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15. März 2013

Fünfstellige Klingelbeutelkollekte und Brückenschlag zur DR Kongo

In den vergangenen fünf Jahren hat die Evangelische Kirchengemeinde Engers während ihrer Gottesdienste und durch Basare 16.523,50 Euro für medica mondiale gesammelt. Vertieft wurde diese Verbundenheit mit Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten durch die Fotoausstellung "Vergewaltigung als Kriegswaffe: Frauen in der Demokratischen Republik Kongo". Sie war über Weihnachten und Neujahr in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zu sehen.

Für Pfarrer Hartmut Ohlendorf und die KirchenbesucherInnen ein besonders intensives Erlebnis: Durch ihre Portraits, die im Kirchenraum und an der Empore hingen, gehörten die afrikanischen Frauen – Überlebende von Krieg und Gewalt – vier Wochen lang zur Gottesdienstgemeinschaft.

 


In Engers ist das vierblättrige Glückskleeblatt für medica mondiale komplett: 

  • mit einem Pfarrer, der sich als Feminist versteht, 
  • einem Presbyterium, das den Focus auf die Arbeit der Kölner Frauenrechts- und Hilfsorganisation gelenkt hat, 
  • einer Frauenhilfe, die medica mondiale durch Erlöse zahlreicher Basare unterstützt,
  • und einer Kirchengemeinde, "die nachhaltig und nicht nach dem Gießkannenprinzip helfen möchte", so Pfarrer Ohlendorf.

Diese nachhaltige finanzielle Unterstützung macht die Klingelbeutelkollekte möglich, über deren Verwendung die Kirchengemeinde selbst entscheidet. In Engers wird sie inzwischen einer konkreten Initiative oder Hilfsorganisation gewidmet – und zwar über einen längeren Zeitraum. Die Gemeinde hat sich in den letzten Jahrzehnten für die Unterstützung von Frauen durch Hilfe zur Selbsthilfe entschieden.

Auch in seinen Predigten macht der Pfarrer Gewalt gegen Frauen immer wieder zum Thema: nicht nur ferne Kriegsgewalt, sondern auch sexualisierte Gewalt in der Nachbarschaft. Als Feminist sieht er in männlicher Dominanz die Ursache für viele gesellschaftliche Verwerfungen. „Auch in der Kirche", so der Pfarrer, „und dagegen müssen wir Männer etwas tun".

Fotos: © Dennis Satir