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03. März 2012

DR Kongo: REMAK - Medizinische Versorgung und Starthilfe für Überlebende sexualisierter Gewalt

Projektförderung im Osten der Demokratischen Republik Kongo, Süd-Kivu: In Kamituga, einer Gemeinde in der Provinz Süd-Kivu, hat eine Gruppe von Müttern 2001 die erste Frauenorganisation gegründet: Das Ziel von REMAK (Regroupement de Mamans de Kamituga) ist es, Überlebende sexualisierter Gewalt mit medizinischer Versorgung und psychosozialer Begleitung zu unterstützen. Zudem setzt sich die Organisation für die Wiederaufnahme der oftmals verstoßenen und ausgegrenzten Frauen in die Gesellschaft ein, vermittelt zwischen vergewaltigten Frauen, ihren Ehemännern und Familien und stärkt mit Einkommen schaffenden Maßnahmen ihr Selbstbewusstsein und ihr Ansehen in Familie und Gemeinschaft.

Dazu arbeitet REMAK eng mit den örtlichen Gesundheitsstationen zusammen, übernimmt die Behandlungskosten für vergewaltigte und mittellose Frauen und begleitet sie psychosozial. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, vertraulich über die erlebte Gewalt zu sprechen, mietet REMAK in den Gesundheitszentren oder außerhalb eigens Räumlichkeiten für die Beratungsgespräche an.

Mit Unterstützung von medica mondiale konnten bislang rund 270 Überlebende sexualisierter Gewalt in den Orten Kasika, Kamituga, Kitutu und Mwenga medizinisch versorgt und psychosozial betreut werden. Um ihnen nach ihrer Genesung ein wirtschaftliches Überleben zu ermöglichen, bietet REMAK den Frauen Ausbildungskurse und Starthilfen. Frauen werden im Brotbacken unterrichtet, im Anbau von Zuckerrohr geschult und mit Stecklingen ausgestattet. Weitere medizinisch und psychosozial betreute Frauen erhalten Ziegen, Meerschweinchen und Enten zum Aufbau eines Handels mit Tieren und Tierprodukten. Enten sind in der DR Kongo sehr gefragt, sie sind im Vergleich zu Hühnern sehr robust und vermehren sich schnell. Für ein Entenküken können die Frauen auf den lokalen Märkten bis zu sieben US Dollar erzielen. Auch nach Enteneiern, die meist teuer aus Uganda und Burundi importiert werden, gibt es eine hohe Nachfrage.

Junge Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erleben mussten, haben es oft besonders schwer, wieder ins Leben zurückzufinden und mit den traumatischen Erlebnissen zurecht zu kommen. Ein geregeltes Lebensumfeld ist für den Umgang mit traumatisierender Gewalt enorm wichtig. Daher übernimmt REMAK die Schulgebühren für Mädchen, damit diese wieder regelmäßig zur Schule gehen können.

Die Frauenorganisation REMAK erhielt über einen Zeitraum von vier Jahren (2008-2011) insgesamt 30.000 Euro Förderung von medica mondiale.