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01. Oktober 2013

medica mondiale Liberia: neue Landesdirektorin Caroline Bowah Brown

Ab Oktober 2013 übernimmt Caroline Bowah Brown den Posten der Landesdirektorin und begleitet medica mondiale Liberia auf ihrem Weg zu einer eigenständigen Organisation. "Diese Entwicklung ist nicht nur für mich persönlich ein Erfolg, sondern eine Botschaft an alle Frauen in Liberia. Sie können sich in mir wiedererkennen und sehen, dass auch sie starke Frauen sind und etwas erreichen können."

Die 38-jährige Frauenrechtsaktivistin war seit 2010 stellvertretende Geschäftsführerin von medica mondiale Liberia und ist sich den Herausforderungen der neuen Aufgabe bewusst: „Ich möchte die sehr junge Organisation gut positionieren, solide finanzieren, weiterentwickeln und so den Übergang von einer internationalen zu einer eigenständig geführten, liberianischen Organisation sicherstellen." Von 2005 bis 2010 arbeitete sie für die Stiftung für Menschenrechte und Demokratie in Liberia, zuletzt als geschäftsführende Direktorin.

Bowah Brown absolvierte einen Master-Studiengang in Wirtschafts-Management an der Makerere Universität in Kampala, Uganda, und lehrte im Anschluss als Dozentin an der University of Liberia. 2008 ernennt Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf sie zum Vorstandsmitglied des Nationalen Büros für Veteranenangelegenheiten, das Kriegswitwen unterstützt. Nach dem Bürgerkrieg von 1989 bis 2003 machte sie sich zusammen mit anderen AktivistInnen für die Vertretung von Fraueninteressen in der Wahrheits- und Versöhnungskommission Liberias stark.

medica mondiale engagiert sich seit 2006 in Liberia. Das Frauenzentrum in Fish Town ist heute eine wichtige Anlaufstelle im strukturschwachen Südosten. In drei Provinzen bieten die Mitarbeiterinnen Beratung zu sexualisierter Gewalt und Gesundheit an, hinzu kommen Trainings für Polizei, Gesundheitsfachkräfte und Justizpersonal. In entlegenen Dorfgemeinden wurden Solidargruppen aufgebaut und freiwillige Dorfberaterinnen ausgebildet. Sie wirken auf ein gewaltfreies Miteinander hin, in dem sie beispielsweise die Bevölkerung über die Folgen von Gewalt aufklären. Im Oktober 2014 soll aus medica mondiale Liberia die von lokalen Mitarbeiterinnen eigenständig weitergeführte Organisation Medica Liberia werden. 

Foto: © Sanne Kaperlat/medica mondiale