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24. April 2010

ECAP in Guatemala: Fortbildung von psychosozialen Beraterinnen

Projektförderung in Guatmala-Stadt, Guatemala: 2009 hat medica mondiale die guatemaltekische Frauenorganisation ECAP (Equipo de Estudios Comunitarios y Acción Psicosocial) unterstützt. ECAP setzt sich für die Überlebenden sexualisierter Gewalt während des Bürgerkrieges in Guatemala (1960 bis 1996) ein, bei dem etwa 200.000 Menschen ermordet wurden. Sexualisierte Gewalt war Bestandteil der Angriffe gegen die Zivilbevölkerung. Angehörige der staatlichen Sicherheitskräfte und Paramilitärs, verantwortlich für mehr als 90 Prozent der Gewaltakte, vergewaltigten Frauen und Mädchen systematisch. Während weitgehend Straflosigkeit für die Täter herrscht, leiden viele Frauen bis heute unter den traumatischen Erlebnissen.

ECAP kämpft für die Aufarbeitung und die offizielle Anerkennung der Kriegsverbrechen. Gleichzeitig unterstützt die Organisation in enger Zusammenarbeit mit dem nationalen Dachverband guatemaltekischer Frauen UNAMG (Union Nacional de Mujeres de Guatemala) die Opfer der Gewalt mit psychosozialer Beratung und Betreuung.

Mit Unterstützung von medica mondiale führte ECAP im Juni ein Training durch für rund 20 psychosoziale Beraterinnen und Psychologinnen. Die guatemaltekischen Fachfrauen wurden vier Tage lang im einfühlsamen und kompetenten Umgang mit traumatisierten Frauen geschult.

Im November 2009, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, beteiligte sich ECAP – ebenfalls mit Unterstützung von medica mondiale – an der Gestaltung der Ausstellung „Warum sind wir, wie wir sind?“, die in Guatemala Stadt gezeigt wurde. Überdimensionale Fotos von Augen der Überlebenden, Texttafeln und Installationen informierten über die Vergewaltigungen während des Bürgerkrieges und regten zur Auseinandersetzung mit dem Thema an.

medica mondiale hat ECAP 2009 mit 5.000 Euro gefördert.