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18. Juni 2014

Damit sich etwas ändert: Globaler Gipfel gegen sexualisierte Gewalt

„Ich bin stolz, Überlebende zu sein" – dieser Satz hat mich am meisten beeindruckt beim Globalen Gipfel gegen sexualisierte Gewalt“, erklärt Jeannette Böhme, Referentin Politik und Menschenrechte bei medica mondiale. Vom 10. bis 13. Juni 2014 kamen in London RegierungsvertreterInnen aus über 120 Ländern sowie mehr als 1.000 Teilnehmende aus Zivilgesellschaft, Politik, Justiz und Militär zusammen – die bislang größte internationale Veranstaltung zum Thema sexualisierte Kriegsgewalt (Global Summit to End Sexual Violence in Conflict).

“Shifting the shame and the stigma to perpetrators”

„Weiterer Höhepunkt der Konferenz war für mich die Formulierung: Shifting the shame and the stigma to perpetrators. Also, dass die Scham und das Stigma zu den Tätern gehören und nicht zu den Überlebenden.“ Diese Haltung sei immer wieder sichtbar geworden im Exhibition Centre in London, so Jeannette Böhme weiter, auch und gerade bei den vielen männlichen Teilnehmern der Veranstaltung.

Auch medica mondiale war beim Globalen Gipfel mit einer Präsentation ihres trauma-sensiblen Ansatzes vertreten. Vor rund 100 ZuhörerInnen diskutierten Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, Karin Griese, Bereichsleiterin Trauma-Arbeit bei medica mondiale, Sabiha Husic, Direktorin von Medica Zenica, Fehmije Luzha, psychosoziale Beraterin bei Medica Gjakova sowie Veprore Shehu, Direktorin von Medica Kosova, über ihre langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Überlebenden und die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Außerdem nahmen Monika Hauser, Karin Griese und Jeannette Böhme an verschiedenen ExpertInnengesprächen teil.

Bleibt die Frage: Was kann ein solcher Gipfel bewirken?

Ein wichtiges Ergebnis war: Überlebende haben ihre Stimme erhoben, ihre Kraft, ihre Kompetenz gezeigt und so die öffentliche Wahrnehmung verändert. Hinzu kam der respektvolle Umgang aller Beteiligten, vor allem der PolitikerInnen, gegenüber der Arbeit und Expertise von Nichtregierungsorganisationen. Auch bei Vertretern des Militärs war der Wille erkennbar, sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinander zu setzen und das eigene Handeln zu reflektieren. Diese Veranstaltung hat Impulse gesetzt und Menschen in ihrer Arbeit bestärkt und gewürdigt.

 

Aktuelle Presseberichte zum Globalen Gipfel gegen sexualisierte Gewalt finden Sie in unserem Pressespiegel.