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25. September 2014

medica mondiale Liberia: Aufgebautes Solidargruppen-Netz hilft beim Kampf gegen die Ebola-Epidemie

Eigentlich wollten wir in diesen Tagen feiern, dass sich medica mondiale Liberia zu einer eigenständigen, liberianischen Frauenrechts- und Hilfsorganisation entwickelt hat. Die geplanten Feierlichkeiten wurden abgesagt. Aber die entwickelte Stärke unserer Partnerorganisation ist nun von großer Bedeutung: Die Mitarbeiterinnen von medica mondiale Liberia unterstützen die staatlichen Einrichtungen in Monrovia tatkräftig dabei, Lebensmittelpakete und Hygienematerialien zu verteilen. Die knapp 90 etablierten Solidargruppen im Südosten des Landes arbeiten mit Gesundheitsstationen in der Prävention zusammen, verteilen Schutzkleidung und Informationsmaterial.

Insbesondere die Landeshauptstadt Monrovia befindet sich derzeit im Ausnahmezustand: Es herrscht ein permanentes Klima des Notstands, Lebensmittel werden knapp, ständig schrillen Sirenen von Krankenwagen, die Infizierte oder Tote abholen. Das liberianische Gesundheitssystem ist der Situation nicht gewachsen, Infizierte verharren vor überfüllten Krankenhäusern, die Infrastruktur ist überlastet, Korruption verhindert zielgerichtetes staatliches Eingreifen. Die internationale Gemeinschaft hat sehr spät und unzureichend reagiert.

Die Mitarbeiterinnen von medica mondiale Liberia sind keine ausgebildeten Medizinerinnen. Doch sie fahren fast täglich zu Isolierstationen, um dort Wasser, Lebensmittel und Hygienematerial zu verteilen. Sie helfen bei der Beschaffung und Finanzierung von Hilfsmitteln. Die liberianischen Kolleginnen sind in Sorge, dass diese lebensbedrohliche Notsituation vorhandene Kriegstraumatisierungen verstärkt und Traumasymptome massiv reaktiviert werden. Umso wichtiger, dass die Beraterinnen unsere und Ihre Solidarität erfahren, all ihre Kräfte sammeln und ihre Arbeit so gut es geht fortführen!

Hoffnungsschimmer Prävention und Aufklärung im Südosten

Das im Südosten aufgebaute Schutznetz aus Solidargruppen ist derzeit eine stabile Plattform für die Koordination von Aufklärungs und Hilfsmaßnahmen. medica mondiale Liberia arbeitet seit Jahren mit verschiedenen Gesundheitsstationen zusammen. Zusammen mit staatlichen KrankenpflegerInnen gehen die Kolleginnen in die Dörfer, verteilen vor Ort Handschuhe, Schutzbrillen, Masken, Desinfektionsmittel und Informationsmaterial. medica mondiale Liberia kann in dieser prekären Situation auf das aufgebaute Vertrauen der Dorfältesten und lokalen Clan-Chefs zählen. Die durchgeführten Aufklärungsmaßnahmen zu Ebola werden zugelassen und geschätzt. Die Dorfhelferinnen aus den Solidargruppen nutzen ihre Beratungen zu sexualisierter Gewalt, um über die Epidemie zu informieren: über Möglichkeiten, eine Ebola-Infektion zu vermeiden und über die Behandlung einer eventuellen Erkrankung.

Die Lage in Liberia ist derzeit sehr instabil. Die lebensbedrohliche Situation lässt Gewalt und bürgerkriegsähnliche Zustände wahrscheinlich werden. Die präventive und stärkende Arbeit von medica mondiale Liberia ist mehr denn je notwendig. Ihre Unterstützung zählt!