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05. März 2011

Medica Tirana: Aufklärungsarbeit in den Armenvierteln von Tirana

In den Armenvierteln rund um die Hauptstadt Tirana stranden viele Familien aus dem Norden Albaniens. Frauen leben dort in äußerster Armut und einer oft gewalttätigen Umgebung. Sie haben kein Geld, um mit den wenigen öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum zu fahren. Die Angebote von Medica Tirana sind für sie nicht erreichbar. Oft verbieten Ehemänner und Väter den Frauen, in die Stadt zu gehen.

Deshalb fahren die Sozialarbeiterinnen und Ärztinnen von Medica Tirana mehrmals in der Woche dorthin, wo die Frauen leben: in die Stadtrandbezirke Kinostudio, Cerkeza, Bathore und Paskuqan. Sie bieten den Frauen und Mädchen Beratungsgespräche an und informieren zu Themen wie Gesundheit, sexualisierte Gewalt oder die rechtliche Situation von albanischen Frauen.

Das Team von Medica Tirana versteht diese Arbeit als präventive Maßnahme. Denn zahlreiche junge Mädchen sind aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und angesichts fehlender Perspektiven gefährdet, noch als Kinder zwangsverheiratet zu werden oder als Zwangsprostituierte nach Italien und in andere Länder Europas verschleppt zu werden. Durch die Aufklärungsarbeit entsteht ein erster Kontakt zu den Mädchen und Frauen in den Armenvierteln, der sie zu der Teilnahme an einer Trauma-Beratungsgruppe motivieren soll.

2010 konnten etwa 400 Frauen und Mädchen in 30 Gruppen zu Gesundheitsaufklärung, Geschlechterrollen und Menschenrechten erreicht werden.