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25. Dezember 2015

Danke, Ihre Solidarität bewegt Menschen

Am Jahresende bleibt Zeit für Rückblicke. Ist uns gelungen, was wir uns vorgenommen haben? Konnten wir wichtigen Menschen unsere Zuneigung und Dankbarkeit ausdrücken? Haben wir uns Zeit genommen, die stärkenden Aspekte unseres Alltags bewusst wahrzunehmen? Konnten wir andere stärken? Die UnterstützerInnen von medica mondiale haben mit ihrem Engagement viele Frauen bereichert. Dafür möchten wir uns mit der Geschichte der Uganderin Lydia herzlich bedanken.

Lydia kehrt ins Leben zurück

Heute ist sie unabhängig, doch das war lange Zeit nicht so. Als Lydia und Francis vor 23 Jahren heirateten, schien gemeinsam alles machbar. Elf Kinder bekamen sie zusammen, doch ihre Ehe war von Gewalt geprägt. Francis schlug Lydia immer wieder und verkaufte den Ertrag der kleinen Farm ohne Rücksprache mit ihr. Oft wurde er ausfallend, was für die Familie eine große psychische Belastung bedeutete. Hinzu kam die Arbeitsteilung in der Familie: Erziehung, Haushalt und Feldarbeit waren Lydias alleinige Aufgabe. Francis unterstützte sie dabei nicht.

Lydia suchte mehrmals Rat bei den Dorfältesten. Doch jedes Mal, wenn sie ihr Anliegen vorbringen wollte, sollte sie eine Ziege abgeben, damit die Männer sich überhaupt mit ihrer Notlage befassten. Fünf Ziegen wechselten so im Laufe der Zeit in den Besitz der Dorfältesten. Doch nichts verbesserte sich für Lydia, ganz im Gegenteil: Die häusliche Gewalt nahm zu. Eines Nachts steckte Francis das gemeinsame Haus in Brand – sämtliche Lebensmittel und der ganze Hausrat lagen in Schutt und Asche.

Dieses Mal ging Lydia nicht zu den Dorfvorstehern, sondern wandte sich an Jasper. Er war von medica mondiales Partnerorganisation „Engagement für Entwicklung“ (Action for development, ACFODE) zum „Agent of Change“ der Gemeinde ausgebildet worden. Jasper begleitete Lydia zur Polizei. Dort war Jasper bekannt in seiner Rolle als Unterstützender bei häuslicher Gewalt. So bekam Lydias Fall sofort die Aufmerksamkeit, die er schon vor langer Zeit hätte erhalten sollen. Francis wurde verhaftet, verurteilt und leistet heute seine Strafe ab. Lydia sagt: „Ich bin ACFODE so dankbar, dass sie Change Agents ausbilden und dadurch häusliche Gewalt bekämpfen. Ohne Jaspers Unterstützung wäre ich heute vielleicht tot.“

Projektefonds für Partnerorganisationen

Lokale Frauenrechtsorganisationen leisten mit meist sehr geringen Mitteln unverzichtbare Hilfe für Überlebende und ihre Familien. Um deren Arbeit zu stärken und lokale Ansätze zu fördern, unterstützt medica mondiale ausgewählte Partnerinnen finanziell und fachlich.

So auch „Engagement für Entwicklung“ in Uganda. Das geförderte Projekt läuft noch bis zum 31. März 2016 unter dem Titel „Strengthening Local Communities To Advocate For Effective Response To Domestic Violence In Apac District”. Die zentralafrikanische Region der Großen Seen, die mit der DR Kongo, Ruanda, Burundi und Uganda viele ehemalige und aktuelle Bürgerkriegsländer umfasst, ist einer der Förderschwerpunkte unseres Projektefonds