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25. November 2016

Konferenz im Auswärtigen Amt: Kein Frieden ohne Frauen!

„Ohne Frauen ist kein Frieden zu machen“ – unter diesem Motto veranstalteten das Auswärtige Amt und das Frauenministerium (BMFSFJ) am 18. November 2016 eine internationale Konferenz in Berlin. Auf der gut besuchten Veranstaltung diskutierten VertreterInnen der Bundesregierung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und internationaler Organisationen über die Resolution 1325 der Vereinten Nationen (VN): „Frauen, Frieden und Sicherheit“. Schwerpunkt war die Frage, wie die Resolution aus dem Jahr 2000 endlich wirksamer umgesetzt werden kann. Auch Monika Hauser nahm an der Veranstaltung teil. „Wir brauchen konsequentes politisches Handeln“ – so ihre Kernbotschaft.

 

Starke Reden und spannende Diskussionen: Wie kann die Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen konkret aussehen?

Welche Rolle sollen und müssen Frauen spielen, wenn es um Frieden und Sicherheit geht? Diese und andere Fragen wurden auf der hochkarätig besetzten Konferenz diskutiert. "Ich rufe dazu auf, Frauen gleichberechtigt an Friedensprozessen und am Wiederaufbau zu beteiligen, denn ohne Frauen ist kein Frieden zu machen" – appellierte Ministerin Manuela Schwesig. Die Menschenrechtsbeauftragte Bärbel Kofler machte sich in ihrer Rede besonders für den Schutz von Frauenrechtsverteidigerinnen stark. Mutige Aktivistinnen, die sich für die Rechte von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten einsetzen, müssten vor Repressalien diplomatisch geschützt werden. Dies sei Verantwortung der Bundesregierung – so die Menschenrechtsbeauftragte.

Lebhafte Podiumsdiskussion: Wie kann der Schutz vor sexualisierter Gewalt in bewaffneten Konflikten gelingen?

Wie können Frauen und Mädchen besser vor sexualisierter Gewalt in bewaffneten Konflikten geschützt und Überlebende unterstützt werden? Diese Frage diskutierte Monika Hauser im Rahmen einer lebhaften Podiumsdiskussion mit Zainab Bangura – VN Sonderbeauftragte zu sexualisierter Gewalt in Konflikten - Kelli Muddel - vom International Center for Transitional Justice und der Fotografin Alixandra Fazzina. Es braucht langfristige und ganzheitliche Unterstützung für Überlebende vor Ort – so das Fazit der Diskussionsrunde. Dabei müsse unbedingt das Kontinuum der Gewalt in den Blick genommen werden. Denn die Missachtung des Rechts auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist für Frauen und Mädchen weltweit Realität – auch in Friedenszeiten. Der Einsatz von Vergewaltigung als strategisches Mittel der Kriegsführung ist letzten Endes die Konsequenz aus dieser Ungerechtigkeit.

Worten müssen Taten folgen: Was beabsichtigt die Bundesregierung zu tun, was möchte sie erreichen und wie kann Wirkung kontrolliert werden?

Dies war die erste Konferenz dieser Art zum Thema "Frauen, Frieden und Sicherheit" im Auswärtigen Amt. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zugleich auch die letzte war und den Worten nun auch Taten folgen. Gegenwärtig arbeitet die Bundesregierung an einem Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Resolution 1325. In diesem Rahmen kann die Bundesregierung unter Beweis stellen, wie ernst sie es mit der Verwirklichung von "Frauen, Frieden und Sicherheit" meint. So muss der Aktionsplan wirkungsorientiert ausgerichtet werden.

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