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22. April 2016

Deutschland: medica mondiale fordert mehr Schutz für Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten

In Kriegen, auf der Flucht oder als Schutzsuchende in Deutschland – weltweit erleben Frauen und Mädchen massive sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) fordert die Bundesregierung auf, Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten stärker zu schützen. Konkret soll der nationale Aktionsplan zur Umsetzung der Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ der Vereinten Nationen (VN) neu aufgelegt und wirkungsorientierter ausgerichtet werden. medica mondiale unterstützt diese Forderungen.

Am 31. Oktober 2000 verabschiedete der VN-Sicherheitsrat die Resolution 1325. Frauen und Mädchen sollen in bewaffneten Konflikten besser geschützt und angemessen an Friedensprozessen beteiligt werden – so die Kernforderungen des VN-Gremiums. Mehr als 15 Jahre nach ihrer Annahme mangelt es noch immer erheblich an der praktischen Umsetzung. Aktuelle Krisen weltweit belegen dies eindrücklich – sei es in Afghanistan, Syrien oder der DR Kongo.

Mängel im bisherigen Aktionsplan bei Bekämpfung von Fluchtursachen und bei Krisenprävention

Mit der Verabschiedung eines nationalen Aktionsplans für den Zeitraum 2013-2016 wollte die Bundesregierung ihr außen-, entwicklungs- und sicherheitspolitisches Engagement im Themenfeld „Frauen, Frieden und Sicherheit“ strategischer ausrichten. Trotz der Finanzierung zahlreicher Projekte zur Förderung von Frauenrechten in bewaffneten Konflikten mangelt es noch immer an der kohärenten Umsetzung in allen relevanten Politikfeldern – sei es bei der Fluchtursachenbekämpfung oder zivilen Krisenprävention.

Im neuen Aktionsplan muss die Wirkung zählen!

VENRO fordert die Bundesregierung daher auf, den Aktionsplan thematisch weiterzuentwickeln und Kohärenz mit allen relevanten Politikbereichen zu gewährleisten. Außerdem gilt es den neuen Aktionsplan wirkungsorientierter auszurichten und über dessen Umsetzung gegenüber Parlament und Öffentlichkeit regelmäßig Bericht zu erstatten. „Die Bundesregierung muss sich diesmal zu konkreten Maßnahmen verpflichten und den Aktionsplan adäquat mit finanziellen sowie personellen Ressourcen ausstatten. Nur so kann dieser in der Praxis auch Wirkung entfalten“ – so Jeannette Böhme, Referentin für Politik und Menschenrechte bei medica mondiale.

 

Verwandte Themen

 VENRO Standpunkt Nr. 4, Oktober 2015: Wie kann Zivilgesellschaft in Afghanistan gefördert werden? (PDF)

  VENRO Standpunkt Nr. 3, April 2016: Mehr Schutz für Frauen in bewaffneten Konflikten! (PDF)

VENRO-Website