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25. März 2009

medica mondiale Liberia: Aufklärung und Prävention

Gewalttätige Übergriffe gehören auch in der Nachkriegszeit zum Alltag von Frauen. Deshalb gilt es, Mädchen und Frauen jetzt und in Zukunft wirksam vor Gewalt und Übergriffen zu schützen. Die direkte Unterstützung von Frauen und Mädchen wird daher kombiniert mit Präventionsarbeit und gesellschaftlicher Aufklärung. Die Bevölkerung muss Gewalt gegen Frauen als Verbrechen erkennen und zum Schutz von Frauen beitragen.

Zahlreiche Aufklärungskampagnen hat medica mondiale bereits durchgeführt – in Gemeinden, Schulen und auf Markplätzen. Die Mitarbeiterinnen zeigen Frauen und Männern Zeichnungen von geschlagenen Frauen und von Vergewaltigungen und versuchen damit die ZuhörerInnen in ein Gespräch über die gegen Frauen verübte Gewalt zu verwickeln, die überwiegend als normal hingenommen wird. Sie gehen von Tür zu Tür und erzählen, dass es jetzt Gesetze gibt, die für Vergewaltigungen bis zu lebenslange Haftstrafen vorsehen. 2007 erreichten sie so rund 700 Frauen und Männer; etwa 200 T-Shirts und 300 Broschüren zu Gewalt gegen Frauen wurden verteilt. Radios strahlten Berichte und Interviews über Gewalt gegen Frauen und über Menschenrechte aus. Auch in den örtlichen Krankenhäusern werden wöchentlich mehrere hundert PatientInnen und MitarbeiterInnen über Trauma, Reproduktive Gesundheit und HIV/AIDS umfassend informiert.

Marsch gegen Gewalt

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen wurde am 25. November 2007 eine Parade organisiert. Rund 150 Frauen und Mädchen liefen durch Fish Town. Sie trugen Banner und Hüte mit der Aufschrift “Stoppt Vergewaltigungen!“ und verteilten Informationsbroschüren.

Aktiver Schutz für Frauen

Um Frauen schnell helfen zu können, wenn sie vergewaltigt oder anderweitig misshandelt wurden, hat das Team von medica mondiale Liberia in Fish Town eine Arbeitsgruppe gegründet. VertreterInnen von Hilfsorganisationen, lokalen Frauengruppen, der UN-Friedensmission, von Polizei, Gerichten und Lokalregierung beraten in dieser Gruppe gemeinsam darüber, was sie tun können, wenn einer Frau Gewalt widerfährt und wie sie ein sinnvolles Schutznetz aufbauen können. Neben direkten Schutzmaßnahmen für die betroffenen Frauen drängen sie vor allem auf eine rasche Anwendung der neuen Gesetze, die Vergewaltigung erstmals unter Strafe stellen. Nur wenn es wirksame Strafen für die Täter gibt, können Frauen Gerechtigkeit erfahren und langfristig Frieden finden.

Fachwissen für lokale NGOs und Institutionen

Gleichzeitig kooperiert medica mondiale Liberia eng mit Gesundheitseinrichtungen, lokalen Hilfsorganisationen und der Polizei bei der Weiterbildung ihres Personals zum Thema Gewalt gegen Frauen. Auf lokaler und nationaler Ebene werden Fachkräfte, die in ihrem Arbeitsfeld mit traumatisierten Frauen und Mädchen zu tun haben, in Seminaren geschult. In den Gemeinden und staatlichen Einrichtungen versucht medica mondiale Liberia darüber hinaus, eine offizielle Dokumentation von Fällen sexualisierter Gewalt durchzusetzen.