktueller Fall gemeinsam begleitet werden kann.

Naomi Johnson, eine der drei Trainerinnen für sexuelle und reproduktive Gesundheit, berichtet mir von ihrer Arbeit, die manchmal zum Verzweifeln und dann wieder sehr hoffnungsvoll ist. Kürzlich hat sie der Bürgermeister eines kleinen Ortes unterstützt. Er hat dafür gesorgt, dass ein Vergewaltiger sich nicht einfach mit ein paar Dollars bei der Familie des minderjährigen Opfers freikaufen konnte. „Er wollte die Täter endlich zur Rechenschaft ziehen. Er sieht das als elementare Bedingung für Gerechtigkeit!" Das ist genau das, was unsere Kolleginnen in ihren Trainings beharrlich den Verantwortlichen in Gesundheitsstationen, bei Gericht und der Polizei vermitteln wollen: Nicht zulassen, dass noch mehr Unrecht geschieht. Und die Entschiedenheit, mit der Naomi mir davon erzählt, lässt keinen Zweifel an ihrem weiteren Weg zu.

Fotos: medica mondiale Liberia