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07. Dezember 2014

Evaluierung des Projekts in Afghanistan (2009-2013) zeigt: Stärkung von Frauen und Mädchen gelungen

Im Juli 2009 startete Medica Afghanistan zusammen mit der Frauenorganisation Frauen für afghanische Frauen (Women for Afghan Women) das Projekt „Soziale Absicherung und Rechtshilfe für von Gewalt bedrohte oder inhaftierte Frauen und deren Kinder". Im November 2012 hat die externe Gutachterin Laure Saporta im Auftrag von medica mondiale das Projekt ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Situation für Mädchen und Frauen deutlich verbessert hat. Besonders das Kinderhilfszentrum (Children Support Center) erweist sich als zentrale Institution. Bereits heute unterstützt es rund 160 Kinder und damit viermal soviel wie ursprünglich geplant.

„Es geht darum, Frauen und Mädchen, die Gewalt, Missbrauch oder jegliche Verletzung ihrer Rechte erfahren haben, rechtliche und soziale Unterstützung zu geben. Und es geht darum, die Gesellschaft für Frauenrechte zu sensibilisieren, damit die Umsetzung dieser Rechte unterstützt wird.", so beschreibt Laure Saporta die Ziele des Projektes. „Meiner Meinung nach ist das Projekt sehr, sehr erfolgreich", erklärt sie.

Im November 2012 war Laure Saporta zwei Wochen lang vor Ort, um das Projekt zu evaluieren. Sie führte intensive Gespräche mit betroffenen Frauen und Mädchen und tauschte sich mit den Teams der beiden Frauenorganisationen, der örtlichen Polizei sowie anderen relevanten Gruppen aus. In einem Interview schildert Laure Saporta persönliche Eindrücke ihrer Reise durch Afghanistan.

Evaluation und Ziele des Projektes

Die Ziele des Projekts waren die Stärkung der Mädchen und Frauen sowie die Gewährleistung konkreter Hilfestellung bei Gewaltverbrechen und bei Verletzung der Menschen- und Frauenrechte.

  • Medica Afghanistan schaffte es, deutlich mehr Frauen Zugang zu Rechtsvertretung in Zivilgerichtsverfahren und bei Familien-Mediationen zu verschaffen. Frauen, die in einem Strafverfolgungsprozess angeklagt wurden, haben leider seltener als erwartet auf juristischen Beistand zurückgegriffen.
  • Die Unterstützung von Kindern inhaftierter Mütter verlief sehr erfolgreich: Statt der geplanten 35 Kinder konnte 160 Kindern Obhut und Zugang zu Bildung gewährleistet werden.
  • Das Ziel die afghanische Gesellschaft auf Frauenrechte aufmerksam zu machen und für diese zu sensibilisieren, wurde durch Trainings verschiedener Interessengruppen erreicht.
  • Insgesamt trug das Projekt dazu bei, dass der Situation von Mädchen und Frauen in Afghanistan auf internationaler sowie nationaler Ebene mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Die wichtigsten Ergebnisse der Evaluation finden Sie in der englischen Zusammenfassung.

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