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03. Dezember 2010

medica mondiale Liberia: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Mädchen!

In Liberia wurde die jährlich weltweit stattfindende Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November in einem großen Stadion in der Hauptstadt Monrovia eröffnet. Eine Vertreterin von medica mondiale Liberia rief im Namen aller im Land tätigen Nichtregierungsorganisationen dazu auf, sich beim Wiederaufbau des Landes gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt einzusetzen.

„Während des Krieges wurde der weibliche Körper als Schlachtfeld benutzt“, erinnerte die Assistentin der Landesdirektorin von medica mondiale Liberia, Caroline Bowah. Die Erlebnisse der Frauen während des 14 Jahre dauernden Bürgerkrieges seien bis heute in den Köpfen präsent, weshalb das Thema sexualisierte Gewalt für Liberia eine besondere Bedeutung habe, so Bowah.

Ihren Aufruf nach Engagement verknüpfte sie mit einer Mahnung: „Vergesst dabei auch die Frauen im Südosten Liberias nicht!“ medica mondiale engagiert sich seit 2006 in dieser Region, die zu den ärmsten und am wenigsten erschlossenen Gebieten des Landes zählt. Während viele Menschen in der Projektregion die Arbeit von medica mondiale Liberia kennen und schätzen, war die Organisation in der Hauptstadt bisher wenig bekannt. Durch die verstärkte Menschenrechtsarbeit in Monrovia seit Anfang dieses Jahres hat sich medica mondiale Liberia nun auch dort einen Namen gemacht.

Wie wichtig das Engagement für die Beendigung sexualisierter Gewalt in Liberia auf allen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen sei, bekräftigten auch die anderen Redner der Eröffnungsveranstaltung, unter ihnen Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und Moustapha Soumare, stellvertretender UN-Sonderbeauftragter für Liberia.

Die live im Fernsehen und Radio übertragene Veranstaltung wurde von einem bunten Rahmenprogramm begleitet. Zur Eröffnung zog ein Protestmarsch durch das Stadion, dessen TeilnehmerInnen T-Shirts und Banner mit dem diesjährigen Kampagnenmotto trugen: „Was den Frauen zugute kommt, kommt dem Staat zugute: Handelt jetzt! Stoppt die Gewalt gegen Frauen!“ Eine von medica mondiale Liberia für diesen Tag organisierte Ausstellung zeigte die Porträts der 1000 Frauen, die 2005 für den Nobelpreis nominiert worden waren. Auch die musikalische Unterhaltung der Gäste, zu denen neben UN-MitarbeiterInnen auch Regierungsmitglieder und MitarbeiterInnen nationaler und internationaler Nichtregierungsorganisationen zählten, ging auf das Thema der Veranstaltung ein mit einem Lied des liberianischen Sängers Peter Cole: „It´s my body, don´t force me!“*

*Das ist mein Körper, zwing mich nicht!