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25. August 2014

medica mondiale Liberia: Ruhe bewahren trotz Ebola-Krise

Wir sind in Sorge um unsere KollegInnen von medica mondiale Liberia. Sie berichten von einer angespannten Stimmung in der Hauptstadt Monrovia, wo in einzelnen Vierteln Ausgangssperren verhängt wurden. Trotzdem setzen die Mitarbeiterinnen ihre Arbeit fort – eingeschränkt durch verschiedene Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, erklärt Caroline Bowah Brown, Direktorin unserer Partnerorganisation, am Telefon.

Unsere Fachberaterinnen leisten Aufklärungsarbeit, informieren Frauen der medica mondiale-Solidargruppen über Ebola und geben Tipps zur Prävention. Die Solidargruppen klären in den Gemeinden Dorfälteste und religiöse Führer auf, wie die weitere Ausbreitung der Epidemie verhindert werden kann. Es besteht ein enger Kontakt zwischen den Gesundheitsberaterinnen in Monrovia und ihren Kolleginnen in den Bezirken Sinoe, Grand Gedeh und River Gee im Südosten.

Geplant ist eine Kooperation mit verschiedenen Gesundheitsstationen im Südosten des Landes, um die Aufklärungsarbeit in den Dörfern zu vertiefen. Dabei sollen Radiospots zur Ebola-Prävention in Lokalsprachen entstehen. Außerdem möchten die Mitarbeiterinnen von medica mondiale Liberia gemeinsam mit Gesundheitsfachkräften Handschuhe, Schutzbrillen, Masken und Desinfektionsmittel sowie Infomaterial verteilen. Dafür benötigen sie zusätzliche finanzielle Mittel und unsere solidarische Unterstützung.

Hintergrundinformationen zu Ebola in Liberia

Bis zum 20. August 2014 wurden laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den Ebola-Gebieten Westafrikas 2.300 Krankheitsfälle registriert. Etwa 1.350 Menschen starben. Bei 805 Todesfällen sei das Ebola-Virus nachgewiesen worden, so die WHO, 216 davon stammen aus Liberia. Die Epidemie wurde zum Gesundheitsnotfall erklärt, die Grenzen der betroffenen Staaten geschlossen. Am stärksten betroffen sind die Länder Sierra Leone und unser Partnerland Liberia, wo Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf den nationalen Notstand ausrief.